Abivax Aktie: D.E. Shaw mit 1,36-Prozent-Short

Abivax verzeichnet gegenläufige Investorensignale: Neue Short-Position belastet, während Großanleger aufstocken. FDA billigt Zulassungsstrategie für Obefazimod.

Die Kernpunkte:
  • D.E. Shaw eröffnet Short-Position
  • TCG Crossover erhöht Anteil auf 7%
  • FDA billigt Zulassungsweg für Obefazimod
  • Quartalszahlen für September angekündigt

Die Aktie des Biotech-Unternehmens Abivax sah sich in der vergangenen Handelswoche mit verstärkten Aktivitäten institutioneller Investoren konfrontiert.

Während die Offenlegung einer neuen Short-Position für Verkaufsdruck sorgte, meldete ein bedeutender institutioneller Investor gleichzeitig den Ausbau seiner Beteiligung. Anleger reagierten verunsichert auf diese gegensätzlichen Signale, was den Kurs des Unternehmens weiter unter sein bisheriges Jahreshoch drückte.

Short-Position und Großaktionär im Fokus

Laut einer Meldung an die französische Finanzmarktaufsicht AMF vom vergangenen Dienstag hat die Investmentgesellschaft D.E. Shaw & Co., L.P. eine Netto-Leerverkaufsposition in Höhe von 1,36 % der Abivax-Anteile aufgebaut. Mit einer solchen Position setzt der institutionelle Akteur auf fallende Kurse. Diese Nachricht belastete die Stimmung am Markt zusätzlich, nachdem der Wert bereits über einen längeren Zeitraum unter Volatilität gelitten hatte.

Fast zeitgleich wurde jedoch bekannt, dass andere Investoren ihr Engagement deutlich ausgeweitet haben. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom vergangenen Donnerstag meldeten TCG Crossover und Chen Yu ein wirtschaftliches Eigentum an insgesamt 6.007.834 American Depositary Shares (ADSs).

Dieser Bestand entspricht einem Anteil von 7,0 % an den insgesamt ausstehenden Stammaktien von Abivax. Das Unternehmen informierte zudem am vergangenen Mittwoch darüber, dass das Grundkapital zum 31. Juli insgesamt 87.253.797 Aktien umfasste, womit 88.512.554 theoretische Stimmrechte verbunden waren.

Zulassungsverfahren für Obefazimod bleibt zentral

Trotz der Unruhe auf der Aktionärsebene konzentriert sich die operative Arbeit von Abivax weiterhin auf die Markteinführung des Medikamentenkandidaten Obefazimod. Das Präparat wird zur Behandlung von moderater bis schwerer Colitis ulcerosa entwickelt.

Wie das Unternehmen vor gut einer Woche bestätigte, hat die US-Gesundheitsbehörde FDA die Strategie für den Zulassungsantrag (New Drug Application, NDA) gebilligt. Abivax plant demnach weiterhin, den vollständigen Antrag bis zum Ende des Jahres 2026 einzureichen.

Dieser Fortschritt im Zulassungsprozess ist für das Unternehmen von entscheidender Bedeutung, da das Vertrauen der Investoren Anfang Juni schwer erschüttert worden war. Damals war der Aktienkurs innerhalb weniger Tage um rund 44 % eingebrochen.

Hintergrund waren Daten aus einer Phase-3-Erhaltungsstudie, in der in der 50-mg-Dosierungsgruppe vermehrt Fälle von nicht-melanomem Hautkrebs und anderen bösartigen Erkrankungen aufgetreten waren. Die Bestätigung des Zulassungsweges durch die FDA gilt daher als wichtiger Meilenstein, um die Sicherheitssignale in den regulatorischen Kontext einzuordnen.

Erwartungen an die Quartalszahlen und Marktbewertung

Anleger blicken nun auf den 21. September, wenn Abivax voraussichtlich seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorlegen wird. Diese Zahlen dürften weiteren Aufschluss über die finanzielle Reichweite des Unternehmens geben, während die klinische Entwicklung von Obefazimod voranschreitet.

In der Zwischenzeit wird das Papier von technischen Analysten kritisch beobachtet, wobei Medienberichten zufolge die kurzfristige Dynamik derzeit eher zur Vorsicht mahnt.

An der Börse beendete die Aktie den Handel am Freitag bei einem Kurs von 104,00 Euro. Damit liegt der Wert derzeit rund 25 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 3. Juli bei 139,10 Euro markiert wurde. Die aktuelle Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich auf 9,16 Milliarden Euro.

Während die Unterstützung durch Großinvestoren wie TCG Crossover das langfristige Potenzial unterstreicht, bleibt die Aktie durch die Short-Positionen und die Nachwirkungen der Studiendaten aus dem Juni anfällig für Schwankungen.

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