4SC: Kann die Biotech-Firma jetzt wieder durchstarten?

Das Biotechnologie-Unternehmen 4SC ist im wahren Sinn des Wortes auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Denn zum einen spiegeln die nun vorgelegten Halbjahreszahlen wider, dass man immer noch mitten in der Forschungsphase steckt, was viel Geld kostet. Zum anderen ist der vollkommen überzogene Kurssprung von Ende März nach den damals veröffentlichten Jahreszahlen nahezu komplett korrigiert worden. Was nun aber eine interessante Ausgangsbasis für neue Investments bietet.

 

© Pixabay
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Im März explodierte der Kurs von 4SC von unter 3,50 Euro auf über 7 Euro, nachdem das Unternehmen eine Umsatzsteigerung um 44% melden konnte. Doch war das vor allem einer Meilenstein-Zahlung zu verdanken gewesen, die der japanische Konzern Yakult für die Lieferung des Leberkrebs-Präparates Resminostat lieferte.

 

Vorjahreserfolg kann vorerst nicht wiederholt werden

Da eine Meilensteinzahlung in diesem Jahr bislang ausblieb, wurden die Umsatz- und Ertragszahlen entsprechend redimensioniert. So verbuchte 4SC für die ersten sechs Monate nur einen Umsatz von 2,49 Mio. Euro (Vorjahr 3,98 Mio. Euro), während der Betriebsgewinn bei minus 3,7 Mio. Euro lag (Vorjahr minus 3,87 Mio. Euro) Dabei sorgte vor allem das zweite Quartal für Druck, da sich sowohl der Verlust erhöhte als der Umsatz signifikant herunterging.

Doch als große Überraschung darf das nicht gesehen werden. Vielmehr ist darauf zu achten, wie lang denn der Atem von 4SC ist, um die geplanten klinischen Studien, insbesondere für sein aussichtsreichstes Präparat Resminostat, durchzuführen. Wie 4SC mitteilte, konnte man im ersten Halbjahr die durchschnittliche monatliche Cash-Burn-Rate von 0,65 Mio. Euro auf 90,55 Mio. Euro senken. Denn lag der Finanzmittelstand zum Halbjahresende nur noch bei kritischen 910.000 Euro.

 

4SC sichert sich Finanzierung bis 2018

Doch das gehört der Vergangenheit an. Denn 4SC hat inzwischen eine Bar- und Sachkapitalerhöhung durchgeführt, was zu einem Bruttoerlös von 29 Mio. Euro führte. Mit diesen Mitteln dürfte 4SC nach eigenem Bekunden aufgrund der bisherigen Finanzplanung mindestens bis zum Halbjahr 2018 durchfinanziert sein. Das Geld soll dabei für die Vorbereitung und Durchführung eigener klinischer Studien zu Resminostat und weiteren Krebsprogrammen eingesetzt werden.

Darüber hinaus setzt 4SC natürlich auch auf Erfolge der Studien bei Yakult, die ebenfalls Resminostat für Therapien u. a. gegen Bauspeicheldrüsenkrebs testen wollen. Gleichzeitig konnte man die in Singapur beheimatete Menarini als Lizenz- und Entwicklungspartner für den asiatisch-pazifischen Raum gewinnen. 4SC schätzt, hier Vorab- und Meilensteinzahlungen von bis zu 95 Mio. Euro und Umsatzbeteiligungen im zweistelligen Prozentbereich generieren zu können. Allerdings muss dafür das Präparat erst einmal getestet und zugelassen werden.

 

Aktie bleibt hoch spekulativ

Die Aktie von 4SC reagierte auf die aktuellen Zahlen geradezu teilnahmslos. Was sicher auch ein Stück damit zu tun hat, dass die Anleger erst noch einmal die satte Kapitalerhöhung zu verdauen haben. Doch blickt man auf die letzten 8/9 Wochen zurück, scheint sich die Marke von 4 Euro als belastbare Unterstützung etabliert zu haben.

Hinsichtlich der Perspektive kommt es nun darauf an, dass 4SC Wort hält. Denn grundsätzlich hat man dem Markt ja signalisiert, im laufenden Jahr die Forschungs-und Entwicklungskosten weiter herunterzufahren. Partner, die eigene Testreihen unternehmen, sind da sicherlich ein wichtiger Weg. Letztlich wird sich die Aktie an einem positiven Newsflow aus der Forschung messen lassen müssen und auch an einer weiteren Reduzierung der Verluste, auch wenn ein Break Even noch weit in der Ferne liegt. Auf den Trend kommt es an.

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Insofern ist 4SC sicherlich mehr etwas für spekulativ eingestellte Anleger. Mit Blick auf den oberen Rand bei 5 Euro ist hier ein interessantes Kursfrist-Trading möglich. Längerfristig aufgestellte Anleger sollten warten, bis hier ein Break geschafft wurde. Dabei kann man auch mit Stopp-Buy arbeiten.

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