ABB zieht die Reißleine, erreicht die Aktie neuen Tiefpunkt?

Die ABB mit Sitz in der Schweiz kämpft seit längerem mit einigen Problemen. Besonders der niedrige Ölpreis macht dem Elektro- und Automatisierungstechnikunternehmen zu schaffen, was einige Rückschläge im Öl- und Gasgeschäft nach sich zog. Sparen ist daher angesagt.

 

© ABB
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Jetzt zog Konzernchef Ulrich Spiesshofer die Reißleine und sah sich veranlasst, die Umsatzziele bis zum Jahr 2020 zu senken. Bisher ging ABB von jährlichen Wachstumsraten von 4 bis 7% aus. Nun erwartet man nur noch ein Umsatzplus von jährlich 3 bis 6%.

 

ABB plant harte Einschnitte

Die Gründe für die Herabsetzung der Umsatzziele sind dabei vielfältig. Laut Unternehmensangaben wären da zum einen das geringe Wachstum der Weltwirtschaft und der weiterhin niedrige Ölpreis. Zum anderen jedoch auch die langsamere Entwicklung in den Schwellenländern, allen voran in China.

Neben bereits angekündigten Maßnahmen zur Kostensenkung und geplanten Restrukturierungen hat sich Ulrich Spiesshofer nun zum Ziel gesetzt, bis Ende 2017 zusätzlich 1 Mrd. Dollar allein in der Verwaltung zu sparen. Damit dürfte das Zittern der Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz verbunden sein. Vor allem in der Zentrale in Zürich stehen viele Stellen zur Disposition. Eine genaue Anzahl im Hinblick auf den Stellenabbau gab ABB bisher nicht bekannt.

 

Konzernumbau hat begonnen

Darüber hinaus wird es in der Zukunft anstelle von bisher fünf nur noch vier Sparten geben. Auch das Portfolio der Sparte Stromnetze wird derzeit einer gründlichen strategischen Prüfung unterzogen. ABB schloss jedoch einen Verkauf der Sparte oder eine Aufspaltung zum jetzigen Zeitpunkt aus.

Forderungen des neuen Großaktionärs Cevian soll es bisher nicht geben. Dieser höre bisher, so Spiesshofer, dem Management nur zu.

 

Aktie weiter im Abwärtstrend

Die Aktie von ABB befindet sich weiter in einem Abwärtstrend. Vor nicht ganz zwei Monaten konnte der Konzern einige neue Großaufträge vermelden, was zu einem kurzfristigen Anstieg des Aktienkurses führte. In der Folge ging es jedoch weiter gen Süden.

Der Tiefpunkt bei 15,79 Euro wurde am so genannten Schwarzen Montag erreicht, als der Großteil der Unternehmensaktien unter die Räder kam. Zwar konnte die Aktie von ABB in der Folge diesen Einbruch wieder wettmachen, musste danach aber wieder abgeben. Im gestrigen Tagesverlauf gelang den Papieren ein Plus von mehr als 2%.

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Es ist jedoch damit zu rechnen, dass dieses Plus heute nach dieser Meldung vollständig wieder einkassiert wird. Mit derzeit 16,96 Euro liegt der Wert nah an der wichtigen Marke bei 17,00 Euro. Bleibt abzuwarten, ob die eingeleiteten Maßnahmen von ABB greifen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist hier eher Vorsicht angesagt.

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