Ölpreis klettert nach OPEC-Einigung – aber auch nachhaltig?

Die Einigung der OPEC hat für einen deutlichen Anstieg beim Ölpreis gesorgt. Das Ölkartell hat gestern tatsächlich eine Fördergrenze beschlossen, um dem Überangebot entgegenzuwirken. Der Ölpreis legte danach um rund acht Prozent zu. Auch im heutigen Handel liegen Brent und WTI wieder leicht im Plus, beide inzwischen über der 50-Dollar-Marke. Doch sorgt die Einigung auch für langfristig stabile oder gar steigende Preise? Einige Argumente sprechen dagegen.

oel-kurszettel-fotolia-48737037-daniel-grunwaldDie Überraschung ist der OPEC gelungen: Zuletzt hatten sich die Stimmen gemehrt, dass sich die ölexportierenden Länder wohl doch gar nicht auf eine Förderkürzung einigen können. Diese Einschätzung war wohl etwas zu pessimistisch. Dass aber auch der Iran und Nicht-OPEC-Mitglied Russland mit an Bord sind, damit hatte am Ende kaum jemand gerechnet.

Auf den ersten Blick also ein voller Erfolg für die Öl-Staaten. Denn der gewünschte Kurzfrist-Effekt der steigenden Ölpreise ist sofort eingetreten. Zudem hat man wichtige Kompromisse zwischen den Rivalen Saudi-Arabien und Iran schließen können und sogar Russland überzeugt, 300.000 Barrel pro Tag weniger zu fördern. Notwendig für die Einigung war allerdings, dass die Mitgliedschaft Indonesiens in der OPEC vorübergehend ruht.

Ölpreis reagiert wie gewünscht: Aber wie geht es weiter?

Die kurzfristige Reaktion der Märkte ist ausgefallen wie erwartet: Die Ölpreise stiegen rasant, die Aktien großer Öl-Unternehmen ebenfalls. Zu den Verlierern zählten unter anderem Airlines und natürlich auch Verbraucher. Doch das ist vermutlich nur eine Momentaufnahme. Denn mittel- und langfristig sprechen einige Argumente gegen eine weitere Ölpreis-Rallye.

So dürften die USA die gestiegenen Preise nutzen, um mehr Öl zu fördern. Auch gilt das Abkommen nur für die ersten sechs Monate von 2017 – was danach passiert ist noch unklar. Sollten die OPEC-Staaten das Abkommen wie beschlossen durchsetzen, stützt das wohl zunächst den Ölpreis. Langfristig könnte es jedoch auch wieder in den Keller gehen, denn an dem Überangebot ändert sich durch den Beschluss wohl nicht wirklich etwas. So gesehen hat sich das Ölkartell gestern eher etwas Zeit gekauft – ein überraschender Coup war es trotzdem allemal.

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