ABO Wind: 16,4 MW Tarifzuschläge gesichert
Der Projektierer rutscht tief in die roten Zahlen, verliert seinen Finanzchef und treibt dennoch den Wandel zum Stromproduzenten voran.

- Rekordverlust von 170 Millionen Euro
- CFO verlässt Unternehmen sofort
- Anleihegläubiger stimmen Sanierung zu
- Neue Windprojekte in Deutschland geplant
Erster Jahresverlust in fast 30 Jahren, ein abrupter CFO-Abgang und ein Strategiewechsel, der erhebliches Kapital erfordert — ABO Wind steckt in einer Zerreißprobe. Das Wiesbadener Unternehmen will sich vom Projektierer zum unabhängigen Stromproduzenten wandeln. Ausgerechnet jetzt.
Verlust, Stillstand, Neuanfang
Für 2025 erwartet ABO Wind einen Verlust von rund 170 Millionen Euro. Überzeichnete Windkraftauktionen drückten die Einspeisevergütungen. Wertberichtigungen von 35 Millionen Euro und Projektverschiebungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn kamen erschwerend hinzu.
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Das formale Fundament für den Umbau steht trotzdem. Bei einer Gläubigerversammlung Anfang März stimmten die Inhaber der Anleihe 2024/2029 mit über 99 Prozent für die Sanierungsmaßnahmen. Das setzt eine wichtige Schutzklausel bis Ende 2026 aus und erlaubt ABO Wind wieder die Teilnahme an Tarifausschreibungen. Eine Stillhaltevereinbarung mit wesentlichen Kreditgebern läuft seit Januar 2026 — sie gibt Luft, erzeugt aber auch Druck.
Operative Fortschritte, strukturelle Lücke
Das Tagesgeschäft zeigt erste Lebenszeichen. In einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur sicherte sich das Unternehmen Tarifzuschläge für Windparkerweiterungen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg — insgesamt 16,4 Megawatt, Inbetriebnahme für Herbst 2027 geplant. Neue Baugenehmigungen im Saarland und in Nordrhein-Westfalen bringen weitere 35 Megawatt. Das Portfolio genehmigter Windprojekte in Deutschland wächst damit auf rund 650 Megawatt.
International läuft der Liquiditätsaufbau. In Kanada verkaufte ABO Wind Projektrechte für ein 63-Megawatt-Windprojekt in New Brunswick. In Spanien unterzeichnete das Unternehmen seinen ersten Owner’s-Engineering-Vertrag für ein Solarprojekt eines Dritten.
Das strukturelle Problem bleibt: Finanzgeschäftsführer Alexander Reinicke verließ das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Er war seit 2022 CFO und zuvor zwei Jahrzehnte im Haus. Gründe nannte das Unternehmen nicht. Das verbleibende Führungsteam übernimmt seine Aufgaben kommissarisch — mitten in einer laufenden Restrukturierung, bei der Kreditgeber auf personelle Kontinuität achten.
Drei Termine entscheiden
Das Zeitfenster ist eng. Bis September 2026 folgen drei Schlüsseldaten:
- 22. Juni: Geprüfter Jahresabschluss 2025
- 13. August: Hauptversammlung in Wiesbaden
- 1. September: Halbjahreszahlen 2026
Der Jahresabschluss ist der erste echte Test. Er zeigt, wie vollständig die bilanziellen Schäden verarbeitet sind — und welcher Spielraum für die weitere Sanierung bleibt. Die Aktie notiert aktuell bei 5,92 Euro, rund 39 Prozent über dem Jahrestief von 4,25 Euro. Das Vertrauen der Investoren ist fragil. Ohne frisches Kapital und ohne dauerhaften CFO fehlen dem Transformationsplan zwei seiner wichtigsten Grundpfeiler.
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