Adecco Aktie: KI-Vertrauen auf Dreijahrestief
Nur noch 48 Prozent der Technologiechefs glauben an erfolgreiche KI-Skalierung. Organisatorische Hürden bremsen die Integration.

- KI-Vertrauen fällt auf Dreijahrestief
- Organisation bremst KI-Integration
- Innovation verdrängt Effizienz als Treiber
- Kaum Personalabbau durch KI
Mehr KI-Investitionen, weniger Zuversicht — das ist die paradoxe Botschaft, die Akkodis, die Digital-Engineering-Sparte der Adecco Group, heute mit einer neuen Studie sendet.
Das Vertrauen von Technologiechefs in die Skalierung von KI ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung gefallen. 2024 gaben noch 82 Prozent der befragten CTOs an, KI erfolgreich ausrollen zu können — 2026 sind es nur noch 48 Prozent. Befragt wurden 500 Chief Technology Officers als Teil einer größeren Studie der Adecco Group mit insgesamt 2.000 Führungskräften.
Nicht die Technologie bremst — die Organisation
Das Kernproblem hat sich verschoben. Fehlende Technologie ist kaum noch das Thema; die eigentliche Hürde liegt in der unternehmensweiten Integration. Nur 44 Prozent der CTOs glauben, dass ihre Führungsteams ausreichend KI-Kompetenz besitzen. Lediglich 46 Prozent berichten von etablierten Governance-Rahmenwerken, und nur 36 Prozent sind mit dem Vertrauen ihrer Belegschaft in KI zufrieden.
Als häufigste Bremsklötze nennen die Befragten Fachkräftemangel im eigenen Haus, Unsicherheit beim Return on Investment sowie fehlende Dringlichkeit auf Managementebene. Das deutet auf ein strukturelles Problem hin, das sich mit mehr Budget allein nicht lösen lässt.
Innovation verdrängt Effizienz als Leitmotiv
Bemerkenswert ist ein strategischer Richtungswechsel: Erstmals nennen CTOs Innovation — nicht Effizienz — als wichtigsten Treiber digitaler Investitionen. Nachdem KI-Lösungen jahrelang vorrangig zur Kostensenkung eingesetzt wurden, rückt nun Wachstum durch neue Geschäftsmodelle in den Vordergrund. Das dürfte für Akkodis, das sich als Beratungspartner für genau diese Transformationsphase positioniert, ein relevantes Marktargument sein.
Hinzu kommt: Trotz aller Diskussionen über Jobverluste durch KI berichten nur 21 Prozent der befragten CTOs von tatsächlichem Personalabbau. Jeweils rund die Hälfte sieht veränderte Kompetenzanforderungen und verschobene Arbeitsabläufe — kein Massenphänomen, aber ein klarer Umbau unterhalb der Oberfläche.
Für die Adecco Group ist die Studie strategisch zweifach bedeutsam: Sie liefert Akkodis Sichtbarkeit im wachsenden KI-Beratungsmarkt und unterstreicht zugleich das Kerngeschäft der Muttergesellschaft — Qualifizierung und Arbeitskräftevermittlung in einem Markt, der durch KI neu sortiert wird. Wie schnell Akkodis aus der wachsenden Nachfrage nach KI-Integration konkrete Umsatzzuwächse generiert, wird sich spätestens mit den nächsten Halbjahreszahlen zeigen.
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