Vorstandsinterview exklusiv: Nanogate erwartet signifikantes Wachstum

Nanogate: „Signifikanter Ergebnissprung erwartet“

Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Ralf Zastrau

Umsatzziel 2016 übertroffen, weiterer Wachstumssprung voraus: Für das laufende Geschäftsjahr peilt die Nanogate AG einen Konzernumsatz von mehr als 160 Mio. Euro an. Zugleich soll das EBITDA um 50 % auf mindestens 18 Mio. Euro steigen.

„Nanogate hat sich zu einem weltweit führenden Spezialisten für designorientierte Hightech-Oberflächen und -Komponenten weiter entwickelt. Mit unserer neuen US-Tochter haben wir uns als globaler Anbieter etabliert. Unser Ziel ist es nun, die Profitabilität des Konzerns deutlich auszuweiten“, bekräftigt Nanogate-CEO Ralf Zastrau im Interview mit Börse Global.

 

Herr Zastrau, Nanogate blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. Wie fällt Ihr Fazit aus und welche Bereiche haben sich besonders positiv entwickelt? 

Ralf Zastrau / © Nanogate

Ralf Zastrau: Nanogate hat sich im vergangenen Geschäftsjahr zu einem weltweit führenden Spezialisten für designorientierte Hightech-Oberflächen und -Komponenten weiter entwickelt. Das ist – auf den Punkt gebracht – unsere Erfolgsbilanz 2016. Dazu haben viele Expansionsschritte beitragen. Im operativen Geschäft profitierten wir von einer konzernweit hohen Nachfrage, vor allem im Automobilbereich, sowie von Konsolidierungseffekten. Daher haben wir die Prognose von 105 Mio. Euro übertroffen und den Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf rund 110 Mio. Euro gesteigert. Damit haben wir unser mittelfristiges Umsatzziel von mehr als 100 Mio. Euro früher als erwartet erreicht.

Nach eigener Aussage haben Sie 2016 „erhebliche Fortschritte bei der Umsetzung ihrer Wachstumsstrategie erreicht“ und den Konzern „operativ wie strategisch in eine neue Dimension geführt“. Was waren dabei – neben dem starken Umsatzwachstum – die bedeutendsten Fortschritte?

Ralf Zastrau: Nanogate hat seine Auftragsbasis mit mehreren großen Aufträgen vergrößert. Die Projekte werden sukzessive starten und unseren Umsatz deutlich voranbringen. Wir haben damit eine hohe Visibilität für die künftige Geschäftsentwicklung. Zusätzlich zu den operativen Erfolgen haben wir unser Leistungsspektrum mit dem Start unserer neuen Technologie-Plattform N-Metals Chrome ausgeweitet, die völlig neue Möglichkeiten bei Design und Funktionalität von metallisierten Oberflächen schafft. Der Markt wartet dringend auf neue Lösungen als Ersatz für klassische galvanische Verfahren. Den wichtigsten Meilenstein hat Nanogate im Dezember erreicht: Mit unserer neuen US-Tochtergesellschaft haben wir uns als globaler Anbieter etabliert.

Sie sprechen die Übernahme der US-Gesellschaft Jay Plastics an, die Ihnen 2017 einen weiteren Wachstumssprung beschert. Welche Vorteile bringt Ihnen diese Akquisition noch, abgesehen vom erwarteten Umsatzbeitrag im zweistelligen Millionenbereich? 

Ralf Zastrau: Unsere neue Tochtergesellschaft Nanogate Jay Systems ist das Tor nach Nordamerika. Wir verbessern unseren Marktzugang erheblich, stärken das Technologie-Portfolio und haben jetzt eigene Entwicklungs- und Produktionskapazitäten im weltweit wichtigsten Markt. Nanogate hat bislang verschiedene Projekte in den USA bedient und war seit vergangenem Jahr auch mit einer Vertriebsgesellschaft vor Ort vertreten – aber jetzt stehen wir auf einer ganz anderen Stufe. Hinzu kommt: Unsere neue Beteiligung ist der größte Standort im Konzern.

Wie sieht die Nanogate AG der neuen Dimension nun konkret aus? Auf welchen Säulen ruht Ihr Geschäftsmodell? 

Ralf Zastrau: Nanogate steht auf drei starken Säulen und kann so ihre Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette unterstützen. Erstens haben wir langjährige Erfahrung bei der wirtschaftlich erfolgreichen Nutzung neuer Materialien für Oberflächen und Komponenten. Zweitens verfügen wir über umfassendes Know-how bei allen notwendigen Prozessen und Strukturen. Und drittens sind wir in der Lage, Oberflächen und Bauteile in großen Serien in perfekter Qualität effizient herzustellen. Tausende Teile werden täglich von uns gefertigt. Dieses einzigartige und integrierte Angebot ist das Erfolgsrezept – unsere Kunden bekommen bei uns One-Stop-Shopping.

Im Januar haben Sie die vollständige Übernahme Ihrer Tochtergesellschaft Nanogate PD Systems GmbH gemeldet. Welche Rolle spielt diese im Gesamtkonzern?

Ralf Zastrau: Seit unserem Einstieg haben wir den Standort zu einem integrierten Zentrum für Glazing-Anwendungen ausgebaut. Die Nachfrage nach Bauteilen aus innovativen Kunststoffen mit glasähnlichen Eigenschaften steigt so rasant, dass wir die Kapazitäten schon mehrfach erweitern mussten. Aktuell arbeiten wir am nächsten Wachstumsschritt: Denn die Nanogate PD Systems wird einen der größten Aufträge unserer Firmengeschichte verantworten. Ab 2018 werden wir Kunststoffkomponenten mit optisch hochwertigen Oberflächen an einen Automobilhersteller der Premiumklasse liefern. Der mehrjährige Auftrag hat ein kumuliertes Volumen im hohen zweistelligen Millionenbereich. 

Durch die Übernahme von Jay Plastics steigt der Auslandsanteil am Konzernumsatz weiter sprunghaft weiter an. Wie sehen Ihre weiteren internationalen Expansionspläne aus?

Ralf Zastrau: Nanogate bewegt sich in einem lukrativen Markt mit einem zugänglichen Volumen im Milliardenbereich. Da sehe ich für uns noch viel Potenzial. Wir sind mittlerweile in Europa und in den USA mit eigenen Entwicklungsteams und effizienten Produktionsanlagen vertreten und liefern überdies auch nach Asien. Insgesamt sind wir in über 30 Ländern vertreten. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von designorientierten und multifunktionalen Oberflächen und Komponenten in vielen Branchen ist Nanogate ganz auf Wachstum eingestellt. Als langjähriger Innovationspartner großer Konzerne sind wir weltweit eine gefragte Adresse.

Das Ergebnis im vergangenen Jahr war noch von hohen Transaktions- und Integrationskosten für zwei Übernahmen belastet. Wird dies auch 2017 der Fall sein? Welche Rolle spielt die Profitabilität in Ihren mittelfristigen Planungen?

Ralf Zastrau: Unser Ziel ist es, die Profitabilität des Konzerns deutlich auszuweiten. Und dabei werden wir 2017 erheblich vorankommen. Ungeachtet der erheblichen Transaktions- und Integrationskosten soll das operative Ergebnis (EBITDA) im laufenden Jahr um 50 Prozent auf mindestens 18 Mio. Euro steigen. Wir stehen also vor einem deutlichen Ergebnissprung.

Seit Monaten befindet sich die Nanogate-Aktie im Aufwärtstrend. Inwiefern versprechen Sie sich vom Wechsel in das neue Börsensegment Scale noch zusätzliche Aufmerksamkeit von Investorenseite für die Nanogate-Aktie?

Ralf Zastrau: Ich rechne mit zusätzlichem Interesse von Investoren. Einerseits möchte die Deutsche Börse verstärkt auf das neue Segment aufmerksam machen. Andererseits wurden die Kriterien verschärft, so dass in meinen Augen die Qualität der Emittenten steigt. Und von einem besseren Image für Nebenwerte dürfte sicherlich auch die Nanogate-Aktie profitieren. Da wir ohnehin die Transparenz-Anforderungen teilweise übertreffen, werden wir uns bei Nanogate intensiv mit einer Frage beschäftigen: Wann ist die Zeit reif, für einen Wechsel in den General oder Prime Standard?

Herr Zastrau, vielen Dank für das Interview.

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