Evonik mit Wachstum, aber der Gewinn leidet.

Der Spezialchemie-Konzern Evonik legte am Dienstag seine Zahlen für 2017 vor. Im letzten Jahr schraubten die Essener ihren Umsatz und operativen Gewinn durch Zukäufe zwar in die Höhe, aber der Konzerngewinn schrumpfte um 15% auf 717 Millionen Euro.

Das bereinigte Ebitda stieg in 2017 auf 2,36 Milliarden Euro nach 2,165 Milliarden Euro in 2016. Die Erlöse kletterten um 13% auf 14,4 Milliarden Euro und der Konzern lag damit im Rahmen der Erwartungen des Marktes. Analysten hatten für 2017 mit einem Umsatz von 14,4 Milliarden Euro und einem bereinigten Ebitda von 2,365 Milliarden Euro gerechnet. Die Aktionäre sollen für 2017 eine unveränderte Dividende von 1,15 Euro je Anteilsschein erhalten.

Konzentration auf das Wesentliche

In 2017 war Evonik auf Einkaufstour gegangen, um seine wachstumsstarken Geschäfte zu stärken, was sich auch in den Zahlen bemerkbar machte. Die Essener hatten für 630 Millionen Dollar das Silica-Geschäft des US-Konzerns JM Huber übernommen und zuvor sie bereits eine Sparte des US-Konzerns Air Products für rund 3,8 Milliarden Dollar.

Nun will sich Evonik wieder auf ihr Spezialchemie-Geschäft konzentrieren. Daher prüft der Konzern momentan sämtliche Optionen rund um das Methacrylat-Geschäft (Kunststoffe/Plexiglas). Neben möglichen Partnerschaften steht dabei eventuell auch eine vollständige Trennung zur Diskussion.

Denn der Verkauf könnte sich lohnen. Das Geschäft mit den Kunststoffen MMA und PMMA hat rund 3.700 Mitarbeiter und produziert unter anderem Plexiglas und Autolacke. Der Umsatz lag hier zuletzt bei etwa 1,5 Milliarden Euro und zählte im letzten Jahr zu den Gewinnbringern. Denn die Sparte Kunststoffe und Kieselsäuren, zu der auch das MMA- und Plexiglasgeschäft gehört, konnte 2017 den Betriebsgewinn um rund 78% verbessern.

Ausblick für 2018: Sparen

Im laufenden Jahr 2018 kündigt nun Evonik-Chef Christian Kullmann an, den Umsatz weiter steigern zu wollen. Das operative Ergebnis soll zwischen 2,4 und 2,6 Milliarden Euro liegen, wobei auch die Zukäufe der Vergangenheit helfen sollen.

Zudem setzt er auf Sparmaßnahmen, denn er will die Kosten bis 2020 im Vertrieb und Verwaltung um 200 Millionen Euro senken. Allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland. Außerdem will er ebenfalls bis 2020 im zweitgrößten Geschäft mit Tiernahrung rund 50 Millionen Euro einsparen. Denn bereits bei seinem Amtsantritt im letzten Jahr hatte Kullmann erklärt, dass er Evonik zum “besten Spezialchemie-Konzern der Welt formen” wolle.

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