AbbVie Aktie: Etentamig geht zur FDA

In der Phase-3-Studie erzielte Etentamig höhere Ansprechraten als Standardtherapien; die FDA hat noch nicht über den Antrag entschieden.

Die Kernpunkte:
  • Zulassungsantrag für Etentamig eingereicht
  • Ansprechen von 74 Prozent erreicht
  • Weniger Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen
  • Schwere Infektionen traten häufiger auf

AbbVie hat bei der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für Etentamig beantragt. Der Antikörper soll Erwachsenen mit rezidiviertem oder therapieresistentem Multiplem Myelom helfen. Der Konzern setzt damit im Onkologiegeschäft auf einen Kandidaten, der sich auch in der ambulanten Versorgung einsetzen lassen soll.

Was hinter dem Antrag steckt

Etentamig ist ein BCMA-gerichteter bispezifischer T-Zell-Engager der zweiten Generation. Er wird intravenös verabreicht, nach einer einzelnen Aufdosierung folgt eine Gabe alle vier Wochen. AbbVie sieht darin einen Vorteil für Praxen außerhalb großer Zentren. Bisherige BCMA-Therapien kämpfen mit Nebenwirkungen wie dem Zytokinfreisetzungssyndrom und aufwendiger Überwachung, was ihre breite Anwendung bremsen kann.

Grundlage der Einreichung ist die globale Phase-3-Studie CERVINO mit 393 Patienten. Sie hatten mindestens zwei Vortherapien erhalten und waren gegen drei Wirkstoffklassen exponiert. Verglichen wurde Etentamig mit ausgewählten Standardtherapien.

Daten: Ansprechrate deutlich höher

Das Ansprechen lag bei 74,0 Prozent, in der Vergleichsgruppe bei 45,7 Prozent. Das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung oder den Tod sank um 60 Prozent. Beide Werte waren die dualen primären Endpunkte der Studie, beide verfehlten die statistische Signifikanz nicht.

Bei der Verträglichkeit zeichnet sich ein gemischtes, aber insgesamt günstiges Bild. Studienabbrüche wegen Nebenwirkungen waren mit 3,6 Prozent deutlich seltener als unter Standardtherapie mit 14 Prozent. Schwere Zytokinfreisetzungssyndrome gab es bei Patienten mit einer einzelnen Aufdosierung nicht, alle Fälle waren Grad 1 oder 2.

Ein Wermutstropfen: Infektionen der Grade 3 und 4 traten unter Etentamig häufiger auf, bei 27,7 Prozent gegenüber 19,2 Prozent. Tödliche Infektionen kamen dagegen seltener vor, nämlich bei 1,5 Prozent statt 3,1 Prozent.

Einordnung und Termine

Der Antrag unterstreicht AbbVies Anspruch, ein breites Portfolio gegen das Multiple Myelom aufzubauen. Ob die FDA den Antrag annimmt und wann sie entscheidet, hat das Unternehmen bislang nicht mitgeteilt. Die endgültigen Gesamtüberlebensdaten gehören zu den wichtigen sekundären Endpunkten, die weiter ausgewertet werden.

Am selben Tag meldete die Tochter Allergan Aesthetics die Gewinnerinnen ihres Förderprogramms Confidence Collective, das Gründerinnen mit je 20.000 Dollar unterstützt. Für die Bewertung der Aktie spielt das kaum eine Rolle. Die Onkologie-Pipeline dürfte dagegen stärker ins Gewicht fallen.

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