90 Prozent weniger Schiffe: Wie der Hormus-Schock die Inflation zurückbringt
Der massive Einbruch des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus lässt Rohstoffpreise steigen und bringt Inflationssorgen zurück. Der DAX verliert und rutscht unter seine 200-Tage-Linie.

- Schiffsverkehr in Hormus um 90 Prozent eingebrochen
- Öl- und Gaspreise steigen, Inflationsängste kehren zurück
- DAX verliert und fällt unter wichtige Chartmarke
- Flugverbote und Evakuierungen im Nahen Osten
Liebe Leserinnen und Leser,
90 Prozent. Diese eine Zahl genügt, um zu verstehen, warum die Kurse in Frankfurt und New York in den vergangenen Stunden so nervös reagierten. Um exakt diesen Wert ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus eingebrochen – das meldet das US-Institut für Kriegsstudien (ISW). Was am Samstag als Flächenbrand am Golf begann, frisst sich nun in Echtzeit durch die Lieferketten der Weltwirtschaft.
Die Eskalation im Nahen Osten hat uns die massivste Handelsunterbrechung seit der Covid-19-Pandemie beschert. Während die Aktienmärkte den Rückzug antreten, sendet der Anleihemarkt Warnsignale, die wir sehr ernst nehmen sollten.
Der Flaschenhals der Weltwirtschaft steht still
Die Straße von Hormus ist das Nadelöhr des globalen Öl- und Gashandels. Dass der Iran laut ISW-Analyse gezielt versucht, den Verkehr dort zu stören, um den Golfstaaten die Kosten des Krieges aufzuzwingen, schlägt voll auf die Rohstoffpreise durch. Nach einer kurzen Beruhigung ziehen die Öl- und Gasnotierungen wieder massiv an.
Für die Kapitalmärkte bedeutet das ein böses Déjà-vu: Die Inflationsangst kehrt zurück. An den Anleihemärkten erlebten wir einen regelrechten Ausverkauf. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe schoss auf 2,78 Prozent – zum Wochenstart lag sie noch bei entspannteren 2,64 Prozent. Auch in den USA kletterte die Rendite der Zehnjährigen auf 4,14 Prozent. Die Logik der Investoren ist simpel, aber schmerzhaft: Wenn Energie wieder zum Preistreiber wird, könnten die Notenbanken gezwungen sein, erhoffte Zinssenkungen auf Eis zu legen.
DAX unter Druck – der Optimismus verfliegt
Diese toxische Mischung aus geopolitischer Unsicherheit und Zinssorgen hat den deutschen Aktienmarkt kalt erwischt. Der DAX beendete den Handel mit einem Minus von 0,60 Prozent bei 24.052 Punkten. Besonders bitter für Charttechniker: Der Index ist damit wieder unter die vielbeachtete 200-Tage-Linie gerutscht.
Noch am Vormittag hatten leise Gerüchte über eine mögliche iranische Verhandlungsbereitschaft beim Atomprogramm den DAX kurzzeitig über 24.350 Punkte getrieben. Doch dieser Optimismus zerschellte an der nachmittäglichen Realität und einem schwachen Dow Jones. Auch die zweite Reihe litt massiv: Der MDAX gab um 2,20 Prozent nach. Das Allzeithoch bei über 25.500 Punkten von Mitte Januar wirkt wie aus einer anderen Epoche.
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Leere Himmel und die teure Flucht
Wie real die Krise ist, zeigt ein Blick in den Luftraum. Seit nunmehr fünf Tagen herrscht über weiten Teilen des Nahen Ostens Flugverbot. Emirates und Air France haben ihre Verbindungen in die Region bis ins Wochenende hinein ausgesetzt. Wizz Air warnte bereits, dass der Konflikt den Gewinn für das Jahr 2026 schmälern wird.
Gleichzeitig läuft eine der größten Evakuierungsaktionen der jüngeren Geschichte an. Frankreich plant Rückholflüge für 400.000 Bürger in der Region. Italien hat bereits 10.000 Menschen evakuiert und schickt nun Marineeinheiten nach Zypern sowie möglicherweise SAMP/T-Luftverteidigungssysteme zum Schutz der Golfstaaten. Auch deutsche Urlauber spüren die Härte der Lage: Wer per Charterflug zurückgeholt wird, muss 500 Euro pro Person zahlen.
Das deutsche Stimmungsbild: Bedrohung und Benzinpreise
Dass diese globale Gemengelage nicht spurlos an der Psyche vorbeigeht, belegt der aktuelle ARD-Deutschlandtrend schonungslos: 77 Prozent der Deutschen fühlen sich durch die politische Weltlage bedroht – ein massiver Anstieg um 23 Prozentpunkte im Vergleich zur Zeit vor dem Ukraine-Krieg.
Die Sorgen sind auch handfest finanzieller Natur. An den Zapfsäulen kostet ein Liter Superbenzin mittlerweile 2,529 Euro, wovon allein 1,22 Euro auf Steuern entfallen. Ein schwacher Trost für Verbraucher: Ab dem 1. Juli 2026 steigen die Renten immerhin um 4,24 Prozent. Politisch profitiert von der Verunsicherung derzeit vor allem die Union, die in der Sonntagsfrage ihren Vorsprung auf die AfD auf fünf Prozentpunkte ausbauen konnte – 28 zu 23 Prozent.
Ein historischer Coup in Südamerika
Während im Nahen Osten die Schotten dichtgemacht werden, bahnt sich andernorts ein strategischer Durchbruch an: Das EU-Mercosur-Handelsabkommen gewinnt massiv an Dynamik.
Sowohl der uruguayische als auch der argentinische Senat haben dem Pakt bereits zugestimmt, der brasilianische Senat zog nach. Einzig Paraguay durchläuft noch den parlamentarischen Prozess. Hier entsteht ein gigantischer Markt von 700 Millionen Menschen. Zölle für 91 Prozent der Mercosur- und 95 Prozent der EU-Importe sollen fallen. Für Europa, dessen Industrie händeringend nach neuen Absatzmärkten sucht, ist dieses Abkommen – bei einem Handelsvolumen von rund 100 Milliarden US-Dollar allein mit Brasilien – ein strategischer Befreiungsschlag.
Was morgen wichtig wird
Der morgige Freitag wird aufschlussreich. Um 07:00 Uhr legt die Lufthansa ihre Jahreszahlen vor. Nach den massiven Luftraum-Sperrungen werden Analysten bei der Prognose für 2026 jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Um 08:00 Uhr folgt der Auftragseingang der deutschen Industrie für den Januar – ein kritischer Frühindikator für unsere heimische Wirtschaft. Um 11:00 Uhr dann die finalen Daten zum Wirtschaftswachstum der Eurozone im vierten Quartal.
Die Straße von Hormus erinnert uns daran, wie fragil die Architektur des globalen Handels bleibt. Behalten Sie in diesen volatilen Zeiten einen kühlen Kopf.
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