ABB Aktie: China-Zusagen trotz Verkauf?
Han Chen bestätigt den geplanten Transaktionsrahmen; UBS und Bernstein bewerten die ABB-Aktie weiterhin neutral beziehungsweise marktgerecht.

- ABB-Robotikverkauf verläuft laut Han Chen planmäßig
- ABB Robotics bekräftigt Zusagen für China
- UBS erwartet starke Elektrifizierungsaufträge im dritten Quartal
- UBS und Bernstein bleiben bei neutralen Bewertungen
Der Verkauf der ABB-Robotiksparte an SoftBank läuft nach Aussage von Han Chen weiter planmäßig. Das sagte der Präsident von ABB Robotics China am Mittwoch Medienberichten zufolge. Damit steht vor der für den 20. Oktober angekündigten Zahlenvorlage eine Bestätigung des vorgesehenen Transaktionszeitfensters. Die jüngsten Analysteneinschätzungen fallen unterdessen zurückhaltend aus – trotz positiver Erwartungen an das Elektrifizierungsgeschäft.
Robotiksparte bekräftigt China-Zusagen
Han Chen erklärte, der Verkauf befinde sich weiterhin innerhalb des vorgesehenen Zeitfensters. Zugleich bekräftigte ABB Robotics seine Zusagen für den chinesischen Markt. Die Aussagen verbinden damit den geplanten Eigentümerwechsel mit einem Bekenntnis zum dortigen Geschäft.
Für Anleger sind das zwei unterschiedliche Signale: Zum einen bestätigt die Aussage den planmäßigen Verlauf der Transaktion. Zum anderen unterstreicht ABB Robotics seine Zusagen für China während des laufenden Verkaufsprozesses. Ein vollzogener Verkauf wurde damit nicht gemeldet.
Die Nachricht richtet den Blick auf die Umsetzung des Konzernumbaus und nicht allein auf die nächste Ergebnisveröffentlichung. Der Verkaufsprozess und die operative Entwicklung bleiben getrennt zu beurteilen: Ein bestätigter Zeitplan sagt noch nichts darüber aus, wie stark sich Aufträge und Ergebnisse entwickeln. Dafür rückt die angekündigte Quartalsvorlage in den Mittelpunkt.
Analysten bleiben vor den Zahlen vorsichtig
UBS-Analyst Andre Kukhnin beließ ABB am Montag auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 88 CHF. Gleichzeitig erwartete er besonders starke Aufträge im Elektrifizierungsgeschäft im dritten Quartal. Die positive Auftragserwartung führte somit nicht zu einer Kaufempfehlung.
Diese Unterscheidung ist für die Einordnung wichtig: Die erwartete Geschäftsentwicklung und das Anlageurteil sind nicht gleichzusetzen. Kukhnins Aussage beschreibt eine Erwartung an die Aufträge, noch kein gemeldetes Ergebnis. Die neutrale Empfehlung bildet dazu einen vorsichtigen Gegenpol.
Bernstein Research beließ ABB am Mittwoch bei „Market-Perform“ und einem Kursziel von 80 CHF. Die zugehörige Branchenstudie ordnete den europäischen Investitionsgüterzyklus als noch relativ früh ein.
Damit steht einer grundsätzlich konstruktiven Einschätzung des Branchenzyklus ebenfalls kein offensives Anlageurteil gegenüber. Beide Häuser verbinden positive Aspekte des Geschäftsumfelds mit einer zurückhaltenden Bewertung der Aktie.
ABB hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 20. Oktober angekündigt. Der Termin liefert den nächsten konkreten Prüfpunkt für die operative Entwicklung. Im Fokus steht insbesondere, ob die gemeldeten Aufträge die hohen Erwartungen an das Elektrifizierungsgeschäft stützen. Die Bestätigung des Verkaufszeitplans ersetzt diesen operativen Nachweis nicht.
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