AbbVie Aktie: Gewinnprognose wegen Sonderkosten gesenkt
Einmalaufwendungen drücken AbbVies Gewinnspanne für das Gesamtjahr; Tavapadon soll noch im Oktober in den USA starten.

- Bereinigtes Jahresziel auf 13,76 bis 13,96 US-Dollar gesenkt
- Drittes Quartal mit niedrigerem Ergebnis erwartet
- Tavapadon soll im Oktober verfügbar werden
- Quartalszahlen folgen am 30. Oktober
Der US-Pharmakonzern AbbVie hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Ursächlich für die Anpassung sind Einmalaufwendungen für erworbene Forschungsprojekte sowie Meilensteinzahlungen. Anleger blicken damit auf leicht reduzierte Zielmarken für das Gesamtjahr.
An den Finanzmärkten sorgte der Schritt kaum für Verunsicherung: Der gestrige Schlusskurs lag bei 237,00 Euro, was einem Zuwachs von 1,5 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Handelstag entsprach. Die Aktie bewegte sich damit in unmittelbarer Nähe ihres jüngsten Hochs.
Investoren bewerten die Aufwendungen vor allem als Begleitkosten einer kontinuierlichen Zukauf- und Entwicklungsstrategie. Sonderbelastungen für einlizenzierte Wirkstoffe und Kooperationen treten in der forschungsintensiven Pharmabranche regelmäßig auf, sobald vereinbarte Entwicklungsabschnitte erreicht oder Übernahmen bilanziell erfasst werden.
Belastungen durch Meilensteine im dritten Quartal
Der bereinigte Jahresgewinn sinkt auf 13,76 bis 13,96 US-Dollar je Aktie, verglichen mit der bisherigen Zielspanne von 13,87 bis 14,07 US-Dollar.
Das Management stellte klar, dass potenzielle Meilensteinzahlungen nach dem dritten Quartal nicht in der Prognose enthalten sind. Da sich derartige Verpflichtungen zeitlich und finanziell schwer vorhersagen lassen, passt der Konzern seine Zielvorgaben jeweils anlassbezogen an, sobald Transaktionen wirksam werden.
Für das abgelaufene dritte Quartal rechnet das Unternehmen infolge des Nettoeffekts von 0,11 US-Dollar je Aktie mit einem bereinigten Ergebnis von 3,73 bis 3,77 US-Dollar. Ursprünglich war die Konzernführung von 3,84 bis 3,88 US-Dollar je Anteilsschein ausgegangen.
Pipeline-Fortschritte stützen die Aussichten
Parallel zu den bilanziellen Belastungen treibt AbbVie den Ausbau seines Medikamentenportfolios voran. Das Parkinson-Medikament Tavapadon gelangte über die milliardenschwere Übernahme von Cerevel Therapeutics in die Pipeline des Konzerns und soll noch im laufenden Monat auf dem US-Markt verfügbar sein.
Fokus auf anstehende Quartalszahlen
Detaillierten Aufschluss über die finanzielle Verfassung und den Einfluss der Sondereffekte erhalten Marktteilnehmer am 30. Oktober vor Börsenöffnung, wenn AbbVie seine endgültigen Quartalsergebnisse vorlegt.
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