AbbVie Aktie: 10 Milliarden für Apogee-Übernahme

AbbVie sichert sich mit überzeichneter Anleihe Kapital für die Apogee-Akquisition und übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen.

Die Kernpunkte:
  • Anleihe über zehn Milliarden Dollar platziert
  • Übernahme von Apogee Therapeutics geplant
  • Immunologie-Sparte treibt Umsatzwachstum
  • Analysten erhöhen Kursziele für AbbVie

Der US-Biopharmakonzern AbbVie treibt seine Expansionspläne mit einer milliardenschweren Kapitalmaßnahme voran. Wie am gestrigen Mittwoch bekannt wurde, hat das Unternehmen eine neunteilige Senior-Anleihe im Gesamtvolumen von 10 Milliarden US-Dollar erfolgreich am Markt platziert. Die Erlöse aus dieser Transaktion sollen primär zur Finanzierung der geplanten Übernahme von Apogee Therapeutics verwendet werden, deren Gesamtwert auf rund 10,9 Milliarden US-Dollar beziffert wird. Die Anleihe stieß auf ein enormes Investoreninteresse, wobei die Nachfrage Berichten von Bloomberg News zufolge ein Volumen von etwa 63 Milliarden US-Dollar erreichte.

Die Emission umfasst verschiedene Tranchen mit Laufzeiten zwischen zwei und 40 Jahren, wobei die Kupons eine Spanne von 4,5 bis 6,1 Prozent abdecken. Der Abschluss der Transaktion ist für den 18. August vorgesehen. Durch die hohe Überzeichnung konnte AbbVie die Konditionen für die am längsten laufende Tranche attraktiver gestalten als ursprünglich geplant. Diese finanzielle Flexibilität folgt auf einen starken Geschäftsverlauf im zweiten Quartal 2026, in dem der Konzern die Markterwartungen übertreffen konnte.

Starke Quartalsergebnisse durch Immunologie-Sparte

Im zweiten Quartal erzielte AbbVie einen Umsatz von 16,99 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) belief sich auf 3,65 US-Dollar und lag damit über dem Analystenkonsens von 3,61 US-Dollar. Besonders die Immunologie-Sparte erwies sich erneut als Wachstumsmotor. Die Erlöse in diesem Segment stiegen um 15,1 Prozent auf 8,786 Milliarden US-Dollar.

Maßgeblich für diesen Erfolg waren die Medikamente Skyrizi und Rinvoq, die das rückläufige Geschäft mit dem ehemals meistverkauften Medikament Humira mehr als kompensieren konnten. Skyrizi verzeichnete ein Umsatzplus von 24,4 Prozent auf 5,505 Milliarden US-Dollar, während Rinvoq um 24,5 Prozent auf 2,525 Milliarden US-Dollar zulegte. Auch der Bereich der Neurowissenschaften entwickelte sich mit einem Plus von 20,3 Prozent auf 3,228 Milliarden US-Dollar sehr dynamisch. Aufgrund der Kosten im Zusammenhang mit der Apogee-Akquisition passte das Management die EPS-Prognose für das Gesamtjahr 2026 leicht auf 13,87 bis 14,07 US-Dollar an.

Fortschritte in der Pipeline und regulatorische Erfolge

Neben den Finanzdaten konnte AbbVie in der laufenden Woche wichtige regulatorische Meilensteine vermelden. Am Dienstag gab das Unternehmen bekannt, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA einen ergänzenden Zulassungsantrag (sBLA) für Botox Cosmetic zur Behandlung der Masseter-Prominenz (Kiefermuskel-Hypertrophie) zur Prüfung angenommen hat. Im Falle einer Zulassung wäre dies die erste und einzige Neurotoxin-Indikation für diesen Bereich in den USA und bereits die fünfte ästhetische Anwendung für das Präparat.

Parallel dazu erhielt AbbVie eine positive Empfehlung der kanadischen Arzneimittelagentur CDA-AMC für die öffentliche Erstattung von Ubrelvy. Das Medikament wird zur Akutbehandlung von Migräne bei Erwachsenen eingesetzt. Die Empfehlung stützt sich auf Daten aus den Phase-3-Studien ACHIEVE I und II. Diese Fortschritte in der Pipeline unterstreichen die Strategie des Unternehmens, seine Abhängigkeit von einzelnen Blockbustern durch eine breitere Diversifizierung in den Bereichen Ästhetik und Neurowissenschaften zu verringern.

Analysten sehen weiteres Kurspotenzial

Die Analysten reagierten überwiegend positiv auf die jüngsten operativen und strategischen Entwicklungen. Cantor Fitzgerald erhöhte das Kursziel für die Aktie am gestrigen Montag von 265 auf 285 US-Dollar und bestätigte die Einstufung mit „Overweight“. Auch die Erste Group Bank hob ihre Einschätzung an und stuft das Papier nun mit „Buy“ ein, nachdem sie zuvor eine neutrale Haltung eingenommen hatte. Der Markt konsolidiert derweil die jüngsten Gewinne; heute notiert die Aktie bei 214,80 Euro, was einem moderaten Zuwachs von 1,03 Prozent entspricht.

Trotz der kurzfristigen Belastungen durch die Finanzierungskosten der Übernahme sehen Experten in der Übernahme von Apogee Therapeutics einen wichtigen Schritt für die langfristige Wachstumsstory des Unternehmens, das derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 374,93 Milliarden Euro aufweist. Die Integration neuer Wirkstoffkandidaten in die Immunologie-Pipeline soll helfen, die Marktführerschaft in diesem Kernbereich über das laufende Jahrzehnt hinaus zu festigen.

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