VW und Prevent trennen sich – mit drastischen Folgen

Der Autokonzern VW hat angeblich seinem Zulieferer Prevent am 21. März fristlos gekündigt. Mit drastischen Folgen. Denn die Entscheidung kostet VW laut Schätzung rund 200 Millionen Euro und Prevent eine Vielzahl von Arbeitsplätzen.

Denn bei Prevent wären „bereits kurzfristig“ 700 Beschäftigte betroffen. Der Betrieb der Tochter Prevent Foamtec würde komplett eingestellt, ließ man gegenüber einer Zeitung verlauten. Gekündigt wurden langfristig laufende Verträge mit den Unternehmen ES Automobilguss aus Schönheide sowie Cartrim in Plauen und Prevent Foamtec in Stendal. In einer Pressemitteilung vom Mittwoch kommentierte Prevent, dass die Kündigung und die kurzfristige Beendigung der Lieferverträge jeder rechtlichen und ökonomischen Vernunft entbehren.

Harter Kampf zwischen VW und Prevent

Bereits in 2016 hatten Volkswagen und Prevent mit harten Bandagen einen Streit ausgetragen. Er hatte den Stillstand von VW-Werken vor allem in Wolfsburg und Emden zur Folge. Zudem gab es in Brasilien Ärger mit einer Prevent-Tochter. Dieser Streit hatte einen 160 Tage dauernden Produktionsstopp zur Folge. 140.000 Fahrzeuge weniger wurden gebaut und rund 18.000 VW-Beschäftigte in den Zwangsurlaub geschickt. Es entstand ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe.

Die Wolfsburger kommentierten die Kündigung Prevents mit: “Volkswagen ist auf eine jederzeit planbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten angewiesen. Daher würden bestehende Geschäftsbeziehungen regelmäßig überprüft. Ziel sei es, negative Auswirkungen möglicher Störungen von Lieferbeziehungen auf die eigene Produktion im Interesse unserer Kunden, Mitarbeiter, Händler und anderer Lieferanten so gering wie möglich zu halten. Im konkreten Fall haben wir deshalb entsprechende Schritte eingeleitet.”

159 Millionen für den Aufbau neuer Zulieferer

Laut eines Berichts in der  “Wirtschaftswoche” kostet VW der Ausstieg rund 200 Millionen Euro. Davon würden alleine 159 Millionen Euro benötigt, um andere Zulieferer in die Lage zu versetzen, die Prevent-Aufträge zu übernehmen. Hinzu kämen Schadenersatzforderungen in noch unbekannter Höhe. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf eine interne VW-Präsentation, die der Autokonzern allerdings nicht kommentieren wollte: “Interne Unterlagen kommentieren wir nicht”.

Hinter Prevent steht unter anderem die bosnische Investorenfamilie Hastor. Sie hatte bereits mit der gescheiterten Machtübernahme beim bayerischen Autozulieferer Grammer für Schlagzeilen und bei VW für Ärger gesorgt. Im Januar war nun bekannt geworden, dass Prevent einen weiteren Autozulieferer übernommen hatte. Die saarländische Halberg Guss, die Kurbelgehäuse, Zylinderköpfe und Kurbelwellen für Autos und Lastwagen herstellt. Zu den Kunden gehören alle großen Autohersteller, unter anderem auch VW.

%d Bloggern gefällt das: