ABB Aktie: Moody’s-Signal verpufft?
Der Ratingausblick wurde angehoben, während ABB im dritten Quartal höhere Aufträge, Erlöse und operative Margen erzielte.

- Moody’s bestätigt bestehende Ratings
- Aufträge steigen um 40 Prozent
- Quartalsumsatz erreicht 9,70 Milliarden US-Dollar
- Operative EBITA-Marge klettert auf 20,8 Prozent
Moody’s hat den Ausblick für ABB gestern auf positiv angehoben und die bestehenden Ratings bestätigt. Damit erhält das Unternehmen nach seinen Rekordquartalszahlen ein positives Signal von der Ratingagentur. Die Aktienanleger blieben dennoch zurückhaltend: Das Papier verlor gestern -3,3%. Zwischen der Einschätzung der Kreditwürdigkeit und der Bewertung an der Börse besteht damit weiterhin ein deutlicher Unterschied.
Besserer Ausblick, unveränderte Ratings
Die Entscheidung von Moody’s ist keine Heraufstufung der Ratings. Verbessert hat sich zunächst der Ausblick. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Ein positiver Ratingausblick ist weder eine Kaufempfehlung für die Aktie noch ein Urteil darüber, ob ihr Börsenpreis angemessen ist.
Die jüngsten Geschäftszahlen liefern den operativen Hintergrund. ABB meldete am Dienstag für das dritte Quartal 2026 einen Rekordauftragseingang. Die Bestellungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 40% auf 12,06 Milliarden US-Dollar.
Damit reicht die Stärke des Quartals über die bereits erzielten Erlöse hinaus. Der Auftragseingang unterstreicht die Nachfrage nach ABB-Produkten. Er ist allerdings nicht mit bereits verbuchtem Umsatz gleichzusetzen.
Wachstum und höhere Profitabilität
Der Quartalsumsatz erhöhte sich um 14% auf 9,70 Milliarden US-Dollar. ABB erreichte damit auch bei den Erlösen einen Rekordwert.
Das Unternehmen verband das Wachstum mit einer höheren operativen Profitabilität. Die Geschäftsentwicklung beschränkt sich somit nicht auf ein größeres Auftragsvolumen. Auch die Ergebnisqualität verbesserte sich gemessen an der operativen Marge.
Die operative EBITA-Marge stieg auf 20,8%, nach 19,2% im Vorjahresquartal. Im Bereich Electrification legten die Aufträge gegenüber dem Vorjahr um 70% zu.
Besonders dynamisch blieb das Rechenzentrumsgeschäft: Die entsprechenden Aufträge wuchsen erneut im dreistelligen Prozentbereich. Dieser Teil der Nachfrage gehört damit zu den auffälligen Stärken des Quartals.
Bewertung bleibt ein eigener Prüfstein
Trotz der Rekordergebnisse berichtete L’Agefi über Sorgen hinsichtlich der Bewertung. Der positive Ratingausblick beseitigt diesen Vorbehalt nicht. Kreditwürdigkeit, operative Entwicklung und Aktienbewertung bleiben unterschiedliche Maßstäbe.
Für Aktionäre ergibt sich deshalb ein differenziertes Bild: ABB wächst kräftig und erzielt eine höhere operative Marge. Moody’s setzt zugleich mit dem verbesserten Ausblick ein positives Signal. Daraus folgt aber nicht automatisch eine attraktive Bewertung der Aktie. Die jüngsten Kursverluste zeigen, dass starke Geschäftszahlen allein derzeit nicht ausreichen, um Käufer zu überzeugen.
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