ABB Aktie: SoftBank-Deal mit 5,4 Milliarden abgeschlossen

ABB schließt milliardenschweren Robotik-Verkauf an SoftBank ab und kauft Advantics. Analysten sehen Aktie über ihrem fairen Wert.

Die Kernpunkte:
  • Robotik-Sparte für 5,4 Mrd. Dollar verkauft
  • Übernahme von Advantics im Bereich Stromwandlung
  • Aktie laut Analyse 26 Prozent überbewertet
  • Kurs fällt unter 50-Tage-Durchschnitt zurück

ABB rückt gleich aus mehreren Richtungen in den Blick der Anleger. Der milliardenschwere Verkauf der Robotik-Sparte an SoftBank ist unter Dach und Fach, parallel meldet der Konzern eine weitere Übernahme im Bereich Stromwandlung – und Analysten stellen zugleich die Frage, ob die Aktie nach ihrem starken Lauf noch günstig zu haben ist.

Kreditpaket für SoftBank besiegelt Milliardendeal

Ein Bankenkonsortium aus BNP Paribas, Goldman Sachs, HSBC und Mizuho hat SoftBank einen Kredit über 1,75 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt. Das Geld dient der Finanzierung der 5,4 Milliarden Dollar schweren Übernahme von ABBs Industrierobotik-Sparte, die am 22. Juli 2026 abgeschlossen wurde. Die Dollar-Tranche des Kredits wurde auf 800 Millionen US-Dollar aufgestockt, hinzu kommt eine Euro-Tranche über 825 Millionen Euro. Die Konditionen: ein Ausgabekurs von 98,5 Cent pro Dollar bei einer Marge von 4,25 Prozentpunkten über dem Referenzzins. Für ABB bedeutet der Vollzug den finalen Schritt aus dem Robotikgeschäft, das der Konzern zuvor an den japanischen Technologie- und Investmentkonzern veräußert hatte.

Advantics-Übernahme erweitert Portfolio

Nahezu zeitgleich meldete ABB eine weitere Akquisition: Der Konzern erwirbt Advantics, ein auf DC-Stromwandlung mit Siliziumkarbid-Technologie spezialisiertes Unternehmen. Finanzielle Details zu der Transaktion wurden nicht genannt, der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Die Übernahme reiht sich in eine Serie von Zukäufen ein, mit denen ABB sein Portfolio in Energie- und Antriebstechnik gezielt ausbaut.

Bewertung: Läuft der Kurs der Substanz voraus?

Während der Konzern sein Portfolio umbaut, wird die Bewertung der Aktie zunehmend hinterfragt. Nach einem Kursplus von 182,3 Prozent über fünf Jahre kommt eine Analyse zu dem Schluss, dass ABB rund 26,1 Prozent über dem mittels Discounted-Cashflow-Modell ermittelten fairen Wert von etwa 64 Schweizer Franken notiert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt demnach bei 36,2 gegenüber einem Branchenschnitt von 29,2. Als Stützen der Cashflow-Entwicklung werden Rekordaufträge, die laufende Übernahme des britischen Ventilherstellers Rotork sowie eine Investition in Gridcog genannt. Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und rechnerischem Fair Value markiert damit den Kern der aktuellen Debatte um die Aktie.

Marktreaktion

An der Börse zeigt sich diese Skepsis bereits in der Kursentwicklung der vergangenen Wochen. Die Aktie notiert aktuell bei 86,20 Euro und verliert am Berichtstag 1,21 Prozent. Damit liegt der Kurs 5,15 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 90,88 Euro – ein Hinweis darauf, dass die kurzfristige Dynamik zuletzt nachgelassen hat. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz mit einem Plus von 35,15 Prozent seit Jahresanfang dennoch deutlich positiv. Die jüngste Konsolidierung fällt damit in eine Phase, in der der Konzern operativ mit dem SoftBank-Deal und der Advantics-Übernahme aktiv sein Portfolio neu ordnet, während Analysten die erreichte Bewertung kritisch hinterfragen.

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