Accenture Aktie: 240 Milliarden für Mittelstand

Accenture startet mit Milliardeninvestitionen eine strategische Neuausrichtung auf den Mittelstand und kündigt neun Milliarden Dollar für Übernahmen an.

Die Kernpunkte:
  • Strategiewechsel mit Fokus auf Mittelstand
  • Neun Milliarden Dollar für Übernahmen
  • KI-Allianzen mit Microsoft und ServiceNow
  • Aktie trotz Kursverlust fundamental gestützt

Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn fast halbiert. Jetzt reagiert Accenture. Der Konzern bläst mit einem massiven Strategiewechsel zum Angriff auf den Mittelstand. Das Management nimmt dafür sehr viel Geld in die Hand.

Im dritten Geschäftsquartal setzte der Beratungsriese 18,72 Milliarden US-Dollar um. Das verfehlte die Erwartungen der Analysten knapp. Beim Gewinn je Aktie übertraf Accenture die Prognosen hingegen mit 3,80 Dollar. Die operative Marge blieb mit 17 Prozent stark.

Globale Krisen belasten das operative Geschäft spürbar. Der Nahostkonflikt kostete das Unternehmen zuletzt rund 100 Millionen Dollar Umsatz. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand dennoch ein leichtes Wachstum an. Aktionäre erhalten weiterhin hohe Kapitalrückgaben.

Milliarden-Angriff auf den Mittelstand

Das Ziel: neue Kundengruppen. Mit dem Angebot „Accenture Edge“ zielt der Konzern auf mittelständische Unternehmen. Dieser Markt verspricht ein Umsatzpotenzial von 240 Milliarden Dollar. Bisher lag der Fokus fast ausschließlich auf internationalen Großkonzernen.

Für dieses Wachstum kauft Accenture massiv ein. Neun Milliarden Dollar fließen in Übernahmen. Ganz oben auf der Einkaufsliste stehen Cybersicherheits-Firmen wie Dragos, Run Zero und NetRise. NetRise geht künftig direkt im Dragos-Netzwerk auf. So formt Accenture einen neuen Spezialisten für industrielle Softwaresicherheit.

KI-Allianzen und Investitionen

Parallel dazu baut der Konzern sein Software-Angebot um. Seit Anfang Juli läuft ein gemeinsames Sicherheitsprojekt mit ServiceNow. Intelligente Agenten sollen dort veraltete Risiko-Plattformen ersetzen. Sie schließen gefährliche IT-Schwachstellen in wenigen Stunden statt Monaten.

Zusätzlich vertieft das Unternehmen seine Allianz mit Microsoft. Rund 4.000 Experten arbeiten künftig exklusiv mit der Datenplattform Microsoft Fabric. Insgesamt investiert Accenture drei Milliarden Dollar in den KI-Sektor.

Bewertung lockt erste Käufer

An der Börse herrscht derweil Katerstimmung. Die Papiere schlossen am Mittwoch bei 115,20 Euro. Seit Jahresbeginn verlor der Kurs harte 48 Prozent.

Die technische Lage ist stark überdehnt. Die Aktie notiert fast 20 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI-Indikator nähert sich mit einem Wert von 34,9 zügig der überverkauften Zone. Eine freie Cashflow-Rendite von fast 15 Prozent stützt nun die fundamentale Bewertung auf diesem niedrigen Niveau.

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