Biotech-Branche 2018: Das M&A-Fieber steigt

Das letzte Jahr war für die Biotech-Branche eher ruhig. Zusammengezählt gab es nur 12 öffentliche Übernahmen mit einem Volumen von rund 50 Milliarden Dollar. Im historischen Durchschnitt lagen die bisherigen M&A-Aktivitäten eher bei 20 Deals pro Jahr mit Volumen deutlich über 50 Milliarden Dollar. Schaut man sich den Start der Branche in das neue Jahr an, könnte 2018 hier wieder mehr an den historischen Durchschnitt herankommen.

So hatte gleich zum Jahresanfang das amerikanische Biotech-Schwergewicht Celgene verkündet, den Krebsspezialisten Impact Biomedicines übernehmen zu wollen. Dabei will man in einem ersten Zug rund 1,1 Milliarden Dollar zahlen. Abhängig von weiteren Zulassungs- und Umsatzerfolgen könnten hier noch einmal bis zu 6 Milliarden Dollar obendrauf kommen. Impact wurde dabei insbesondere durch sein Krebsmedikament Fedratinib interessant, das derzeit in der Behandlung einer besonderen Art von Knochenmarks-Erkrankung getestet wird.

Celgene auf der Suche nach einer neuen Wachstumsstory

Dass gerade Celgene hier gleich zum Jahresstart aktiv wird, hängt mit den Vorgängen im vergangenen Jahr zusammen. Damals brach der Aktienkurs ein, als bekannt wurde, dass ein Medikamenten-Kandidat gegen Morbus Crohn nicht die erhofften Testergebnisse brachte. Außerdem gab es im Markt neue Einschätzungen, nach denen das Top-Produkt, das Krebsmittel Revlimid, zunehmend durch Generika in Bedrängnis geraten könnte.

Wenn über Celgene gesprochen wird, kommt man nicht an BB Biotech vorbei. Denn das US-Unternehmen ist weiterhin eine der wichtigsten Positionen im Portfolio des Schweizer Biotech-Fonds. Natürlich führte das dazu, dass auch die Aktie von BB Biotech beim Ausverkauf im vergangenen Herbst in Mitleidenschaft gezogen wurde. Allerdings nur für relativ kurze Zeit. Inzwischen konnte die Aktie wieder Tritt fassen und ihre charttechnische Ausrichtung deutlich verbessern. Hintergrund ist hier die weiterhin gegebene fundamentale Stärke.

Fokus-Strategie von BB Biotech gefällt Analysten

Die Strategie von BB Biotech, sich auf ein überschaubares Universum von 30-35 Werten zu fokussieren und dabei eine Kerngruppe von 5-8 Werten zu bilden, die bis zu zwei Drittel des NAV ausmachen, ist zwar nicht ganz ungefährlich, wie man im vergangenen Jahr sehen konnte. Doch langfristig überzeugte die Fondsgesellschaft bislang regelmäßig mit Wertzuwächsen, die oberhalb des Branchendurchschnitts lagen. Dabei, so unter anderem auch die Einschätzung der Analysten von Edison, weist BB Biotech von der Bewertung her nur ein überschaubares Premium gegenüber seinem Net Asset Value auf.

Fazit: Wir sehen weiterhin und besonders auch vor dem Hintergrund möglicher weiterer Übernahmen im Biotechsektor mit einem insgesamt positiven Sentiment in der Branche gute Kurschancen für BB Biotech. Deshalb raten wir dazu, investiert zu bleiben oder neu zu kaufen. Bei Celgene würden wir angesichts der Charttechnik und der deutlich zugenommenen Aktivitäten auf der Übernahmeseite eine spekulative Kaufempfehlung aussprechen.

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