ABB Aktie: Peking stoppt den Roboter-Deal mit SoftBank

Chinas Behörden untersagten die Übernahme; ABB und SoftBank beraten über das weitere Vorgehen, während neue Bedingungen offenbleiben.

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Die Kernpunkte:
  • Chinesische Behörden untersagten die Übernahme
  • Roboterdaten gelten als mögliche Sicherheitsbedenken
  • China stellt rund 30 Prozent des Robotikgeschäfts
  • Citigroup schätzt ABBs Übernahmemittel auf fünf Milliarden

Chinas Sicherheitsprüfung stellt ABB beim geplanten Robotikverkauf vor ein grundsätzliches Hindernis: Entscheidend ist auch der Umgang mit industriellen Daten. ABB bestätigte am Donnerstag den Widerstand der chinesischen Behörden gegen die Übernahme durch SoftBank. Für Anleger steht damit neben dem Verkaufserlös die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen sich das Geschäft überhaupt übertragen lässt.

Roboterdaten als mögliche Hürde

Laut Reuters und Financial Times befürchtete Peking, dass in chinesischen Fabriken erhobene Roboterdaten ins Ausland gelangen und dort zum Training künstlicher Intelligenz dienen könnten. Eine offizielle Begründung nannten die chinesischen Behörden nicht. Die berichteten Bedenken bleiben damit eine mögliche Erklärung für die Entscheidung.

Die Untersagung kam vom Amt für die Sicherheitsprüfung ausländischer Investitionen. ABB und SoftBank führen Gespräche über das weitere Vorgehen. Neue Bedingungen oder einen neuen Zeitplan haben die Unternehmen nicht genannt.

Für ABB wäre eine Lösung vorteilhaft, sofern sie die chinesischen Sicherheitsanforderungen erfüllt und einen wirtschaftlich tragfähigen Verkauf ermöglicht. Der Engpass liegt damit bei der Genehmigungsfähigkeit der Transaktionsstruktur.

China hat erhebliches Gewicht

China ist laut Reuters der größte Einzelmarkt von ABB Robotics und steht für rund 30 Prozent des Robotikgeschäfts. Das macht eine regulatorisch akzeptierte Lösung für diesen Markt zu einem wesentlichen Bestandteil jeder Neuordnung.

Die Bedeutung reicht über den Absatz hinaus: Hauptsitz, Forschung und Produktion der Robotiksparte liegen in Shanghai. Bedenken zum Datenzugriff berühren deshalb zentrale Funktionen des Geschäfts und erschweren eine Lösung, sofern sie sich allein auf Vertriebsfragen beschränkt.

ABB Robotics erzielte 2024 einen Umsatz von 2,3 Milliarden US-Dollar und beschäftigte rund 7.000 Menschen. Damit betrifft die Verkaufsunsicherheit eine operative Einheit von erheblicher Größe.

Verkaufserlös bestimmt finanziellen Spielraum

Der vereinbarte Unternehmenswert für den Verkauf an SoftBank betrug 5,375 Milliarden US-Dollar. Ursprünglich war der Abschluss für Mitte bis Ende 2026 vorgesehen. Mit dem behördlichen Widerstand ist dieser Zeitplan unsicher geworden.

Für ABB-Aktionäre führt die regulatorische Frage unmittelbar zur Kapitalverwendung. Ein erfolgreicher Verkauf würde Mittel freisetzen; wie viel ABB tatsächlich erhält und wann das Geld verfügbar wäre, hängt vom Ausgang der Gespräche ab.

Citigroup-Analyst Martin Wilkie schätzt, dass sich ABBs verfügbare Mittel für Übernahmen durch den Stopp auf rund 5 Milliarden US-Dollar halbieren könnten. Das spricht gegen kurzfristig unveränderten Zukaufspielraum, solange der erwartete Mittelzufluss aus dem Robotikverkauf aussteht.

Den Ausschlag geben deshalb konkrete neue Vertragsbedingungen und ein genehmigungsfähiger Verkaufsweg. Für ABB spricht die fortgesetzte Suche nach einer Lösung, sofern diese den wirtschaftlichen Wert der Sparte erhält. Dagegen steht das Risiko, dass regulatorische Auflagen Erlös und Abschluss weiter belasten.

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