Neuordnung am deutschen Energiemarkt

E.On und RWE wollen den deutschen Energiemarkt neu sortieren: Dabei soll Innogy an E.On verkauft werden und wird damit zerschlagen. Trotz dieser Meldung hält Innogy an seinem Investitionskurs fest und will den Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter vorantreiben.

Bis 2020 will Innogy netto 2 bis 2,5 Milliarden Euro jährlich investieren. Hierbei sollen die drei Kernbereiche Solar, Breitband und Elektromobilität im Vordergrund stehen. Dabei setzt der Ökostromkonzern auch auf Partnerschaften, einschließlich möglicher Verkäufe von Anteilen an Projekten. Zeitgleich will das Unternehmen bis 2020 brutto 400 Millionen Euro einsparen.

Mögliche Zerschlagung

Am Wochenende wurde bekannt, dass die beiden deutschen Energiekonzerne E.On und RWE die Innogy-Geschäftsfelder unter sich aufteilen wollen. E.On will hierzu in einem ersten Schritt Innogy übernehmen und im Gegenzug RWE am eigenen Unternehmen beteiligen. Damit würde E.On das lukrative Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die Sparte Erneuerbare Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint würde. Das führt allerdings zur kompletten Zerschlagung des erst zwei Jahre alte Unternehmens Innogy. Zu den Plänen werde man “zu gegebener Zeit Stellung nehmen”, erklärte Vorstandschef Uwe Tigges am Montag bei der Vorlage der Zahlen.

Prognosen bekräftigt

Und dieses sahen gar nicht so schlecht aus: Für 2017 erreichte Innogy seine im Dezember gesenkte Prognose. Das bereinigte operative Ergebnis stieg leicht um 3% auf 2,8 Milliarden Euro. Hierzu trug das Netzgeschäft mit rund 1,9 Milliarden Euro den Löwenanteil bei. Das Nettoergebnis wurde mit 778 Millionen Euro nahezu halbiert – unter anderem wegen Abschreibungen auf das britische Vertriebsgeschäft. Bereinigt stieg das Nettoergebnis um 9% auf 1,2 Milliarden Euro. Die Dividende bleibt mit 1,60 Euro je Aktie unverändert.

Für 2018 bekräftigte Innogy die Prognosen und geht weiter von einem bereinigten Nettogewinn von mehr als 1,1 Milliarden Euro aus. Dabei rechnet das Unternehmen allerdings von einem stagnierenden Ergebnis im Bereich der Erneuerbaren Energien, die in 2017 ein bereinigtes Ergebnis von 355 Millionen Euro erzielten. Die Zahlen kamen vorbörslich gut an, denn die Innogy-Aktien schnellten zu Wochenbeginn um 13% in die Höhe.

Innogy angeschlagen

Innogy hatte es zuletzt nicht leicht. Nach der Gewinnwarnung im Dezember und einem immensen Kursverlust an der Börse musste Vorstandschef Peter seinen Posten räumen. Seither führt der Personalvorstand Uwe Tigges „interimistisch“ den Vorstand und dieser bekam zudem vom Aufsichtsrat noch „Kostendisziplin“ aufgetragen und sollte Sparmaßnahmen erarbeiten. Schlussendlich wurden auch noch der  Finanzvorstand Bernhard Günther Opfer einer Säureattacke und erlitt schwerste Verletzungen.

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