Zertifikate Teil 2: Bonus-Zertifikat und Garantie-Zertifikat

Wenn Sie eine perfekte Kombination aus Sicherheit und Rendite suchen, dann ist ein Bonus-Zertifikat die richtige Wahl bei der Kapitalanlage.

Der Kauf einer Aktie oder eines Index als Direktanlage bedeutet in jedem Fall, dass die Kursbewegungen direkt an den Investor weitergegeben werden. Rendite ergibt sich beim Direktinvestment also nur bei steigenden Kursen.

Anders beim Bonus-Zertifikat. Hier ergeben sich selbst dann noch Renditechancen, wenn der Kursverlauf des gewählten Basispapieres seitwärts oder sogar leicht nach unten tendiert.

Wie ist das Bonus-Zertifikat konzipiert?

Die Konstruktion dieses Papieres setzt sich aus zwei Elementen zusammen: Bonus und Sicherheits-Niveau, auch Protect-Niveau genannt. Beide Komponenten sind bei der Emission des Papieres festgelegt.

Damit Sie als Anleger in den Genuss des ausgepreisten Bonus kommen, muss der unterlegte Basiswert sich in einer festgelegten Bandbreite während der gesamten Laufzeit des Papieres bewegen.

Wenn die Schwelle gerissen wird…

Sollte dieser Fall eintreten, dass diese Bandbreite nach unten berührt oder unterschritten wird, so ist der Bonus hinfällig. Das Bonus-Zertifikat verhält sich in dieser Situation wie der Basiswert.

Sämtliche Kursbewegungen müssen dann 1:1 vom Anleger getragen werden.

Ein Beispiel

Sie kaufen ein Papier auf eine bestimmte Aktie. Der vereinbarte Bonus soll in diesem Beispiel 40 Prozent betragen und das Sicherheits-Niveau 30 Prozent. Die Aktie als Basiswert notiert bei 100 Euro. Nun ergeben sich 2 Möglichkeiten:

  • Die Aktie (Basiswert) hat während der gesamten Laufzeit das Sicherheits-Niveau von 30 Prozent nie verletzt – notierte also nie auf 70 Euro oder darunter. Ihre investierten 100 Euro plus Bonus in Höhe von 40 Euro werden voll an Sie ausbezahlt.
  • Wurde das Sicherheits-Niveau während der Laufzeit berührt oder unterschritten, dann erhalten Sie lediglich den aktuellen Kurs bei Fälligkeit des Papieres ausbezahlt. Das Bonus-Zertifikat verhält sich dann 1:1 wie ein Direktinvestment in die Aktie (Basiswert)

Natürlich bekommen Sie den Bonus – sollte der Verlauf günstig sein – nicht geschenkt. Die Emissionsbank refinanziert diesen Vorteil dadurch, indem sie die Dividende einbehält.

 

Garantie- Zertifikat

Was hat es nun mit diesem Finanzinstrument für den Anleger auf sich?

Wie der Name schon sagt, ein Garantie-Zertifikat ist eine Anlage ohne Risiko. Am Ende der vereinbarten Laufzeit erhalten Sie Ihren Kapitaleinsatz zu 100 Prozent ausbezahlt. Die Chancen auf eine gute Performance (Verlauf) Ihrer Anlage ist bei diesem Papier natürlich sehr begrenzt.

So funktioniert ein Garantie-Zertifikat:

Dieses Wertpapier eignet sich ideal als sicherer Schutz gegen Kursverluste. Gerade in turbulenten Börsenzyklen kommt dieser Betrachtung eine größere Bedeutung zu.

Auch wieder hier: Die Banken verschenken nichts – die Garantiezusage gegenüber Kursverlusten erkaufen Sie sich, indem Sie nur begrenzt an möglichen Kurssteigerungen des Basiswertes partizipieren. Diese Papiere werden aus diesem Grund auch Partizipationspapiere genannt.

Ein Beispiel

Die von Ihnen favorisierte Aktie notiert bei 100 Euro. Die sogenannte Partizipationsrate ist mit 70 Prozent im Verkaufsprospekt der Bank angegeben. Nun ergeben sich wieder 2 Szenarien:

  • Ihr Basiswert (Aktie) ist unter dem Eingangswert von 100 Euro gefallen. In diesem Fall können Sie sich beruhigt zurücklehnen, Sie erhalten Ihr eingesetztes Kapital zu 100 Prozent ausbezahlt.
  • Die Aktie steigt weit über den anfänglichen Kurs. Sie partizipieren aber nicht in voller Höhe, sondern erhalten nur 70 Prozent der Steigerung zusätzlich zu Ihrem ursprünglich eingezahlten Kapital von 100 Euro ausbezahlt. Das “Cap” ist die Partizipationsrate.

Die Refinanzierung der Banken erfolgt – wie auch in dem anderen Beispiel genannt – über die nicht ausgeschüttete Dividende (Aktie) sowie aus einbehaltenem Gewinn bei der Partizipationsrate.

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