Axel Springer abgerauscht

Die Aktien des Medienkonzerns Axel Springer sind nach den Zahlen vom Donnerstag kräftig abgerauscht. Viele Aktionäre haben nach einem mit Enttäuschung aufgenommenen Geschäftsausblick Kasse gemacht.

So knickten die Papiere gestern nach einer langen Eröffnungsauktion prozentual zweistellig bis auf 64,70 Euro ein. Im Tagesverlauf berappelten sie sich dann zumindest ein wenig. Zum Handelsende notierten sie noch 6,14% im Minus bei 68,00 Euro. Im Februar waren die Aktien noch auf ein Rekordhoch von 74,40 Euro gestiegen.

Gute Zahlen

Doch eigentlich waren die Zahlen gut: Der Konzernumsatz ist in 2017 insgesamt um 8,3% auf 3,56 Milliarden Euro gestiegen. Um Konsolidierungs- und Währungseffekte bereinigt stieg der Umsatz um 6,3% und das bereinigte Ebitda erhöhte sich um 8,5% auf 645,8 Millionen Euro.

Zwar lag der Konzernüberschuss von 378 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau von 450 Millionen, doch damals hatten positive Einmaleffekte für einen deutlichen Anstieg gesorgt. Der Konzern zeigt sich zufrieden und hat eigenen Aussagen zufolge seine Prognose für 2017 erfüllt. Für das vergangene Jahr werde man zudem dem Vorstand und Aufsichtsrat eine Erhöhung der Dividende auf 2,00 Euro je Aktie vorschlagen.

Zu den guten Zahlen trugen besonders die digitalen Geschäftsmodelle bei. In 2017 lieferten sie 71,5% der Umsatz- und 87,1% der Werbe-Erlöse sowie 80% des bereinigten Konzern-Ebitda. Konsolidierungs- und währungsbereinigt erzielten die digitalen Aktivitäten ein kräftiges Umsatzwachstum von 12,5%.

Vorstandsvorsitzender Dr. Mathias Döpfner dazu: “Mit seiner deutlichen organischen Steigerung von Umsatz und Ebitda dokumentiert Axel Springer eine neue Entwicklungs-Phase als digitales Wachstumsunternehmen. Auf diesem Erfolgsmodell werden wir im laufenden Jahr weiter aufbauen.”

Ausblick von Axel Springer

Vielleicht war der etwas vorsichtige Ausblick für das Jahr 2018 der Grund für die zahlreichen Verkäufe. Denn für das laufende Jahr rechnet Axel Springer bereinigt etwa um Konsolidierungs- und Währungseffekte nur mit einem Umsatzplus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Zudem geht das Unternehme in einigen Segmenten wie News Media, Marketing Media oder Service/Holding von Rückgängen der Erlöse aus. Laut  Experten startet der Medienkonzern damit ungewöhnlich vorsichtig und konservativ ins neue Jahr.

Aber auch charttechnische Faktoren könnten neben Gewinnmitnahmen noch eine Rolle für den Kursrutsch spielen. Denn der Kurs fiel gleich unter mehrere charttechnische Unterstützungen wie etwa die 21- oder die 50-Tage-Linie, die als Indikatoren für die kurzfristige Entwicklung gelten.

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