Spotify mit guten Zukunftschancen!

Der Musik-Streaming-Dienst Spotify lässt sich heute an der New York Stock Exchange listen, und zwar mit einer ungewöhnlichen Direktplatzierung.

Rund ein Jahr nach dem Börsengang der Muttergesellschaft Snap Inc. und kurz nach Dropbox macht heute an der New Yorker Börse ein weiteres gewaltiges Tech-IPO von sich reden. Allerdings sorgt die Art und Weise, wie die Aktien emittiert werden sollen, für großes Aufsehen.

Spotify mit ungewöhnlicher Platzierung

Denn im Gegensatz zu sonst üblichen Börsengängen möchte Spotify keine neuen Aktien emittieren, sondern nur alte Aktien verkaufen. Niemand weiß also ganz genau, wie viele Papiere tatsächlich gehandelt werden. “Unsere Anteilseigner und Mitarbeiter können seit Jahren Aktien kaufen und verkaufen”, schrieb Daniel Ek dazu in einem Blog-Beitrag am Ostermontag. Ek hatte vor rund 12 Jahren das Unternehmen gegründet und will es heute auf eine größere Bühne bringen. “Aber er ändert nichts daran, wer wir sind, worum es uns geht oder wie wir arbeiten.”

Allerdings kann auch ohne die Emission neuer Aktien kein frisches Geld ins Unternehmen fließen. Man benötigt aber auch keine Konsortialbanken, die die Aktien im Vorhinein zeichnen. Somit kommt es auch zu keiner Kapitalverwässerung wie im Rahmen einer Kapitalerhöhung ohne Bezugsrechte. Potenzielle Käufer können also frühesten am ersten Handelstag die Anteilsscheine erwerben.

Diese Investoren müssen allerdings trotzdem vom Geschäftsmodell überzeugt sein, denn momentan schreibt Spotify noch rote Zahlen. In 2017 erzielte die Musikplattform zwar einen Umsatz von 4,09 Milliarden Euro. – Eine Steigerung von 39% zu 2016, denn hier lagen die Erlöse noch bei 2,95 Milliarden. – Diese traumhafte Umsatzsteigerung führte aber auch zu einem höheren Verlust. So gelang es Spotify, den Verlust von 539 Millionen Euro in 2016 auf 1,24 Milliarden Euro in 2017 mehr als zu verdoppeln.

Allerdings hat sich Spotify einiges vorgenommen und will in 2018 die 200-Millionen-Nutzer-Marke knacken. Der Chef rechnet aber weiterhin mit einem Verlust von 230 bis 330 Millionen Dollar. Dennoch hofft der Schwede auf die Gunst internationaler Investoren, wenn er am Dienstag in New York sein Unternehmen an die Börse bringt.

Gute Zukunftschancen

Denn die Investoren können darauf setzen, dass Spotify mit der Idee, Musik per Streaming-Abo unbegrenzt zu hören, den Markt neu ordnen wird. Das Unternehmen könnte in Zukunft noch viele Millionen Nutzer gewinnen und eine Menge Geld verdienen. Denn Spotify ist mit 76 Millionen zahlenden Kunden vor Amazon und Apple der klare Marktführer im Musik-Streaming. Dazu kommen über 95 Millionen Nutzer, die nicht zahlen und sich dafür regelmäßig Werbespots anhören.

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