ABO Energy Aktie: Entscheidung am Montag

Die Anleihegläubiger von ABO Energy stimmen über ein gesenktes Restrukturierungsquorum ab, während das Unternehmen einen Rekordverlust von 170 Millionen Euro für 2025 erwartet.

Die Kernpunkte:
  • Entscheidende Gläubigerabstimmung mit gesenkter Hürde
  • Erwarteter Jahresfehlbetrag von 170 Millionen Euro
  • Aktienkurs verlor über 90 Prozent vom Höchststand
  • Zuschläge für neue Solarparks als positives Signal

Am Montag, den 9. März, treffen sich die Anleihegläubiger von ABO Energy zur wohl wichtigsten Abstimmung in der fast 30-jährigen Firmengeschichte. Nach einem gescheiterten ersten Anlauf im Februar entscheidet sich in Wiesbaden, ob der angeschlagene Projektierer für erneuerbare Energien die nötigen Restrukturierungsmaßnahmen umsetzen kann. Diesmal ist die Hürde niedriger – doch der Ausgang bleibt ungewiss.

Zweiter Versuch mit gesenktem Quorum

Beim ersten Abstimmungsversuch im Februar scheiterte das Vorhaben trotz Stimmenmehrheit am fehlenden Quorum: Nur 38 Prozent des ausstehenden Anleihekapitals beteiligten sich, erforderlich waren 50 Prozent. Für die Gläubigerversammlung am Montag wurde die Beschlussfähigkeitsschwelle nun auf 25 Prozent gesenkt.

Die Tagesordnung umfasst vier zentrale Punkte: Aufhebung der Negativverpflichtung, die derzeit die Aufnahme neuer Kredite blockiert. Abschaffung des Kündigungsrechts bei Umschuldungsverhandlungen. Befristete Aussetzung weiterer Kündigungsrechte bis Ende Mai. Und die Bestellung eines gemeinsamen Vertreters für alle Anleihegläubiger.

Ohne Zustimmung bleiben die Finanzierungswege verstopft – und das geplante Sanierungskonzept kann nicht greifen.

170 Millionen Euro Verlust – die schwerste Krise

ABO Energy erwartet für 2025 erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Jahresfehlbetrag: rund 170 Millionen Euro bei einer Konzerngesamtleistung von 230 Millionen Euro. Noch im November lag die Verlustprognose bei 95 Millionen Euro, bevor die Geschäftsführung Mitte Januar erneut deutlich nach unten korrigieren musste.

Haupttreiber der Schieflage ist der deutsche Heimatmarkt. Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen führten zu drastisch gesunkenen Einspeisevergütungen und erodierten Margen. Hinzu kommen Wertberichtigungen auf Projekte in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn sowie Projektverschiebungen ins laufende Jahr.

Die Börse reagierte gnadenlos: Die Aktie stürzte vom 52-Wochen-Hoch bei 45,20 Euro im Juli auf ein Tief von 4,25 Euro im Februar – ein Minus von mehr als 90 Prozent. Die Anleihe 2024/2029 notiert bei etwa 16 Prozent des Nennwerts.

Solar-Zuschläge als Lichtblick

Parallel zur Krise meldet ABO Energy operative Erfolge. Das Unternehmen sicherte sich in der jüngsten Bundesnetzagentur-Ausschreibung Zuschläge für drei Solarparks mit insgesamt 50 Megawatt Leistung in Schlangenbad, Ober-Olm und Schieder-Schwalenberg. Baubeginn ist für Herbst 2026 geplant.

Die Ausschreibung war mit 5.247 MW Geboten bei 2.328 MW ausgeschriebenem Volumen deutlich überzeichnet. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 5,00 Cent pro Kilowattstunde. Insgesamt konnte ABO Energy 2025 Zuschläge für rund 107 MW Solarkapazität erzielen.

Rückkehr in die Gewinnzone geplant

Die Geschäftsführung setzt auf ein Effizienz- und Transformationsprogramm, das bereits 2026 wieder zu einem positiven Konzernergebnis führen soll. Kernstück der Strategie ist die Umstellung auf ein Betreibermodell als Independent Power Producer. Das Projektportfolio umfasst eine Pipeline von rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten, mehr als ein Drittel davon in Deutschland und Frankreich.

Für die operative Umsetzung wurde Hübner Management als CRO-Team eingebunden. Seit dem 23. Januar besteht eine Stillhaltevereinbarung mit wesentlichen Gläubigern, die Zeit für die Erarbeitung eines tragfähigen Sanierungskonzepts schaffen soll.

Am Montag zeigt sich, ob die Anleihegläubiger diesen Weg mitgehen. Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 ist für den 22. Juni geplant, die Hauptversammlung für den 13. August.

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