ABO WIND AG Aktie: 170-Millionen-Fehlbetrag belastet

ABO Wind kämpft mit Milliardenfehlbetrag und sinkendem Aktienkurs. Operative Erfolge bei Wind- und Solarprojekten stehen im Schatten der Bilanzkrise.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert weiter an Wert
  • Drei neue Windprojekte in Deutschland
  • Solarportfolio-Verkauf in Kolumbien
  • Sanierungsgutachten mit Bedingung

Neue Windprojekte in Deutschland, ein Solarverkauf in Kolumbien – operativ läuft bei ABO Wind einiges. Trotzdem verkauft die Börse die Aktie weiter ab. Der Grund: Ein Milliarden-Fehlbetrag in der Bilanz und eine Sanierung, die noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Am Dienstag verliert das Papier 4,70 Prozent und rutscht auf 3,44 Euro. Damit hat die Aktie in den vergangenen 30 Tagen mehr als drei Prozent an Wert eingebüßt. Die Marktkapitalisierung liegt nur noch bei rund 33 Millionen Euro – ein Wert, der das tiefe Misstrauen der Investoren zeigt.

Operatives Geschäft läuft, Kasse braucht Nachschub

ABO Wind hat in der jüngsten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur drei neue Windprojekte gesichert. Die Anlagen in Ohlenbüttel, Hünxe und Willingen bringen zusammen 61,4 Megawatt. Sie sollen zwischen Herbst 2027 und Herbst 2028 ans Netz gehen.

Auch international bewegt sich etwas. Die NOVVA-Gruppe hat Ende Juni ein Solarportfolio von ABO Energy in Kolumbien übernommen, mit einer Kapazität von 37,8 Megawatt. Die Anlagen im kolumbianischen Andenhochland sollen Anfang 2028 starten. Solche Verkäufe sind für ABO Wind derzeit kein Nebengeschäft, sondern ein wichtiger Baustein der Sanierung. Sie bringen kurzfristig Kapital für den laufenden Betrieb.

Fehlbetrag von 170 Millionen Euro erzwingt Meldung

Die operativen Erfolge stehen im Schatten einer schweren Bilanzkrise. Für 2025 weist ABO Wind einen Konzernjahresfehlbetrag von rund 170 Millionen Euro aus. Verantwortlich dafür sind veränderte Marktbedingungen, gesunkene Margen und Sonderabschreibungen.

Diese Zahl hatte Folgen. Anfang Juli musste ABO Wind formell den Verlust der Hälfte des Grundkapitals nach § 92 Aktiengesetz anzeigen. Am 9. Juli fand deshalb eine außerordentliche Hauptversammlung in Wiesbaden statt. Sie diente reiner Information, Beschlüsse fasste die Versammlung nicht.

Gutachten sieht Sanierungsfähigkeit – unter einer Bedingung

Ein vorliegendes Gutachten bescheinigt ABO Wind grundsätzlich die Sanierungsfähigkeit. Die Bedingung dafür: eine tragfähige Einigung mit den Finanzierungspartnern. Ohne diese Einigung bleibt das positive Gutachten Theorie.

Das Management hat sich für diesen Prozess Verstärkung geholt. Die Boston Consulting Group kümmert sich um die Stärkung der Eigenkapitalseite. Rothschild & Co berät als Finanzpartner bei der Restrukturierung der Bilanz.

Der RSI von 34,3 signalisiert eine technisch überverkaufte Aktie. Das allein reicht aber nicht als Kaufsignal. Die annualisierte Volatilität von knapp 75 Prozent zeigt, wie nervös der Markt reagiert, solange die Finanzierung offen bleibt.

Entscheidend wird das Monatsende. Aktuelle Stillhaltevereinbarungen mit den Gläubigern laufen dann aus. Der geprüfte Konzernabschluss für 2025 soll im Laufe des dritten Quartals 2026 vorliegen – bis dahin bleibt offen, ob die Einigung mit den Finanzierungspartnern gelingt.

Anzeige

ABO WIND AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ABO WIND AG-Analyse vom 21. Juli liefert die Antwort:

Die neusten ABO WIND AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ABO WIND AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

ABO WIND AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu ABO WIND AG