Abivax Aktie: Jefferies senkt Rating auf Hold

Abivax präsentiert überzeugende Langzeit-Wirksamkeit von Obefazimod bei Colitis ulcerosa, doch Sicherheitsbedenken zu Malignomen drücken den Aktienkurs deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Hohe Remissionsraten nach 44 Wochen
  • Sicherheitsbedenken zu Malignomen gemeldet
  • Analysten stufen Aktie herab
  • Institutionelle Anleger erhöhen Bestände

Das Pariser Biopharma-Unternehmen Abivax hat neue Langzeitdaten zu seinem führenden Medikamentenkandidaten Obefazimod (ABX464) vorgelegt. Die Ergebnisse der kombinierten Phase-2b/3-Studie zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa zeigen eine hohe Wirksamkeit nach einer Behandlungsdauer von 44 Wochen. Dennoch reagierte der Markt empfindlich auf Details zum Sicherheitsprofil der Studie, was die jüngste Kursentwicklung des Unternehmens maßgeblich beeinflusste.

Überzeugende Wirksamkeit bei Colitis ulcerosa

Die klinischen Daten belegen eine signifikante Überlegenheit von Obefazimod gegenüber dem Placebo. In der Untersuchung erreichten 50,8 Prozent der Patienten in der 25-Milligramm-Dosierungsgruppe und 51,3 Prozent in der 50-Milligramm-Gruppe eine klinische Remission. Im Vergleich dazu lag die Remissionsrate in der Placebo-Gruppe lediglich bei 10,4 Prozent. Damit hat das Medikament den primären Endpunkt der Studie erreicht und die Erwartungen vieler Experten an die Wirksamkeit übertroffen.

Obefazimod ist darauf ausgelegt, chronisch-entzündliche Erkrankungen durch einen neuartigen Wirkmechanismus zu adressieren. Die nun vorliegenden 44-Wochen-Daten untermauern das Potenzial des Wirkstoffs als mögliche Behandlungsoption für Patienten, die auf herkömmliche Therapien nicht ausreichend ansprechen. Medienberichten zufolge plant das Unternehmen, die Zulassung bei der US-Gesundheitsbehörde FDA bis Ende 2026 zu beantragen.

Sicherheitsbedenken belasten das Anlegervertrauen

Trotz der starken Wirksamkeitsdaten wurde die Meldung von Berichten über seltene maligne Tumore (Malignome) überschattet. In der Studie traten vereinzelte Fälle von bösartigen Erkrankungen auf, darunter auch Nicht-Melanom-Hautkrebs. Abivax ordnete diese Ereignisse als nicht behandlungsbedingt ein und verwies auf das Alter der betroffenen Patienten sowie allgemeine Risikofaktoren. Dennoch lösten diese Sicherheitsaspekte erhebliche Verkäufe aus.

An der Börse spiegelte sich diese Unsicherheit deutlich wider. Am gestrigen Freitag schloss das Papier bei 107,80 Euro. Damit notiert die Aktie derzeit etwa 22,50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 139,10 Euro, das erst Anfang Juli erreicht worden war. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Minus von 10,61 Prozent, was den Druck verdeutlicht, unter dem der Titel seit dem Aufkommen der Sicherheitsbedenken steht.

Analystenreaktionen und institutionelle Positionierung

Die Reaktionen der Analysehäuser auf die neuen Daten fielen geteilt aus. Während die klinische Stärke von Obefazimod anerkannt wird, führten die Sicherheitsrisiken zu Herabstufungen. Die Analysten von Jefferies senkten ihr Rating für Abivax auf „Hold“ und reduzierten das Kursziel auf 90 US-Dollar. Auch das Bankhaus Wedbush stuft die Aktie nun mit „Neutral“ ein und nannte ebenfalls ein Kursziel von 90 US-Dollar. Im Gegensatz dazu liegt der breitere Marktkonsens noch bei einem „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 156,50 US-Dollar, wobei viele dieser Schätzungen die jüngsten Ereignisse noch nicht vollständig widerspiegeln dürften.

Auf der Ebene der institutionellen Anleger zeigt sich hingegen weiterhin Aktivität. Avidity Partners Management LP erwarb im ersten Quartal 2026 eine Position von 10.000 Aktien im Wert von rund 1,11 Millionen US-Dollar. Auch andere Hedgefonds wie TCG Crossover und UBS bauten ihre Bestände zuletzt aus. Insgesamt befinden sich 47,91 Prozent der Anteile in den Händen institutioneller Investoren. Finanziell meldete Abivax für das erste Quartal einen Verlust je Aktie von 0,71 US-Dollar, was besser ausfiel als die von Analysten erwarteten minus 0,94 US-Dollar. Der Umsatz lag mit 1,56 Millionen US-Dollar ebenfalls über den Schätzungen.

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