ABO WIND AG Aktie: Verunsicherung steigt?

Die Anleihegläubiger von ABO Energy stimmen mit überwältigender Mehrheit für die Aussetzung einer zentralen Vertragsklausel. Dies ist ein entscheidender Schritt im Restrukturierungsprozess des Unternehmens.

Die Kernpunkte:
  • Über 99 Prozent Zustimmung bei Gläubigervotum
  • Aussetzung der Negativverpflichtung bis Ende 2026
  • Erwarteter Jahresverlust von rund 170 Millionen Euro
  • Solarprojekte mit 107 MW Zuschlägen gesichert

Die Anleihegläubiger von ABO Energy haben am Montag grünes Licht für den Restrukturierungskurs gegeben. Mit mehr als 99 Prozent Zustimmung votierten sie für die Aussetzung einer zentralen Vertragsklausel – ein wichtiger Zwischenschritt auf dem langen Weg zurück zur Stabilität.

Zweiter Anlauf gelingt

Bei der Gläubigerversammlung zur Anleihe 2024/2029 stimmten die Inhaber mit überwältigender Mehrheit für die vorgeschlagenen Restrukturierungsmaßnahmen. Vertreten waren 48 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen – einem Gegenwert von 38,7 Millionen Euro – und damit deutlich mehr als das erforderliche Quorum von 25 Prozent. Ein erster Anlauf im Februar war noch gescheitert, weil die damals höhere Mindestbeteiligungsschwelle verfehlt wurde.

Kernbeschluss ist die Aussetzung einer sogenannten Negativverpflichtung bis Ende 2026. Diese Klausel hatte ABO Energy bislang daran gehindert, Sicherheiten zu bestellen. Ohne diese Sicherheiten war eine Teilnahme an Tarifausschreibungen faktisch nicht möglich, da dafür Bürgschaften erforderlich sind. Mit dem Votum ist diese Blockade vorerst aufgehoben.

Das Gläubigervotum ergänzt ein Stillhalteabkommen, das das Unternehmen im Januar 2026 mit seinen finanzierenden Banken geschlossen hatte. Parallel läuft ein Effizienzprogramm auf Vorstandsebene zur Anpassung der Kostenstrukturen.

Tiefe Krise als Ausgangspunkt

Der Sanierungsbedarf ist erheblich. Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Jahresverlust von rund 170 Millionen Euro – das erste Minus in der knapp 30-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Konzerngesamtleistung dürfte bei rund 230 Millionen Euro liegen.

Treiber des Verlusts waren vor allem überzeichnete Windkraftauktionen in Deutschland, die zu drastisch gesunkenen Einspeisevergütungen und Wertberichtigungen von 35 Millionen Euro führten. Hinzu kamen Projektverschiebungen und negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn. Die Aktie verlor vom 52-Wochen-Hoch bei 45,20 Euro im Juli 2025 bis auf ein Tief von 4,25 Euro im Februar 2026 mehr als 90 Prozent ihres Wertes.

Auf der Habenseite stehen operative Fortschritte: In allen drei Solar-Ausschreibungsrunden 2025 sicherte sich das Unternehmen Zuschläge – insgesamt für rund 107 MW. Drei konkrete Solarparks mit zusammen 50 MW sollen ab Herbst 2026 gebaut werden. Die Geschäftsführung strebt eine Transformation zum unabhängigen Stromproduzenten an und verweist auf eine Projektpipeline von rund 30 Gigawatt.

Der nächste belastbare Gradmesser für den Sanierungsfortschritt ist der Jahresabschluss 2025, der am 22. Juni veröffentlicht werden soll. Die Hauptversammlung folgt am 13. August.

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