Acciona S.A. Aktie: Bieter-Flucht!
Preis- und Finanzierungsprobleme stoppen den geplanten Gesamtverkauf; Acciona prüft nun Teilverkauf oder Partnerschaften.

- Ardian, EQT und Norges Bank steigen aus
- Finanzierung von zehn Milliarden Euro erforderlich
- Teilverkauf und Partnerschaften werden geprüft
- Acciona weist Provisionszahlungen zurück
Der geplante Verkauf von Acciona Energía steht vor einem erheblichen Rückschlag. Nach einem heutigen Bericht von El Confidencial ziehen sich die verbliebenen Interessenten Ardian, EQT und Norges Bank zurück. Damit wird der erwartete Mittelzufluss für die Muttergesellschaft Acciona unsicher. Die Aktie verzeichnet heute eine Tagesveränderung von -4,1%; eine eindeutige Zuordnung der Kursbewegung zu dieser Nachricht ist nicht möglich.
Preis und Finanzierung bremsen Verkauf
Dem Bericht zufolge scheitern die Gespräche am geforderten Preis und an Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Das Verfahren betrifft den Erwerb von 100 % der Acciona Energía. Die verbliebenen Bieter hätten dafür eine Finanzierung von 10 Mrd. € aufbringen müssen.
Der Rückzug trifft einen Verkaufsprozess, aus dem zuvor bereits KKR, BlackRock und Brookfield ausgestiegen waren. Nach dem Ausscheiden der letzten Interessenten fehlt dem bisherigen Verfahren damit die Käuferseite. Ein Abschluss zu den angestrebten Bedingungen rückt entsprechend in die Ferne.
Die Entrecanales-Familie hält über Acciona 80 % der Energietochter. Einschließlich Schulden hätte der Transaktionswert laut El Confidencial bei rund 14 Mrd. € gelegen. Als erwarteten Verkaufserlös nennt der Bericht rund 8 Mrd. €.
Für Anleger ist dabei entscheidend: Dieser Erlös ist keine gesicherte Einnahme. Der berichtete Rückzug stellt vielmehr die bisherige Verkaufslösung infrage. Aus den genannten Größen lässt sich deshalb kein bereits verfügbarer finanzieller Spielraum für Acciona ableiten.
Teilverkauf und Partnerschaften als Alternativen
Die Verkäufer prüfen laut El Confidencial nun einen Teilverkauf oder Partnerschaften. Ein vollständiger Ausstieg ist damit nicht mehr der einzige verfolgte Weg. Zugleich bleiben Umfang und wirtschaftliche Wirkung einer möglichen neuen Lösung offen.
Ein Teilverkauf wäre nicht mit dem bislang angestrebten Gesamtverkauf gleichzusetzen. Ebenso wenig lässt sich der dafür genannte erwartete Erlös unverändert auf eine Partnerschaft übertragen. Für Acciona zählt nun, ob aus den Alternativen eine konkrete Vereinbarung entsteht.
Zusätzliches Risiko durch Vergabevorwürfe
Unabhängig vom Verkaufsprozess berichtete ABC gestern über einen vorbereiteten Bericht der Guardia-Civil-Einheit UCO zu mutmaßlich manipulierten öffentlichen Bauaufträgen. Unter Berufung auf Kreise der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft schrieb die Zeitung, Acciona könnte als juristische Person zivilrechtlich belangt werden.
Acciona bestreitet Provisionszahlungen. Die Vorwürfe sind daher nicht als festgestelltes Fehlverhalten zu behandeln. Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Unsicherheiten nebeneinander: die weitere Entwicklung der Vergabevorwürfe und die Frage, welche Transaktion für die Energiebeteiligung noch erreichbar ist. Beim Verkauf zählt jetzt eine belastbare neue Vereinbarung statt des bislang erwarteten Erlöses.
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