Adidas Aktie: 503.935-Euro-Kauf nahestehender Person

Adidas verliert weiter an Wert, während Branchenprobleme und Margensorgen belasten. Insiderkäufe und Analystenstimmen geben unterschiedliche Signale.

Die Kernpunkte:
  • Adidas-Kurs fällt um 2,8 Prozent
  • Sportartikelbranche durch Lululemon belastet
  • CEO und Vertrauter kaufen Aktien
  • Analysten bewerten Adidas unterschiedlich

Adidas gehörte am Donnerstag zu den schwächsten Werten im DAX. Der Kurs fiel um 2,8 Prozent auf 142,40 Euro und setzte damit eine Abwärtsbewegung fort, die den Titel inzwischen rund 29 Prozent unter sein 52-Wochen-Hoch vom Oktober gedrückt hat. Auslöser der jüngsten Schwäche ist der Kurseinbruch von Lululemon nach einer Guidance-Senkung Anfang September, der die gesamte Sportartikelbranche belastet.

Branchendruck trifft auf eigene Baustellen

Der Rückschlag bei Lululemon schürt Sorgen über die Nachfrageentwicklung im Sportartikelsektor insgesamt, auch mit Blick auf schwache Verkaufszahlen in China. Für Adidas kommt das zu einer Zeit, in der Anleger ohnehin genau auf die Margenentwicklung schauen.

Im zweiten Quartal hatte der Konzern zwar mit 6,74 Milliarden Euro einen Rekordumsatz verbucht, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis von 574 Millionen Euro verfehlte jedoch die Erwartungen, weil höhere Marketingausgaben rund um die Fußball-Weltmeisterschaft zu Buche schlugen.

Das Management hatte daraufhin die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 9 bis 10 Prozent währungsbereinigtes Wachstum angehoben, das Ziel für das Betriebsergebnis aber bei rund 2,3 Milliarden Euro belassen – ein Signal, dass die Marge angespannt bleibt.

Zusätzlich sorgt eine Werbekampagne mit dem israelischen Soldaten Shalev Biton für einen Boykottaufruf. Al Jazeera berichtete, die Kampagne für einen Single-Shoe-Service für Amputierte werde von Kritikern als „Affront gegen Palästinenser“ gewertet.

CEO und Insider kaufen zu

Inmitten der Kursschwäche hat Konzernchef Bjørn Gulden Anfang August eigene Aktien für über 500.000 Euro gekauft, zu Kursen deutlich unter dem Niveau vor dem Rückschlag.

Am Donnerstag zog eine dem CEO nahestehende Person nach und erwarb Adidas-Aktien im Wert von 503.935 Euro, wie aus einer WpHG-Meldung hervorgeht. Solche Insiderkäufe werden von Marktbeobachtern häufig als Vertrauenssignal in die eigene Aktie gedeutet, gerade wenn sie nach deutlichen Kursverlusten erfolgen.

Personell steht bei Adidas ohnehin ein Wechsel an: Finanzchef Harm Ohlmeyer scheidet bis Jahresende aus, seine Nachfolge als Finanzvorständin hat Birgit Kretschmer bereits zum 1. September angetreten.

Analysten uneinig, Ausblick offen

Die Einschätzungen der Analysten zur Aktie gehen auseinander. Barclays stufte Adidas Anfang September von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hoch. RBC Capital Markets bestätigte zuletzt seine Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 200 Euro und hält damit trotz der aktuellen Schwäche an einer deutlich höheren Bewertung fest als der Markt sie derzeit einpreist.

Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 27 Prozent bleibt die Aktie ein nervöses Papier. Die nächsten Quartalszahlen, die am 29. Oktober anstehen, dürften zeigen, ob sich die Margenschwäche fortsetzt oder ob die Investitionen rund um die Weltmeisterschaft mittelfristig Früchte tragen. Bis dahin bleibt die Insiderkauf-Serie rund um Gulden das deutlichste Signal, dass das Management selbst von einer Erholung ausgeht.

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