Abivax Aktie: Jefferies kappt Kursziel radikal
Abivax-Aktie bricht nach Phase-3-Studie zu Obefazimod ein. Krebsfälle bei höherer Dosis belasten die Zulassungsperspektiven.

- Kurssturz von über 30 Prozent
- Krebsfälle in 50-Milligramm-Gruppe
- Jefferies senkt auf Hold
- Zulassungsverfahren unter Druck
Ein Medikament, das gleichzeitig Hoffnung macht und Alarm schlägt — diese Konstellation hat Abivax heute in eine der schwierigsten Situationen seiner Unternehmensgeschichte manövriert.
Der Kurs des französischen Biotechs sackte an der Pariser Euronext zeitweise um mehr als 30 Prozent ab. Das ist ein bemerkenswerter Absturz für eine Aktie, die in den vergangenen zwölf Monaten noch rund 1.100 Prozent zugelegt hatte.
Starke Wirksamkeit, gefährliche Nebenbefunde
Auslöser ist eine Phase-3-Erhaltungsstudie zu Obefazimod, dem zentralen Wirkstoff gegen Colitis ulcerosa. Die Wirksamkeitsdaten sind eindrucksvoll: Bei beiden getesteten Dosierungen — 25 und 50 Milligramm täglich — erreichten rund die Hälfte der Patienten eine klinische Remission. Die Placebogruppe lag deutlich darunter. Für ein Indikationsfeld, in dem moderate Effekte die Norm sind, gelten solche Werte als herausragend.
Das Problem sitzt im Sicherheitsprofil der höheren Dosis. In der 50-Milligramm-Gruppe wurden mehrere Krebserkrankungen dokumentiert — darunter Prostata-, Brust-, Darm- und Hautkrebs. Diese Fälle traten ausschließlich in dieser Gruppe auf, nicht in der Placebogruppe und nicht bei der niedrigeren Dosierung. Die Studienverantwortlichen weisen darauf hin, dass betroffene Patienten teils hohes Alter oder Vorerkrankungen hatten, die das Krebsrisiko grundsätzlich erhöhen. Ein kausaler Zusammenhang mit dem Medikament ist damit nicht bewiesen — aber auch nicht ausgeschlossen.
Jefferies zieht die Reißleine
Der Markt wartet nicht auf Gewissheit. Jefferies stufte den Abivax ADR von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 160 auf 90 US-Dollar. Die Begründung ist aufschlussreich: Unabhängig davon, ob sich der Krebssignal als kausal erweist oder nicht, dürfte er einen strukturellen Bewertungsabschlag erzeugen. Investoreninteresse, kommerzielle Aussichten und strategische Optionen — etwa Übernahmefantasien, die zuletzt den Kurs befeuert hatten — stehen nun unter Druck.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Jefferies sieht auch kurzfristig keinen neuen Kurstreiber. Regulatorische Fragen, mögliche Advisory-Committee-Prüfungen und potenzielle Warnhinweise könnten die Aktie noch Monate lang belasten.
Was jetzt zählt
Der Fall zeigt das klassische Dilemma später Biotech-Phasen: Was in frühen Studien noch als statistisches Rauschen gilt, wird in der Zulassungsphase zum prüfungsrelevanten Sicherheitssignal. Für Abivax entscheidet sich nun, wie überzeugend das Unternehmen die Krebsfälle gegenüber den Behörden einordnen kann — und ob die Regulatoren das akzeptieren.
Die nächsten entscheidenden Schritte liegen beim Zulassungsverfahren: Fordert die FDA ein Advisory Committee oder zusätzliche Sicherheitsdaten, würde das den Zeitplan für Obefazimod erheblich verzögern. Eine regulatorische Entwarnung hingegen könnte das Sicherheitsthema schnell in den Hintergrund drängen — und einen Teil des heutigen Kursverlusts wieder aufholen.
Abivax-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Abivax-Analyse vom 3. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Abivax-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Abivax-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Abivax: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




