AbbVie Aktie: Durchbruch-Doppelschlag!

Telisotuzumab Adizutecan erhält zwei FDA-Sonderstatus; zugleich erreicht eine AbbVie-Genmab-Kombination in Phase 3 ihren primären Endpunkt.

Die Kernpunkte:
  • FDA verleiht Telisotuzumab zwei Sonderstatus
  • Kombination senkt Progressions- oder Sterberisiko um 51 Prozent
  • AbbVie setzt Jahresgewinnspanne auf 13,76 bis 13,96 Dollar
  • JUVMO-Zulassung für Parkinson erfolgte Ende September

Am Mittwoch erhielt AbbVie von der US-Gesundheitsbehörde FDA zwei Sonderstatus für sein Prüfpräparat Telisotuzumab Adizutecan. Das unter der Bezeichnung Temab-A sowie dem Entwicklungscode ABBV-400 geführte Antikörper-Wirkstoff-Konjugat sicherte sich den Status als sogenannte Durchbruchtherapie. Die Auszeichnung gilt sowohl für die Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs als auch für nicht-kleinzelligen Lungenkrebs.

Der von der FDA vergebene Status soll die Entwicklung und behördliche Prüfung von Medikamentenkandidaten beschleunigen, die bei schwerwiegenden Krankheiten deutliche Vorteile gegenüber bisherigen Behandlungsansätzen versprechen. Für AbbVie bedeutet der Schritt eine Bestätigung der klinischen Entwicklung in zwei weit verbreiteten Tumorarten mit hohem medizinischem Behandlungsbedarf.

Robuste Studiendaten bei Blutkrebs

Bereits am Montag meldete das Pharmaunternehmen gemeinsam mit Genmab einen wichtigen Etappensieg in der Hämatologie. In der klinischen Phase-3-Studie EPCORE DLBCL-2 erreichte die Kombination aus Epcoritamab und dem Therapiestandard R-CHOP ihren primären Endpunkt. Untersucht wurden neu diagnostizierte Patienten mit diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom, die einen Risikowert von zwei bis fünf auf dem internationalen prognostischen Index aufwiesen.

Die Kombinationstherapie senkte das Risiko für ein Fortschreiten der Krebserkrankung oder den Tod um 51 % im Vergleich zur Standardbehandlung. Das Ansprechen unterstreicht das Potenzial von Epcoritamab, sich in früheren Behandlungslinien aggressiver Lymphomerkrankungen zu etablieren.

Einmaleffekt dämpft die Gewinnprognose

Parallel zu den Studienerfolgen passte AbbVie am Montag seine kurzfristige Gewinnprognose an. Hintergrund sind bilanzielle Belastungen im Zusammenhang mit Vorsteuerkosten für erworbenes Forschungs- und Entwicklungsvermögen sowie vertragliche Meilensteine. Diese Einmalaufwendungen belaufen sich auf geschätzte 216 Millionen $.

Der erwartete Vorsteueraufwand verringert den bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie um voraussichtlich 0,11 $. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management infolge der Neuberechnung eine Gewinnspanne von 13,76 bis 13,96 $ je Aktie an.

Solide Verfassung am Aktienmarkt

Anleger zeigten sich von den bilanziellen Sonderkosten unbeeindruckt und honorierten vor allem die Fortschritte in der klinischen Pipeline. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 246,80 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,6 % entspricht. Damit liegt der Kurs nur 0,4 % unter seinem bisherigen 52-Wochen-Hoch.

Flankiert wird die Onkologie-Entwicklung durch Erfolge in anderen Indikationsgebieten. Ende September erteilte die FDA die Marktzulassung für JUVMO (Tavapadon) zur oralen Behandlung erwachsener Patienten mit Parkinson-Krankheit. Nach Unternehmensangaben handelt es sich dabei um den ersten und einzigen selektiven D1/D5-Rezeptor-Agonisten für diese Erkrankung, dessen Verfügbarkeit auf dem US-Markt für Oktober 2026 vorgesehen ist.

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