Accenture Aktie: Jason Kupferberg auf 194 Dollar

Wells Fargo bestätigt Overweight für Accenture trotz reduziertem Kursziel. Solide Quartalszahlen und neue Aktienrückkäufe stützen die Bewertung.

Die Kernpunkte:
  • Kursziel von 200 auf 194 Dollar gesenkt
  • Gewinn je Aktie übertrifft Analystenerwartungen
  • Zusätzliche Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe
  • Expansion in Creator Economy durch Whalar-Übernahme

Am 20. Juli 2026 hat das Analysehaus Wells Fargo seine Einschätzung für den IT-Beratungskonzern Accenture aktualisiert. Analyst Jason Kupferberg reduzierte das Kursziel für die Aktie von zuvor 200 US-Dollar auf nun 194 US-Dollar. Trotz der leichten Senkung behält die Bank ihre „Overweight“-Einstufung bei. Die Analysten sehen bei einem aktuellen Kursniveau von 126,80 € weiterhin ein erhebliches Aufwärtspotenzial für den Titel, der seit Jahresbeginn einen Rückgang von 44,88 % verzeichnete.

Solide Quartalszahlen und neue Kapitalmaßnahmen

Hintergrund der Bewertung sind unter anderem die Ergebnisse des dritten Quartals im Geschäftsjahr 2026, das am 31. Mai endete. Accenture konnte beim Gewinn pro Aktie (EPS) mit 3,80 US-Dollar die Konsensschätzungen der Analysten von 3,70 US-Dollar übertreffen. Der Quartalsumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6 % auf 18,72 Milliarden US-Dollar, womit das Unternehmen die Markterwartungen von 18,78 Milliarden US-Dollar nur knapp verfehlte. Die operative Marge lag in diesem Zeitraum bei 17,0 %.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 prognostiziert das Management ein EPS zwischen 13,78 und 13,90 US-Dollar. Parallel dazu stärkt Accenture die Aktionärsrendite: Das Board genehmigte zusätzliche Aktienrückkäufe im Volumen von 2 Milliarden US-Dollar. Zudem wurde eine Quartalsdividende von 1,63 US-Dollar pro Aktie angekündigt, was einer annualisierten Dividendenrendite von etwa 4,5 % entspricht. Trotz dieser stabilen Kennzahlen notiert das Papier derzeit mit einem Abstand von -49,47 % deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Januar 2026.

Kostendisziplin durch angepasste Gehaltsstrukturen

Um auf die veränderte Dynamik im IT-Sektor zu reagieren, führt Accenture ein neues Modell für Gehaltserhöhungen ein. Medienberichten zufolge werden künftige Steigerungen zu jeweils 50 % in das Basisgehalt und in eine Einmalzahlung aufgeteilt. Diese Maßnahme betrifft rund 780.000 Mitarbeiter weltweit, davon allein 350.000 in Indien. Beförderungen sind von dieser Neuregelung ausgenommen.

Das Unternehmen reagiert damit auf einen leichten Rückgang der Neubuchungen, die im dritten Quartal um 2 % sanken. In der Branche wächst die Besorgnis, dass generative Künstliche Intelligenz (KI) herkömmliche Beratungsmodelle unter Druck setzen könnte. Gleichzeitig verwies das Management auf Belastungen in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar durch Konflikte im Nahen Osten, die dazu führten, dass einige Großprojekte im Bereich Managed Services in das Geschäftsjahr 2027 verschoben wurden.

Expansion in die Creator Economy

Trotz des Fokus auf Kosteneffizienz investiert Accenture gezielt in neue Wachstumsfelder. Im Juni 2026 übernahm die Tochtergesellschaft Accenture Song die operative Infrastruktur der Creator-Agentur Whalar. Das Transaktionsvolumen wird auf mindestens 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Durch diesen Zukauf sichert sich der Konzern spezialisierte Werkzeuge zur Messung der Effektivität von Creator-Kampagnen und stärkt seine Position im Bereich des digitalen Marketings.

Bryan Yasko, Geschäftsführer bei Accenture Song, betonte die strategische Bedeutung der Creator Economy, die zunehmend zum Thema auf CEO-Ebene werde. Insgesamt plant Accenture für das Jahr 2026 Akquisitionen in einer Größenordnung von rund 9 Milliarden US-Dollar, um seine Marktstellung insbesondere im Bereich KI-Infrastruktur und digitaler Transformation zu festigen. Analysten von JPMorgan merken hierzu an, dass der aktuelle Ausverkauf bei Technologiewerten allmählich reife und solide Quartalsergebnisse eine stabilisierende Wirkung auf die Branche ausüben dürften.

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