Adidas Aktie: Basketball-Hoffnung reicht nicht?

Die Basketball-Kooperation erweitert Adidas’ Engagement im Frauensport; Analysten senkten das Kursziel, während der Quartalsbericht noch aussteht.

Die Kernpunkte:
  • Mehrjährige Ausrüsterpartnerschaft mit Unrivaled
  • Bank of America senkte Kursziel auf 156 Euro
  • Artisan Partners hält 3,03 Prozent der Stimmrechte
  • Quartalszahlen für den 29. Oktober angekündigt

Partnerschaft im Basketball trifft auf verhaltene Marktstimmung

Am Mittwoch meldete Adidas eine neue mehrjährige Partnerschaft mit Unrivaled. Der Sportartikelkonzern fungiert künftig als offizieller Ausrüster für Trikots und Leistungskleidung der Frauenbasketball-Liga.

Warum dieser Schritt jetzt zählt: Das Unternehmen sucht in einem wettbewerbsintensiven Umfeld nach neuen Impulsen, um seine Relevanz im nordamerikanischen Markt zu untermauern. Vor allem der Frauensport verzeichnet derzeit ein starkes globales Interesse.

An der Börse überwog zuletzt dennoch Zurückhaltung. Gestern gab die Aktie um 1,4 Prozent nach und beendete den Handel bei 142,20 Euro. Die Anleger wägen ab, ob neue Marketinginitiativen ausreichen, um die allgemeine Trägheit im Sportartikelsektor zu überwinden.

Margenstärke und Kostendisziplin bestimmen die Richtung

Im Fokus der Marktteilnehmer steht vor allem eine fundamentale Frage: Reicht die Dynamik der Kernmarke aus, um das Wachstum trotz eines gedämpften Konsumumfelds voranzutreiben? Die Rentabilität und die Durchsetzungskraft regulärer Verkaufspreise bilden hierbei den entscheidenden Hebel für die Bewertung.

Die Skepsis der Analysten ist spürbar. Die Bank of America senkte am 17. September ihr Kursziel für Adidas von 184 Euro auf 156 Euro und stufte die Aktie unverändert mit „Neutral“ ein. Eine solche Anpassung verdeutlicht, dass Teile des Marktes vorerst keine rasche Beschleunigung erwarten.

Parallel dazu stellt der Konzern die Weichen im Management für die kommenden Jahre. Birgit Kretschmer zog mit Wirkung zum 1. September in den Vorstand ein. Sie soll zum Ende des Jahres 2026 Harm Ohlmeyer auf dem Posten des Finanzvorstands nachfolgen. Diese geordnete Übergabe soll Stabilität in der strategischen Finanzplanung gewährleisten.

Zuspruch institutioneller Anleger stützt das Erholungsszenario

Für eine positive Trendwende spricht die anhaltende Attraktivität der Marke für langfristig orientierte Großinvestoren. Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht, erhöhte Artisan Partners Funds am 11. September den Stimmrechtsanteil an Adidas auf 3,03 Prozent. Der Fonds hält damit 5.452.189 Aktien und hat die meldepflichtige Schwelle von 3 Prozent überschritten.

Ein solcher Einstieg auf ermäßigtem Bewertungsniveau signalisiert Vertrauen in das Potenzial des Konzerns. Gelingt es Adidas, mit Initiativen im Basketball und gezielten Produktinnovationen die Nachfrage anzukurbeln, könnte die operative Marge schneller anziehen als erwartet.

Zudem ordnete das Unternehmen seine Stimmrechtsstruktur neu. Am 14. September reduzierte Adidas den Bestand an eigenen Aktien von 3,04 Prozent auf 0,91 Prozent der Stimmrechte.

Kontroversen und Konsumflaute dämpfen die Erwartungen

Dem Erholungsszenario stehen spürbare Belastungsfaktoren gegenüber. Medienberichten zufolge sah sich Adidas am 6. September mit Kritik und Boykott-Aufrufen konfrontiert. Anlass war eine Werbekampagne mit einem israelischen Soldaten für ein Programm, das einzelne Schuhe für Amputierte anbietet. Derartige Vorfälle können die Markenwahrnehmung in sensiblen Zielmärkten belasten.

Gleichzeitig besteht das Risiko, dass der Gegenwind im Konsumgütersektor länger anhält als erhofft. Sollten Verbraucher in wichtigen Absatzregionen wie Europa oder Nordamerika ihre Ausgaben weiter drosseln, geraten die Margen durch Rabattaktionen unter Druck.

In einem solchen Umfeld könnten auch die jüngsten strategischen Engagements verpuffen, falls sie nicht zeitnah in messbares Umsatzwachstum münden. Die Zurückhaltung auf Käuferseite bliebe dann das dominierende Thema.

Quartalsbericht entscheidet über den weiteren Kursverlauf

Der übergeordnete Trend mahnt zur Vorsicht. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Rückgang von 16 Prozent.

Für die kommenden Wochen zeichnen sich klare Marken ab. Solange die Aktie ihr bestehendes Unterstützungsniveau verteidigen kann, bleibt die Perspektive für eine Bodenbildung gewahrt. Kippt die Unterstützung jedoch unter anhaltendem Verkaufsdruck, droht eine Ausweitung der Korrekturbewegung.

Die Entscheidung über den weiteren Trend fällt voraussichtlich mit den kommenden Geschäftsdaten. Am 29. Oktober legt Adidas die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vor. Dieser Termin bildet den nächsten entscheidenden Katalysator, an dem sich zeigen wird, ob die operative Realität die vorsichtigen Schätzungen übertrifft.

Anzeige

Adidas-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adidas-Analyse vom 25. September liefert die Antwort:

Die neusten Adidas-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adidas-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Adidas: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Adidas