ABO Energy Aktie: Bundesnetzagentur bezuschlagt drei Windprojekte
Die Bundesnetzagentur vergab ABO Energy drei Windvorhaben; ihre Inbetriebnahme ist für 2028 bis Anfang 2029 vorgesehen.

- Drei Windprojekte erfolgreich bezuschlagt
- Gesamtkapazität von 102,2 Megawatt
- Anlagenstart ab Mitte 2028 vorgesehen
- ABO-Energy-Aktie verlor am Freitag 3,0 Prozent
ABO Energy hat bei der bundesweiten Ausschreibung für Windenergie an Land einen Zuteilungserfolg verbucht. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, erhielt es bei der August-Ausschreibung der Bundesnetzagentur den Zuschlag für drei Windenergieprojekte.
Die Vorhaben umfassen eine Gesamtkapazität von 102,2 Megawatt. Bis zur Einspeisung vergeht allerdings noch Zeit: Die Inbetriebnahme der Anlagen ist im Zeitraum zwischen Mitte 2028 und Anfang 2029 vorgesehen.
Der Zuteilungserfolg trifft auf ein Unternehmen im Umbau. Erst am 15. September vereinbarte ABO Energy den vollständigen Verkauf seines argentinischen Projektportfolios an die Novva-Gruppe.
Dieses Paket beinhaltet Vorhaben mit einer Entwicklungsleistung von insgesamt 3,17 Gigawatt. Nach einer anstehenden Due-Diligence-Prüfung soll der Verkauf in den nächsten Monaten über ein verbindliches Share Purchase Agreement rechtswirksam abgeschlossen werden.
Strategische Anpassungen und Restrukturierung
Der Rückzug aus Argentinien reiht sich in eine Kette von Maßnahmen ein, mit denen das Unternehmen auf vorherige Belastungen reagiert. Vor über einem Monat hatte ABO Energy infolge eines Kapitalverlusts eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen müssen.
Vor gut drei Wochen folgten weitere Schritte: Neben einer Finanzierungslösung für das Unternehmen meldete die Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt auch den Verkauf und eine Kooperation bei einem Wasserstoffprojekt.
Sinkende Preise und Warnungen des Branchenverbands
Während ABO Energy neue Kapazitäten aufbaut, steht die gesamte Branche vor spürbarem Margendruck. Der Bundesverband WindEnergie stufte die Ergebnisse der August-Ausschreibung am 17. September als Beleg für einen anhaltend intensiven Wettbewerb bei Windenergie an Land ein. Aus Sicht des Verbandes führen die Gebotsrunden zu spürbar sinkenden Zuschlagswerten für die beteiligten Akteure.
Zusätzlicher Gegenwind droht von regulatorischer Seite. Am Donnerstag warnte der Bundesverband WindEnergie öffentlich davor, dass die anstehende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und das geplante Netzanschlusspaket den Ausbau der Windenergie empfindlich ausbremsen könnten. Der Branchenverband richtete die Forderung an die Politik, die gesetzten Ausbauziele konsequent abzusichern und neue Hürden für Unternehmen abzuwenden.
Marktkapitalisierung spiegelt verhaltene Stimmung wider
An den Finanzmärkten sorgten die Zuschläge der Bundesnetzagentur bislang für keine nachhaltige Trendwende. Die Aktie von ABO Energy ging am Freitag mit einem Abschlag von 3,0 Prozent bei 3,10 Euro aus dem Handel. Auf diesem Niveau beläuft sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf 29,78 Millionen Euro.
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