4.099 Dollar Gold, 107 Dollar Öl – und eine Welt, die kopfsteht
Während die Straße von Hormus geschlossen ist und Ölpreise explodieren, verliert Gold massiv an Wert. Der US-Dollar und Bitcoin gewinnen als alternative Anlagen an Bedeutung.

- Gold erlebt stärksten monatlichen Verlust seit 2008
- US-Dollar profitiert von hohen Ölpreisen und robuster Wirtschaft
- Bitcoin etabliert sich als systemunabhängiges Reservevermögen
- Strategische Metalle wie Antimon gewinnen an Bedeutung
Liebe Leserinnen und Leser,
am Freitag fragte ich, ob die Diplomatie schneller arbeitet als die Eskalation. Die Antwort kam über das Wochenende – in Form eines 48-Stunden-Ultimatums. Donald Trump hat dem Iran über Truth Social die Öffnung der Straße von Hormus befohlen, andernfalls werde „all hell reign down“. Israel bereitet nach der gezielten Tötung eines iranischen Öl-Kommandeurs laut Verteidigungskreisen direkte Schläge gegen Teherans Energieinfrastruktur vor. In Kuwait brennen nach iranischen Drohnenangriffen Strom- und Entsalzungsanlagen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nvidia?
Die Straße von Hormus ist de facto geschlossen. Es ist die größte Verwerfung am globalen Ölmarkt seit über fünfzig Jahren. Wer an diesem Ostersonntag auf die Rohstoff-Terminals blickt, fühlt sich in den Herbst 1973 zurückversetzt. Eigentlich das klassische Drehbuch für eine massive Flucht in Gold. Wer dieser alten Börsenweisheit in den letzten Wochen gefolgt ist, hat allerdings viel Geld verloren.
Der sichere Hafen, der keiner mehr ist
Minus 11,3 Prozent im März. Der stärkste monatliche Rückgang seit 2008. Gold notiert bei 4.099,52 Dollar pro Unze – und damit weit unter den rund 4.680 Dollar, die am Freitag noch als Referenz galten. Ausgerechnet mitten in der schwersten geopolitischen Krise seit einer Generation schmiert das Edelmetall ab.
Die Erklärung liegt im US-Dollar. Die amerikanische Währung erlebt ein massives Comeback, getrieben durch hohe Ölpreise – Brent notiert bei rund 107 Dollar, auf Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit für 120 Dollar im April bei 69 Prozent – und starke Wirtschaftsdaten. Erinnern Sie sich an die 178.000 neuen Stellen vom Freitag? Genau diese Robustheit macht den Dollar zum Magneten für globales Kapital. Gold funktioniert in dieser Krise nicht als Schutzschild, sondern als Liquiditätsquelle: Investoren stoßen ihre Bestände ab, um Engpässe an anderer Stelle zu decken. Die Korrelation zum S&P 500 ist auf ein Fünfjahreshoch gestiegen.
Der S&P 500 selbst verzeichnete in der verkürzten Handelswoche ironischerweise den besten wöchentlichen Gewinn seit fünf Monaten. Die Wall Street blickt durch den Pulverdampf hindurch auf die florierende US-Binnenwirtschaft – während asiatische und europäische Märkte unter Energiepreisen und neuen Zoll-Drohungen einknicken.
Bitcoin: Vom Spekulationsobjekt zum Reservevermögen
Am Freitag sprach ich von der großen Rotation – Healthcare statt Hyperscaler, Qualität statt Wachstumswette. Dieses Wochenende liefert ein weiteres Kapitel dieser Verschiebung, und es spielt auf einem unerwarteten Feld.
Bitcoin rutschte nach Trumps aggressiver Rhetorik kurzzeitig unter 66.000 Dollar. Massive Liquidierungen folgten. Unter der Oberfläche vollzieht sich jedoch ein tektonischer Wandel. Am Donnerstag erhielt Coinbase von der US-Aufsichtsbehörde OCC die bedingte Genehmigung, als nationales Treuhandinstitut zu operieren. Das ist kein Randdetail. Krypto verlässt damit die regulatorische Grauzone der Einzelstaaten und betritt das Parkett des bundesregulierten Finanzsystems.
BlackRock verwaltet mittlerweile fast 150 Milliarden Dollar an digitalen Assets. Regierungen von den USA (rund 198.000 BTC) bis Bhutan bauen strategische Reserven auf. Bitcoin wird zunehmend als systemunabhängiges Reservevermögen gepreist – weniger Spekulationsobjekt, mehr digitaler Gegenentwurf zur geopolitischen Fragmentierung.
Antimon, Wismut, Tellur – die Rohstoffe, die niemand kennt
Wer sich strategisch absichern will, blickt derzeit nicht nur auf Öl oder Aluminium, sondern in die Nischen des Periodensystems. Die Strategic Metals Invest hat ihr Portfolio um Antimon, Wismut und Tellur erweitert – drei Metalle, die den Flaschenhals der modernen Kriegs- und Energiewirtschaft bilden.
Antimon steckt in Energiespeichern und Flammschutzmitteln. Tellur ist unverzichtbar für Dünnschicht-Solarmodule. Beide unterliegen strengen Exportkontrollen und stehen auf den Listen kritischer Rohstoffe der EU und der USA. Der entscheidende Punkt: Diese Metalle fallen meist nur als Nebenprodukte anderer Bergbauprozesse an. Das Angebot lässt sich bei steigender Nachfrage kaum kurzfristig ausweiten. Hier positioniert sich Kapital, das die Lieferketten-Schocks der kommenden Jahre vorwegnimmt.
2,425 Euro pro Liter – der Bumerang für Deutschland
Für uns übersetzt sich diese globale Gemengelage in eine einzige Zahl: 2,425 Euro. So viel kostet der Liter Diesel an deutschen Zapfsäulen – ein neues historisches Rekordhoch.
Diese importierte Inflation zwingt die Politik zum Handeln. In der Unions-Fraktion mehren sich über das Wochenende Stimmen, die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel komplett zu streichen. Ein verzweifelter Versuch, die Symptome einer globalen Energiekrise national abzufedern. Dass ab diesem Sonntag die neuen EU-Ökodesign-Regeln für Smartphones in Kraft treten – sieben Jahre Ersatzteilgarantie –, wirkt in diesem Kontext fast schon surreal. Die Sorgen der Verbraucher liegen woanders.
Was jetzt zählt
Wir stehen vor entscheidenden 48 Stunden. Das Ultimatum aus Washington läuft, israelische Kampfjets stehen bereit, die globalen Lieferketten halten den Atem an. Wenn die Märkte morgen früh öffnen, wird sich zeigen, ob der Dollar seinen Status als ultimativer Krisengewinner weiter ausbauen kann – oder ob die Eskalation eine Schwelle überschreitet, an der auch die Wall Street nicht mehr durch den Pulverdampf hindurchschauen kann.
Eines steht fest: Die alten Reflexe – Krise gleich Gold, Krieg gleich Crash – greifen nicht mehr. Wer sich in dieser neuen Realität zurechtfinden will, muss die Mechanik dahinter verstehen. Der Dollar ist der Gewinner, solange die US-Wirtschaft hält. Und genau das ist die offene Frage für die kommende Woche.
Für Anleger, die in diesem Umfeld nicht nur analysieren, sondern auch aktiv handeln wollen, weise ich auf das Live-Webinar „Die Cash-Rallye | 20 Cash-Trades in 10 Wochen“ hin, das am 08.04.2026 um 18:00 Uhr stattfindet. Darin wird gezeigt, wie ein System aus technischen Ausbruchssignalen (Donchian-Channel), Volumenanalyse und fundamentalen Auslösern gezielt dort anschlägt, wo gerade die größte Marktbewegung entsteht – ob in Energie, Rüstung, Rohstoffen oder Krypto. Das Konzept setzt nicht auf eine bestimmte Marktlage, sondern nutzt Volatilität als Rohstoff: Zweimal pro Woche sollen konkrete Trade-Signale geliefert werden, 20 Signale über 10 Wochen insgesamt. Wer sich fragt, wie man die aktuellen Verwerfungen an Öl-, Währungs- und Aktienmärkten systematisch für das eigene Depot nutzen kann, findet dort einen strukturierten Ansatz. Jetzt kostenlos zum Live-Webinar anmelden
Ich wünsche Ihnen trotz der unruhigen Nachrichtenlage einen ruhigen Ausklang dieses Ostersonntags und einen klaren Kopf für morgen.
Herzlichst, Ihr
Felix Baarz
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 7. April liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




