Abbott: 21 Milliarden für Exact Sciences
Abbott Laboratories verzeichnet operative Erfolge, doch die Aktie fällt auf ein Zehnjahrestief. Grund sind die Kosten der Exact-Sciences-Übernahme.

- Aktie erreicht niedrigsten Stand seit zehn Jahren
- Operatives Geschäft zeigt starke Wachstumszahlen
- Übernahme von Exact Sciences belastet Gewinnprognose
- Dividende steigt bereits im 54. Jahr in Folge
21 Milliarden Dollar für Exact Sciences – und die Aktie fällt auf ein Zehnjahrestief. Dabei läuft das operative Geschäft von Abbott Laboratories besser denn je. Ein klarer Fall von Marktübertreibung oder berechtigter Skepsis?
Die Übernahme belastet den Gewinn
Die Integration von Exact Sciences läuft. Der Zukauf soll im laufenden Jahr rund drei Milliarden Dollar zusätzlichen Umsatz bringen. Doch die Finanzierung kostet. Abbott senkte die Gewinnprognose für 2026 auf 5,38 bis 5,58 Dollar je Aktie. Zuvor waren bis zu 5,80 Dollar in Aussicht gestellt. Grund: die Kreditkosten der Akquisition und eine erwartete Verwässerung von 0,20 Dollar je Aktie.
Im ersten Quartal setzte Abbott 11,16 Milliarden Dollar um. Der bereinigte Nettogewinn stieg um 5,4 Prozent auf 2,02 Milliarden Dollar. Das operative Geschäft trägt also – trotz Übernahmelast.
Medizingeräte wachsen zweistellig
Das Zugpferd des Konzerns läuft rund. Die Sparte Medical Devices steigerte den organischen Umsatz im ersten Quartal um 13,2 Prozent. Es war bereits das zwölfte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum.
Besonders stark:
– Elektrophysiologie: plus 16,7 Prozent
– Rhythmusmanagement: plus 17,0 Prozent
– Diabetes Care: plus 13,8 Prozent
Die Übernahme von Exact Sciences soll zudem das Diagnostikgeschäft stärken. Abbott will seine globale Laborinfrastruktur nutzen, um Onkologie-Produkte schneller zu skalieren.
Aktie auf Talfahrt
Das Kursniveau spricht eine andere Sprache. Mit 70 Euro notiert das Papier rund 42 Prozent unter dem Jahreshöchststand von 120,90 Euro. Auf Jahressicht beträgt das Minus 41 Prozent. Das KGV liegt bei etwa 17,7 – der niedrigste Wert seit einem Jahrzehnt.
In der Vergangenheit markierten solche Niveaus oft schwere Krisen. Diesmal steht dahinter eine Wachstumsstrategie, die der Markt mit temporärer Ergebnisverwässerung bestraft. Die Frage ist, ob Anleger die operative Stärke wieder stärker gewichten.
Dividende steigt – wie seit 54 Jahren
Abbott bleibt ein verlässlicher Dividendenzahler. Die jüngste Erhöhung auf 0,63 Dollar je Quartal ist die 54. in Folge. Bei aktuellen Kursen ergibt sich eine Rendite von knapp drei Prozent. Die Ausschüttungsquote bleibt mit rund 45 Prozent moderat. Das lässt Raum, um den Milliardenzukauf zu stemmen und gleichzeitig die Dividendenhistorie fortzuschreiben.
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