AC Immune Aktie: 12-Prozent-Sprung auf 2,40 Euro
Phase-1-Zwischenergebnisse zeigen Sicherheit und Gehirngängigkeit des NLRP3-Hemmers. Die Aktie legt deutlich zu, weitere Kohorten laufen.

- Aktie steigt um zwölf Prozent
- Wirkstoff überwindet Blut-Hirn-Schranke
- Neue Studienkohorte mit erhöhtem Risiko
- FDA-Fast-Track für Parkinson-Therapie
Das biopharmazeutische Unternehmen AC Immune verzeichnet am heutigen Freitag einen deutlichen Kursanstieg an den Märkten. Auslöser für das gesteigerte Anlegerinteresse sind gestern veröffentlichte positive Interimsdaten aus der ersten klinischen Phase-1-Studie am Menschen für den Wirkstoffkandidaten ACI-19764. Die Aktie klettert heute um 12 Prozent auf 2,40 Euro.
Bei ACI-19764 handelt es sich um einen oral verabreichten NLRP3-Inhibitor, der für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen entwickelt wird. Wie das Unternehmen mitteilte, erwies sich die Substanz in der bisherigen Untersuchung als sicher und gut verträglich.
Ein zentraler Erfolg der Studie ist der Beleg, dass der Wirkstoff die Blut-Hirn-Schranke erfolgreich penetriert. Dies gilt als kritische Voraussetzung für Therapien, die direkt im zentralen Nervensystem ansetzen sollen, um Entzündungsprozesse zu modulieren.
Interimsdaten bestätigen Sicherheit von ACI-19764
Die aktuellen Ergebnisse stammen aus einer Phase-1-Studie, in der die Sicherheit und Pharmakokinetik des Kandidaten untersucht werden. Mit dem Nachweis der Gehirngängigkeit hat das Programm eine wichtige Hürde genommen.
Parallel zur laufenden Auswertung hat AC Immune gestern zudem mit der Dosierung in einer zusätzlichen Studienkohorte begonnen. Diese Gruppe umfasst Patienten mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko, das durch spezifische Merkmale wie Diabetes, Adipositas oder erhöhte hsCRP-Werte definiert ist.
In dieser neuen Kohorte soll primär die anti-inflammatorische Aktivität von ACI-19764 untersucht werden. Das Unternehmen erwartet erste Daten aus diesem Studienteil bis Ende 2026. Mit der aktuellen Kursentwicklung notiert das Papier nun 14 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was die kurzfristige Erholung der Notierung unterstreicht. Die vollständigen Ergebnisse der klinischen Phase-1/1b-Studie für diesen Wirkstoffkandidaten werden für das erste Halbjahr 2027 in Aussicht gestellt.
Regulatorische Fortschritte und strategische Meilensteine
Neben der NLRP3-Plattform treibt das Unternehmen weitere Projekte in der klinischen Pipeline voran. Am 11. August gab AC Immune bekannt, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA den Fast-Track-Status für die aktive Immuntherapie ACI-7104 erteilt hat.
Dieser Kandidat ist für die Behandlung der Parkinson-Krankheit im Frühstadium vorgesehen. Zusammen mit der IND-Zulassung (Investigational New Drug) ist damit der Weg für eine beschleunigte Entwicklung und engere Abstimmung mit der Behörde in den USA geebnet.
Auch die Kooperation mit externen Partnern lieferte zuletzt finanzielle Impulse. Am 7. August führte die Aufnahme des ersten Patienten in eine neue Kohorte der ABATE-Studie zu einer vertraglich vereinbarten Meilensteinzahlung. Der Partner Takeda Pharmaceutical überwies in diesem Zusammenhang 12 Millionen US-Dollar an AC Immune.
In dieser Phase-1b/2-Studie wird der Wirkstoff ACI-24 gegen Alzheimer getestet. Medienberichten zufolge zeigten frühere Interimsdaten für diesen Impfstoffkandidaten eine dosisabhängige Antikörperantwort bei Patienten mit prodromalem Alzheimer, wobei keine schweren Nebenwirkungen wie ARIA-E auftraten.
Finanzielle Basis und Ausblick
Anfang August legte das Unternehmen zudem seinen Finanzbericht für das erste Halbjahr 2026 vor. Dieses strategische Update verdeutlichte den Fokus auf die Weiterentwicklung der Pipeline-Programme, die sich vollständig im Eigenbesitz von AC Immune befinden. Die Kombination aus Partnerzahlungen und dem Fortschritt in den eigenen Forschungsprogrammen bildet das Fundament für die weiteren klinischen Schritte.
Anleger reagieren mit dem heutigen Kurssprung positiv auf die Verdichtung der Nachrichtenlage. Während die langfristige Entwicklung neurodegenerativer Therapien weiterhin mit hohen klinischen Risiken verbunden bleibt, liefern die aktuellen Daten zur Blut-Hirn-Schranke eine notwendige wissenschaftliche Validierung für den weiteren Studienverlauf von ACI-19764. Die kommenden Monate dürften durch die weiteren Daten zur anti-inflammatorischen Wirkung geprägt sein.
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