ABB Aktie: 20,2 Prozent EBITA-Marge im Q2

Trotz Umsatz- und Gewinnsprung belastet die Rotork-Übernahme die ABB-Aktie. Analysten senken Schätzungen, sehen aber operative Stärke.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz steigt um 14 Prozent
  • Operative Marge erreicht 20,2 Prozent
  • Rotork-Übernahme für 5,5 Milliarden Dollar
  • Hohe Liquidität für weitere Zukäufe

Starke Quartalszahlen, eine milliardenschwere Übernahme – und trotzdem gibt die Aktie nach. Bei ABB zeigt sich am Montag ein Muster, das Anleger aus vergangenen Rallyes kennen: Nach starkem Lauf wird Kasse gemacht, selbst wenn die Zahlen stimmen. Das Papier notiert bei 85,58 Euro und verliert 0,95 Prozent.

Konsolidierung nach starkem Lauf

Der Rücksetzer wirkt zunächst harmlos. Seit Jahresbeginn steht für ABB ein Plus von 34,18 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 96,36 Euro, erreicht im Juni, trennen die Aktie mittlerweile aber gut elf Prozent.

Bewertungsmodelle vom Wochenende liefern einen möglichen Grund für die Zurückhaltung. Sie deuten darauf hin, dass die Aktie nach der jüngsten Rallye kaum noch Luft nach oben hat. Einige Modelle sehen den Titel bereits leicht über seinem fairen Wert.

Analysten passen Schätzungen an

Die Erste Group hat ihre Gewinnschätzung je Aktie für 2026 leicht gesenkt: von 3,28 auf 3,25 US-Dollar. Der Marktkonsens liegt mit rund 3,61 US-Dollar deutlich darüber. Ein Grund für die vorsichtigere Einzelschätzung: die anstehende Integration von Rotork.

ABB will den britischen Spezialisten für Durchflusssteuerung für rund 5,5 Milliarden US-Dollar übernehmen. Solche Übernahmen kosten kurzfristig Geld und Managementkapazität, bevor sie Erträge bringen. Das drückt auf die Schätzungen, ändert aber nichts am operativen Bild.

Das operative Geschäft läuft rund

Und das sieht robust aus. Im zweiten Quartal steigerte ABB den Umsatz um 14 Prozent auf 9,475 Milliarden US-Dollar. Die operative EBITA-Marge kletterte auf 20,2 Prozent, der Nettogewinn lag bei 1,231 Milliarden US-Dollar.

Treiber war vor allem die Sparte Elektrifizierung mit Rekordaufträgen. Zusätzlich profitiert ABB von hoher Nachfrage aus dem Bereich Rechenzentren und Energieeffizienz – zwei Themen, die den Konzern auch im zweiten Halbjahr begleiten dürften.

Feuerkraft für weitere Zukäufe

Nach dem Verkauf der Robotics-Sparte verfügt ABB laut Management über rund 14 Milliarden US-Dollar für weitere Übernahmen. Rotork dürfte damit nicht der letzte Zukauf bleiben. Entscheidend wird sein, wie schnell und wie profitabel der Konzern diese Firepower einsetzt.

Ein Signal dafür liefert der Auftragseingang. Der lag zuletzt bei 12,042 Milliarden US-Dollar und damit über dem Quartalsumsatz – ein Book-to-Bill-Verhältnis über 1. Hält sich diese Dynamik, während gleichzeitig die Marge stabil bleibt, dürfte das dem Kurs mittelfristig mehr helfen als die aktuelle Konsolidierung schadet.

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