Adidas Aktie: 11,51 Prozent Minus in 30 Tagen

Adidas verzeichnet Rekordumsätze, doch hohe WM-Kosten und sinkende Marge drücken den Aktienkurs. Die 200-Tage-Linie rückt in den Fokus.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz, aber sinkende operative Marge
  • WM-Kosten belasten das Quartalsergebnis
  • Aktie nahe der 200-Tage-Linie
  • Anleger warten auf personelle Neuausrichtung

Adidas hat bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft alles richtig gemacht – und trotzdem verliert die Aktie an Boden. Beide Finalisten liefen in den Drei Streifen auf, die globale Sichtbarkeit der Marke war beispiellos. An der Börse zählt das gerade wenig.

Mit 159,15 Euro schloss das Papier am Freitag knapp im Plus, ein Zuwachs von 0,60 Prozent. Der Blick auf die letzten 30 Tage zeigt aber ein anderes Bild: Die Aktie hat 11,51 Prozent verloren. Der WM-Schwung ist verpufft, offenbar schneller als das Management gedacht hatte.

Rekordumsatz reicht dem Markt nicht mehr

Die Zahlen aus dem zweiten Quartal erzählen eine paradoxe Geschichte. Adidas verkauft mehr Ware als je zuvor. Der Konzern hob sogar die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.

Auf der Gewinnseite sieht es anders aus. Die Marketingkosten für die WM fielen deutlich höher aus als geplant. CEO Björn Gulden hat die Marke sichtbarer gemacht denn je – die operative Marge zahlt dafür den Preis.

Für Anleger ist das ein Warnsignal. Ein Rekordumsatz beeindruckt nur so lange, bis Logistikkosten, Marketingausgaben und drohende US-Zölle den Ertrag auffressen. Genau das passiert gerade bei Adidas.

Der Kurs tanzt auf der 200-Tage-Linie

Charttechnisch steht die Aktie an einem heiklen Punkt. Der aktuelle Kurs liegt nur 0,84 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 157,82 Euro. Diese Linie trennt für viele Trader den langfristigen Aufwärtstrend von einer tieferen Korrektur.

Rutscht der Kurs darunter, wartet der 100-Tage-Schnitt bei 157,54 Euro als nächste Haltemarke. Der RSI steht bei 33,2 – nah am überverkauften Bereich. Das könnte kurzfristig für eine Stabilisierung sprechen, ändert aber nichts am grundsätzlich angeschlagenen Vertrauen der Anleger.

Zum 52-Wochen-Hoch von 196,50 Euro, erreicht im Oktober 2025, fehlen inzwischen 19,01 Prozent. Die Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 45,91 Prozent – ein Wert, der zeigt, wie nervös der Markt das Papier gerade handelt. Wer hier einsteigt, kauft sich in einen ausgesprochen unruhigen Titel ein.

Warten auf den Boden

Für die kommende Handelswoche ab dem 3. August wird entscheidend, ob Käufer die 200-Tage-Linie verteidigen. Große neue Impulse fehlen zunächst – die WM-Euphorie ist verarbeitet, der Quartalsbericht auch. Der Blick der Marktteilnehmer richtet sich stattdessen auf die geplante personelle Neuausrichtung im Finanzressort im September.

Adidas hat bewiesen, dass die Marke begehrt ist wie lange nicht mehr. Die eigentliche Aufgabe liegt jetzt woanders: Das Management muss diese Begehrtheit in Rendite übersetzen. Solange die Marge den Rekordumsätzen hinterherhinkt, bleibt der Weg zurück zu den alten Höchstständen mühsam.

Anzeige

Adidas-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adidas-Analyse vom 1. August liefert die Antwort:

Die neusten Adidas-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adidas-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Adidas: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Adidas