Abo-Offensive, Robotaxi-Premiere, Preiskampf — fünf Auto-Aktien im Stresstest
Tesla setzt auf FSD-Abos, XPeng startet Robotaxi-Produktion. Geely, Schaeffler und Steyr Motors zeigen unterschiedliche Strategien im Mobilitätssektor.

- Tesla: FSD nur noch im Abo
- XPeng startet Robotaxi-Serienproduktion
- Geely unterbietet eigenen Vorverkaufspreis
- Schaeffler überrascht mit Q1-Zahlen
Teslas Full Self-Driving gibt es in Europa nur noch im Abo. XPeng lässt das erste in Serie gefertigte Robotaxi vom Band rollen. Und Geely kontert BYD mit einem aggressiv bepreisten Plug-in-Hybrid. Die Woche hat gezeigt, wie unterschiedlich die Strategien im Mobilitätssektor ausfallen — und wie weit die Bewertungsspannen zwischen den einzelnen Spielern auseinanderklaffen.
Tesla: FSD nur noch per Monatsabo — und ein Rückruf ohne Software-Fix
Der Einmalkauf von Full Self-Driving ist in Europa Geschichte. Seit dem 22. Mai bietet Tesla die Funktion ausschließlich als Monatsabo an — 99 Euro in der EU, 99 Pfund in Großbritannien. Nordamerika hatte den Schritt bereits Anfang 2026 vollzogen. Europa zieht nun nach.
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Der strategische Kalkül dahinter ist klar: Wiederkehrende Einnahmen statt einmaliger Zahlungen. Die jährlichen FSD-Abo-Erlöse haben die Marke von 500 Millionen US-Dollar bereits überschritten. Mit dem europäischen Rollout dürfte diese Zahl spürbar steigen, zumal Tesla im ersten Quartal 2026 bereits 1,28 Millionen aktive FSD-Abonnenten zählte.
Gleichzeitig sorgte ein Rückruf für Schlagzeilen: 14.575 Model-Y-Fahrzeuge in den USA müssen wegen eines fehlenden Zertifizierungslabels in die Werkstatt. Ungewöhnlich für Tesla — ein Over-the-Air-Update hilft hier nicht. Die Aktie schloss am Freitag bei 367,05 Euro, rund 12 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, liegt auf Monatssicht aber gut 10 % im Plus.
Die Q1-Zahlen hatten zuvor den Boden bereitet: Ein Gewinn je Aktie von 0,41 US-Dollar übertraf die Konsensschätzung von 0,36 US-Dollar. Die Bruttomarge im Automobilsegment verbesserte sich deutlich auf 21,1 %. Services und FSD-Erlöse sprangen um 42 % auf 3,75 Milliarden US-Dollar.
XPeng: Chinas erstes Serien-Robotaxi rollt in Guangzhou vom Band
XPeng hat im Mai einen Meilenstein gesetzt. In Guangzhou startete die Serienproduktion des ersten Robotaxis eines chinesischen Autobauers. Vollständig fahrerlose Einsätze peilt das Unternehmen für Anfang 2027 an.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Parallel verhandelt XPeng über den Kauf einer europäischen Fabrik — Gespräche mit Volkswagen und anderen Herstellern laufen. Während europäische Konzerne Werke abstoßen, nutzt XPeng die Gelegenheit zur Expansion.
Am 28. Mai stehen die Q1-Zahlen an. Die Erwartungen sind hoch, denn im vierten Quartal 2025 hatte XPeng erstmals überhaupt einen Nettogewinn erzielt. Die Bruttomarge verbesserte sich im Gesamtjahr auf 18,9 %. Ob sich dieser Trend fortgesetzt hat, wird der Markt genau prüfen.
Die Aktie notiert bei 13,40 Euro — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 12,88 Euro, das erst vergangene Woche markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 23 %. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel von rund 24 US-Dollar impliziert allerdings knapp 60 % Aufwärtspotenzial. Die Diskrepanz zwischen Kursniveau und Analystenerwartung ist bemerkenswert.
Geely: Starshine 7 unterbietet den eigenen Vorverkaufspreis
Geelys Produktoffensive nimmt Fahrt auf. Der Galaxy Starshine 7 kam diese Woche in China zu Preisen zwischen 98.800 und 129.800 Yuan auf den Markt — das Einstiegsniveau liegt damit unter dem im April kommunizierten Vorverkaufspreis von 106.800 Yuan.
Die technischen Eckdaten setzen ein Signal im hart umkämpften Segment der elektrifizierten Limousinen:
- Antrieb: Thor-Hybrid-System der zweiten Generation mit 1,5-Liter-Motor
- Systemleistung (AWD): 312 kW bei 526 Nm, 0–100 km/h in 5,4 Sekunden
- Elektrische Reichweite: 220 km (CLTC) mit 28,3-kWh-Batterie
- Besonderheit: Elektrischer Allradantrieb und adaptive Dämpfer — im Preissegment unter 20.000 US-Dollar unüblich
Gegen BYDs Qin L und Seal 06 positioniert sich der Starshine 7 über Größe und Ausstattungstiefe. Die „One Geely“-Strategie zeigt sich auch auf der Auto China 2026: Neben dem Starshine 7 feierte dort das Galaxy-Light-Konzeptfahrzeug der zweiten Generation Premiere, der A7 debütierte als Elektro- und Plug-in-Version, und der lang erwartete Geely Cruiser wurde vorgestellt.
Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen allerdings rund 20 % verloren und notiert bei 2,14 Euro. Galaxy verkaufte im April 62.933 Fahrzeuge — ein marginales Plus zum Vormonat, aber ein Rückgang von über 14 % im Jahresvergleich. Der Starshine 7 trifft damit in eine Stabilisierungsphase, in der Geely dringend frische Impulse braucht. Alle 29 Analysten stufen die Aktie dennoch mit „Kaufen“ ein.
Schaeffler: Führungskontinuität und E-Mobility-Wachstum nach Q1-Überraschung
Schaeffler hat am 22. Mai die Vertragsverlängerung von Personalvorständin Astrid Fontaine bis Ende 2031 bekanntgegeben. In einem Unternehmen mit 110.000 Mitarbeitern mitten im Transformationsprozess ist personelle Stabilität auf Vorstandsebene kein Randthema.
Die eigentliche Nachricht der vergangenen Wochen liegt aber in den Q1-Zahlen. Schaeffler übertraf die Erwartungen deutlich: Der Gewinn je Aktie lag bei 0,06 Euro — eine positive Überraschung von 237 % gegenüber der Konsensschätzung von knapp 0,02 Euro. Der Umsatz erreichte 5,76 Milliarden Euro und übertraf die Prognose ebenfalls.
Die E-Mobility-Sparte wuchs um 6 % und entwickelt sich zum Wachstumstreiber im Portfolio. Zusätzlich öffnet sich ein neues Feld: Im Bereich humanoide Robotik hat Schaeffler fünf Verträge gesichert, erste Serienanläufe werden für das zweite Quartal 2026 erwartet. Relevante Umsätze aus der Robotik sollen ab 2027 folgen.
Die Jahresprognose steht: 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro Umsatz bei einer EBIT-Marge von 3,5 bis 5,5 %. Der Kurs liegt aktuell bei 10,90 USD und sprang am Freitag um knapp 6 %. Die Volatilität bleibt mit annualisiert über 105 % außergewöhnlich hoch.
Steyr Motors: Analysten sehen enormes Potenzial — Kurs gibt nach
Der österreichische Motorenspezialist hat am 20. Mai seine Q1-Zahlen vorgelegt und steckt in einer Konsolidierungsphase. Nach einem Kursrückgang von drei Tagen in Folge notierte die Aktie zwischenzeitlich bei 36,04 Euro, erholte sich dann aber auf 37,90 Euro.
Am Freitag schloss Steyr Motors bei 37,22 Euro — ein Minus von gut 3 % an diesem Tag und rund 6 % im Monatsvergleich. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 63,40 Euro beträgt mittlerweile über 41 %.
Die Fundamentaldaten erzählen eine andere Geschichte. Das Jahr 2025 brachte zweistelliges Umsatzwachstum, und der Auftragsbestand — getrieben vor allem durch unbemannte Überwasserfahrzeuge und mobile Energieeinheiten — bleibt robust. Die Guidance für 2026 und 2027 ist unverändert optimistisch.
Das Analysten-Kursziel von durchschnittlich 61,67 Euro impliziert ein Aufwärtspotenzial von über 63 %. Alle drei abdeckenden Analysten vergeben ein „Strong Buy“. Die Kluft zwischen Marktbewertung und Experteneinschätzung ist bei kaum einem anderen Titel im Sektor so groß.
Autonomie-Monetarisierung trifft auf strukturellen Wandel
Quer durch die fünf Titel kristallisieren sich zwei Leitthemen heraus. Tesla und XPeng versuchen jeweils, ihre Technologieinvestitionen in wiederkehrende Cashflows umzuwandeln — der eine über Abonnements, der andere über Robotaxi-Massenproduktion. Geely setzt auf Produktbreite und aggressive Preisgestaltung im chinesischen Heimatmarkt.
Schaeffler und Steyr Motors bedienen die Zulieferer- und Komponentenebene der Transformation. Der eine mit milliardenschwerem Umsatz navigiert den Übergang vom Verbrenner zur E-Mobilität. Der andere reitet als Nischenspezialist auf den Rückenwind aus Verteidigung und Marine.
XPengs Q1-Bericht am 28. Mai wird der nächste harte Datentest für die chinesischen E-Mobilitätswerte. Für Tesla bleibt die Frage offen, wie schnell die europäische FSD-Monetarisierung an Fahrt gewinnt — und ob Cybercab, Tesla Semi und Megapack 3 im Laufe des Jahres tatsächlich in die Volumenproduktion gehen. Schaefflers Robotik-Ambitionen könnten ab dem zweiten Quartal erste konkrete Umsatzsignale liefern. Und bei Steyr Motors wird der Auftragsbestand zeigen müssen, ob das massive Analystenvertrauen gerechtfertigt ist.
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