Abbott: EPS-Prognose auf 5,45–5,60 Dollar erhöht

Abbott Laboratories übertrifft mit starkem Diagnostikgeschäft die Markterwartungen und erhöht die Jahresprognose für den Gewinn je Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Gewinn je Aktie übertrifft Analystenschätzungen
  • Diagnostiksparte mit 42 Prozent Umsatzplus
  • Jahresprognose für bereinigten EPS angehoben
  • Cybersicherheitsvorfall in der Diagnostik-Sparte

Das US-amerikanische Gesundheitsunternehmen Abbott Laboratories hat im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen des Marktes übertroffen und infolgedessen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr nach oben korrigiert. Getrieben wurde die Entwicklung primär durch eine deutliche Umsatzsteigerung in der Diagnostiksparte sowie ein solides Wachstum im Bereich der Medizintechnik. Während das Unternehmen operativ zulegen konnte, rückten zugleich Berichte über einen Cybervorfall in den Fokus.

Diagnosegeschäft befeuert Umsatzwachstum im zweiten Quartal

Im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte Abbott einen bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) von 1,31 US-Dollar. Damit lag das Ergebnis über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,28 US-Dollar. Wie Reuters berichtet, stieg der Gesamtumsatz auf 12,59 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Prognose von 12,5 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich die Diagnostiksparte, deren Erlöse um 42 Prozent auf 3,09 Milliarden US-Dollar kletterten.

Innerhalb dieses Segments leistete der Bereich Onkologie einen Beitrag von 919 Millionen US-Dollar. Auch die Sparte für Medizintechnik verzeichnete Zuwächse und steigerte den Umsatz um 9 Prozent auf 5,85 Milliarden US-Dollar. Das organische Umsatzwachstum des Gesamtkonzerns bezifferte das Unternehmen auf 4,8 Prozent. Trotz der positiven operativen Zahlen belasteten gestiegene Finanzierungskosten die Bilanz: Der Zinsaufwand erhöhte sich deutlich von zuvor 50 Millionen auf nun 299 Millionen US-Dollar.

An der Börse spiegelte sich die operative Stärke zuletzt in einer Erholung wider. Mit einem Schlusskurs von 87,34 Euro notiert die Aktie aktuell etwa 10,96 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 78,71 Euro. Vom bisherigen 52-Wochen-Hoch, das am 19. September 2025 bei 115,82 Euro markiert wurde, liegt sie jedoch noch knapp 24,59 Prozent entfernt.

Optimierter Ausblick und strategische Initiativen

Basierend auf der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr hob das Management die Prognose für das bereinigte EPS im Gesamtjahr 2026 an. Abbott erwartet nun einen Wert zwischen 5,45 und 5,60 US-Dollar, nachdem zuvor eine Spanne von 5,38 bis 5,58 US-Dollar in Aussicht gestellt worden war. CEO Robert Ford wies im Zuge der Ergebnispräsentation Bedenken bezüglich der Einschreibungszahlen im Rahmen des Affordable Care Act (ACA) zurück und betonte die Stabilität des Geschäftsmodells.

Parallel zur finanziellen Berichterstattung treibt der Konzern seine internationale Expansion voran. Im Bereich der klinischen Ernährung unterzeichnete Abbott Nutrition International eine dreijährige Absichtserklärung mit dem Gesundheitsministerium von Kambodscha. Diese Kooperation, die bis zum Jahr 2029 läuft, sieht die Entwicklung nationaler Leitlinien für die Krankenhausernährung sowie umfassende Schulungsprogramme für medizinisches Personal vor, um die Patientenversorgung vor Ort zu verbessern.

Untersuchung eines Cybersicherheitsvorfalls

Abseits der operativen Erfolge sah sich das Unternehmen im Juli mit Sicherheitsfragen konfrontiert. Medienberichten zufolge untersucht Abbott einen Vorfall, bei dem unbefugte Akteure Zugriff auf interne Systeme der Krebsdiagnostik-Sparte erlangt haben sollen. Die Gruppe ShinyHunters beanspruchte die Verantwortung für diesen Zugriff, der bereits am 16. Juli 2026 identifiziert wurde.

Nach Angaben des Unternehmens wurde der Vorfall umgehend eingedämmt. Erste Analysen ergaben, dass es keine Auswirkungen auf die direkte Patientenversorgung oder die laufende Produktion gab. Während die internen Untersuchungen zur Klärung des genauen Umfangs noch andauern, betonten Sicherheitsverantwortliche, dass die Integrität der kritischen Infrastruktur gewahrt blieb. Anleger reagierten auf diese Meldung zunächst zurückhaltend, wobei der Fokus der Marktteilnehmer weiterhin auf der starken Performance des Kerngeschäfts und der angehobenen Jahresprognose lag.

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