Trump untersagt Übernahme von Qualcomm.

Der US-Präsident Donald Trump untersagte am Montag die Übernahme des Chipkonzerns Qualcomm durch Broadcom. Ein solcher Deal könne der nationalen Sicherheit der USA schaden, erklärte er. Mit rund 140 Milliarden Dollar war es der bisher teuerste Übernahmeversuch in der Technologie-Industrie.

„Die geplante Übernahme von Qualcomm durch den Käufer ist verboten, ebenso wie eine gleichwertige Fusion, Übernahme oder Übernahme, ob direkt oder indirekt“, heißt es in der Verordnung von Trump.

 Widerstand zeichnete sich ab

Der Widerstand gegen die Übernahme hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet. So leiteten vor einigen Tagen die Behörden zur Überwachung von Auslandsinvestitionen eine Untersuchung ein. Zudem ließ man Qualcomm eine möglicherweise entscheidende Aktionärssitzung verschieben. Auf dieser wollte Broadcom versuchen, sich von Aktionären die Mehrheit im Verwaltungsrat geben zu lassen.  

Blockierung folgt Empfehlung von CFIUS 

Der Schritt von Donald Trump folgte auf die Empfehlung des Ausschusses für ausländische Investitionen in die USA (CFIUS). Abgeordnete der Republikaner hatten sich ebenfalls hinter diese Entscheidung gestellt. Denn der Ausschuss hatte mehr Zeit für eine Überprüfung des Gebots verlangt.

Eine Untersuchung durch den Ausschuss habe nationale Sicherheitsbedrohungen im Zusammenhang mit der Übernahme von Qualcomm durch die in Singapur ansässige Broadcom bestätigt, zitiert „Bloomberg News“ aus einem Brief des Ausschusses. Doch nur der Präsident kann eine ausländische Übernahme aus Gründen der nationalen Sicherheit blockieren, was Trump am Montag bereits das zweite Mal seit seiner Amtsübernahme im Januar 2017 tat. 

Qualcomm und Broadcom 

Der Chiphersteller Qualcomm produziert Funkchips, die in sehr vielen Telefonen für die Verbindungen sorgen und in den Haupt-Prozessoren diverser Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android enthalten sind. Zudem arbeitet das Unternehmen auch im Auftrag von US-Behörden – was zudem als Begründung für die Sorgen um nationale Sicherheit dient. 

Der in Singapur sitzende Konzern Broadcom hatte zuletzt zugesichert, keine sicherheitsrelevanten Teile von Qualcomm an ausländische Unternehmen zu verkaufen. Zudem stellte Broadcom in den USA eine Investition von 1,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Doch das alles reichte anscheinend nicht aus, um die US-Behörden umzustimmen. Laut Medienberichten sehen sie Verbindungen von Broadcom-Tochterfirmen nach China und sind daher besorgt.

 Intel könnte profitieren 

Der Profiteur des Ganzen könnte nun der US-Konzern Intel werden, dem zuletzt in einem Bericht des “Wall Street Journal” ein Interesse an einigen Bereichen von Qualcomm nachgesagt wurde.

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