Facebook trotz Datenskandals mit glänzenden Zahlen.

Facebook hat für das abgelaufene Quartal starke Zahlen präsentiert und legte an der US-Börse heute kräftig zu. Doch der Ausblick bleibt etwas verhalten, denn das soziale Netzwerk rechnet durch die neue EU-Datenschutzverordnung mit stagnierenden oder leicht rückläufigen Nutzerzahlen. Aber man sehe auch kein “Weltuntergangs-Szenario”, wie Finanzchef David Wehner sagte.

Der Umsatz, der fast ausschließlich aus der Werbung erwirtschaftete wird, stieg im letzten Quartal zum Vorjahr um 49% auf 11,97 Milliarden Dollar. Der Gewinn erhöhte sich um 64% auf 4,99 Milliarden Dollar. Im vergangenen Quartal machte der Konzern einen Werbeumsatz pro Nutzer von 5,45 Dollar. In den USA und Kanada waren es sogar 23,14 Dollar pro Mitglied und in Europa 8,01 Dollar. Die Zahlen sahen die Anleger mit Freude und die Analysten-Meinungen wurden übertroffen. Das hatte zur Folge, dass die Aktie im heutigen Handel um rund 10% zulegte.

Neue Datenschutzregeln in Europa

Im laufenden Quartal rechnet Facebook allerdings mit einem Dämpfer für das Geschäft. Der Grund hierfür sei die Einführung der neuen EU-Datenschutz-Regeln am 25. Mai. Denn die strengeren Einstellungen könnten negative Auswirkungen auf das Werbegeschäft haben.

Facebook bleibt gelassen

Doch der US-Konzern bleibt relativ gelassen, denn man hatte bereits mehrfach wiederholt,  dass es trotz der Aufrufe zum Verlassen der Plattform keinen bedeutenden Rückgang der Aktivitäten gab. Die täglich aktiven Nutzerzahlen legten sogar jüngst noch zu. Im März lagen sie bei 1,45 Milliarden nach noch 1,4 Milliarden im Dezember 2017. Die Zahl monatlicher Nutzer kletterte binnen drei Monaten von 2,13 auf 2,2 Milliarden.

Außerdem geht das Unternehmen davon aus, dass die Anzeigenkunden auch weiterhin nach der besten Rendite für ihre Werbeausgaben suchen. Hier sei Facebook besser aufgestellt als andere. Zudem bestätigte die Top-Managerin Sheryl Sandberg, die für das operative Geschäft zuständig ist, dass Facebook über eine Bezahlversion nachgedacht hat und dies auch weiterhin tut – “wir werden nicht damit aufhören, alles in Erwägung zu ziehen”.

Facebook will die Plattform sauber halten

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erklärte heute ebenfalls, dass das Unternehmen stärker lernende Maschinen einsetzen werde, um die Plattform von Hassreden und gefälschten Nachrichten sauber zu halten. Hierfür müsse die Software aber in vielen Fällen erst den Kontext verstehen können, was wohl teilweise noch Jahre dauert. “Es ist viel einfacher, ein System auf Basis künstlicher Intelligenz zu entwickeln, das eine Brustwarze erkennt, als sprachwissenschaftlich zu entscheiden, was eine Hassbotschaft ist”, sagte Zuckerberg. Er spielte damit auf den häufigen Vorwurf an, Facebook sei schnell beim Entfernen nackter Körper, während extremistische Äußerungen auf der Plattform blieben.

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