ABO Energy Aktie: 600-MW-Elektrolyse in Oulu geplant

ABO Energy vereinbart in Oulu bis zu 600 MW Elektrolyseleistung und veräußert Anlagen in Deutschland sowie Beteiligungen in Osteuropa.

Die Kernpunkte:
  • Kooperation für Wasserstoffprojekt in Oulu
  • Bis zu 600 MW Elektrolyseleistung geplant
  • Hünfelder Wasserstoff-Hub an Tyczka verkauft
  • Polnische und ungarische Töchter veräußert

Am vergangenen Mittwoch gab ABO Energy den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit der finnischen Stadt Oulu bekannt. Ziel der Partnerschaft ist die Entwicklung einer großskaligen Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff.

Die Planung sieht vor, die Elektrolysekapazität am Standort in zwei bis drei Ausbaustufen auf insgesamt bis zu 600 Megawatt (MW) zu steigern. Das Vorhaben markiert einen bedeutenden Schritt in der internationalen Strategie des Unternehmens, Kapazitäten für synthetische Energieträger in Nordeuropa zu sichern.

Im Rahmen der Vereinbarung wird zudem die Produktion von E-Methanol sowie e-SAF, einem nachhaltigen Flugkraftstoff, geprüft. Diese Ausrichtung zielt darauf ab, die Dekarbonisierung in Sektoren voranzutreiben, die technologisch schwer auf rein elektrische Antriebe umzustellen sind. Für ABO Energy stellt das Projekt in Oulu eine Skalierung seiner bisherigen Aktivitäten im Bereich der Power-to-X-Technologien dar.

Strategische Neuausrichtung und Projektverkäufe

Parallel zu den Expansionsplänen in Skandinavien treibt das Unternehmen die Verwertung bestehender Infrastrukturprojekte voran. Ende August wurde der Verkauf des Wasserstoff-Hubs im hessischen Hünfeld an Tyczka Hydrogen abgeschlossen.

Die Anlage ist bereits in Betrieb und produziert zertifizierten grünen Wasserstoff, der vorrangig zur Betankung von Bussen und Lastkraftwagen genutzt wird. Der Hub umfasst neben dem Elektrolyseur eine eigene Tankstelle sowie eine Anlage zur Trailer-Abfüllung.

Dieser Verkauf folgt der Logik, sich verstärkt auf die Projektentwicklung zu konzentrieren und gleichzeitig Liquidität aus bereits realisierten Anlagen zu schöpfen. Ergänzend dazu unterstützt ABO Energy die technische Weiterentwicklung im Windsektor.

Medienberichten vom Freitag zufolge beteiligt sich das Unternehmen an der praktischen Erprobung eines mobilen Anti-Kollisionssystems für Windenergieanlagen. Hierbei stellt der Projektentwickler Standorte zur Verfügung und koordiniert die technische Kommunikation mit den Anlagenbetreibern, um die Sicherheit der Anlagen im Betrieb zu erhöhen.

Portfolio-Bereinigung in Osteuropa

Der Umbau des Konzernportfolios wird auch durch einen geografischen Rückzug deutlich. Vor rund einem Monat vereinbarte ABO Energy den Verkauf seiner Tochtergesellschaften in Polen und Ungarn an den griechischen Versorger PPC S.A. Teil dieses Pakets ist eine umfangreiche Entwicklungspipeline mit einer Kapazität von rund 2 Gigawatt.

Zudem gingen fünf operative Solarprojekte mit einer Gesamtleistung von 82 Megawatt sowie ein weiteres, kurz vor der Fertigstellung stehendes Solarprojekt in den Besitz der Käufer über.

Das Unternehmen gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass der Verkauf der Landesgesellschaften die geplanten Restrukturierungs- und Finanzierungslösungen nicht beeinträchtigt. Vielmehr dient der Schritt der Konzentration auf Kernmärkte und der Optimierung der Bilanzstruktur.

An der Börse konnten die operativen Neuigkeiten den jüngsten Abwärtstrend der Aktie bisher nicht stoppen. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnete das Papier einen Kursrückgang von 10 %.

Mit einem Schlusskurs von 3,35 € am Freitag beziffert sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens derzeit auf 30,48 Millionen €. Anleger beobachten nun, ob die Fortschritte bei den Wasserstoff-Großprojekten und die Erlöse aus den Verkäufen mittelfristig für eine Stabilisierung des Kursniveaus sorgen können.

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