LafargeHolcim: Baustoffriese mit Verlust

Das große Aufräumen des neuen Konzernchefs Jan Jenisch hat sich in der Bilanz bemerkbar gemacht. Zwar konnte LafargeHolcim im vierten Quartal 2017 seinen Umsatz steigern, allerdings musste unterm Strich ein hoher Verlust ausgewiesen werden.

Grund hierfür waren enorme Abschreibungen, die im Rahmen einer Portfolioüberprüfung bei dem schweizerisch-französische Unternehmen vorgenommen wurden. Vor allem wegen Wertberichtigungen auf Übernahmen verbuchte LafargeHolcim im letzten Jahr somit einen Verlust von 1,68 Milliarden Franken. In 2016 dagegen konnte der Weltmarktführer noch einen Überschuss 1,79 Milliarden Franken einfahren. Die Analysten hatten für 2017 mit einem Gewinn von 1,9 Milliarden Franken gerechnet.

Umsatz steigt

Der Umsatz von LafargeHolcim stieg im vierten Quartal auf 6,70 Milliarden Franken, das sind 2,7% mehr als noch in der Vorjahresperiode auf vergleichbarer Basis. Vor Wertminderungen und Devestitionen betrug in 2017 der Konzerngewinn des Baustoffriesen 1,417 Milliarden Franken, das entspricht einer Steigerung von 11,3%.

Der Verwaltungsrat schlägt den Aktionären eine Dividende von zum Vorjahr unveränderten 2 Franken je Aktie vor.

Weiteres Wachstum geplant

Der Konzern aus Rapperswil-Jona  hat sich für die kommenden fünf Jahre einiges vorgenommen. Allein für 2018 rechnet das Management in seinen Märkten mit einem Wachstum des Umsatzes von rund 3 bis 5%. Beim bereinigten Ebitda sollen es auf vergleichbarer Basis 5% werden. Investitionen sollen unter der Marke von 2 Milliarden Franken bleiben.

Strategische Neuausrichtung

Doch die Konzernspitze hat neben den Zahlen auch eine strategische Neuausrichtung bekannt gegeben. Der CEO Jan Jenisch will das profitable Wachstum weiter vorantreiben und das Geschäft weiter vereinfachen. LafargeHolcim will gezielt in Märkte mit großem Potenzial investieren und bei Zuschlagstoffe und Transportbeton aggressivere Marktstrategien verfolgen bzw. das Segment Solutions & Products neu aufbauen.

Eine weitere Vereinfachung der Konzernstruktur soll Kosten sparen. Der Fokus soll mit einer Corporate-Light-Struktur stärker auf den Ländern liegen. Durch dieses Programm sollen die Vertriebsgemeinkosten um 400 Millionen Franken pro Jahr gesenkt werden, indem 35 Märkte neu direkt der Konzernleitung unterstellt sein werden.

%d Bloggern gefällt das: