RWE und E.On mit Verlust

Der geplante Deal zwischen RWE und E.On über die Zerschlagung von Innogy könnte ins Wanken geraten. Denn heute gab es Meldungen über einen weiteren Interessenten. Das hat die Aktien der beiden Energieversorger im heutigen Handel bluten lassen.

Deal zwischen RWE und E.On

RWE und E.On hatten eigentlich geplant, den deutschen Energiemarkt neu zu ordnen. Dafür wollte man die RWE-Tochter Innogy unter sich aufteilen. Durch einen umfangreichen Tausch der Geschäftsfelder sollten künftig zwei Energie-Unternehmen stehen, die sich nicht mehr in die Quere kommen. Die offiziellen Übernahmeangebote wurden für Mai erwartet. Doch dieser Deal könnte platzen, denn jetzt mischt eine weitere Partei mit.

Der Innogy SE liegt eine Anfrage für seine Geschäftsaktivitäten in der Tschechischen Republik vor. Das teilte der Konzern heute mit. Die Essener wollen dem Kaufinteressenten jetzt Buchprüfungen für diese Aktivitäten ermöglichen und auch ausgewählte Informationen zur Verfügung stellen. Des Weiteren hat man vom gleichen Interessenten zudem auch Anfragen für bestimmte Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Erneuerbare Energien, Vertrieb sowie Netz und Infrastruktur erhalten.

Macquarie ist im Gespräch

Es wurde zwar kein Name genannt, es könnte sich allerdings um den australischen Infrastrukturinvestor Macquarie handeln. Denn er ist bereits am tschechischen Gasverteilnetz von Innogy beteiligt. Der Australier ist schon seit 2012 bei Innogy an Bord. Damals hatte er sich am tschechischen Gasverteilnetzbetreiber RWE Grid Holding beteiligt, der später in Innogy überging. Seinen Anteil hatten Macquari dann noch einmal erhöht und hält momentan knapp 50%, wie eine Innogy-Sprecherin gegenüber dem „Handelsblatt“ erläuterte. Laut Aussage des Blatts will der Australier nun eine Change-of-Control-Klausel nutzen.

Innogy gilt als der führende Gasverteilnetzbetreiber in Tschechien. Denn das Unternehmen hatte im letzten Jahr dort 377.000 Strom- und 1,25 Millionen Gaskunden.

Den Aktienkursen haben diese Meldungen heute nicht gut getan. RWE und E.On gaben am Freitagnachmittag nach. RWE bewegten sich zeitweise mit einem Minus von fast 4% am Ende des DAX, E.On verloren rund 1,5%. Innogy pendelte um den Vortagesschluss herum.

%d Bloggern gefällt das: