Adidas Aktie: Boykottaufrufe nach Werbeaktion
Adidas entschuldigt sich für eine lokale Werbeaktion, während Barclays das Kursziel anhebt und die Innovation Days neue Impulse versprechen.

- Lokale Kampagne löst Boykottaufrufe aus
- Adidas bittet offiziell um Entschuldigung
- Barclays hebt Kursziel auf 210 Euro
- Innovation Days für September angekündigt
Am gestrigen Montag sah sich der Sportartikelhersteller Adidas mit einer Welle von Boykottaufrufen konfrontiert. Hintergrund ist eine lokale Werbeaktion, die das Unternehmen nun offiziell als Fehler einräumte und für die es um Entschuldigung bat. Während diese Reputationsrisiken die kurzfristige Stimmung belasten, setzen Analysten auf eine technologische Trendwende durch eine bevorstehende Großveranstaltung zum Monatsende.
Boykottaufrufe belasten die Markenreputation
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat sich Adidas offiziell für eine Marketing-Initiative entschuldigt, in der ein ehemaliger israelischer Soldat gezeigt wurde. Das Unternehmen bezeichnete die Aktion als eine rein lokale Initiative und betonte, dass es sich nicht um eine globale Kampagne gehandelt habe. Dennoch lösten die Aufnahmen in den sozialen Medien weitreichende Proteste und Aufrufe zum Boykott der Marke aus.
Medienberichten zufolge stellt dieser Vorfall ein erhebliches Reputationsrisiko dar, da die öffentliche Wahrnehmung der Marke in einem sensiblen politischen Umfeld unter Druck geraten ist. Das Management bemüht sich derzeit darum, den Schaden zu begrenzen und den Fokus wieder auf das operative Geschäft zu lenken.
Für Anleger bleibt die Frage zentral, ob diese Kontroverse nachhaltige Auswirkungen auf die Absatzzahlen in den betroffenen Regionen haben wird oder ob es bei einer kurzzeitigen Eintrübung des Markenimages bleibt.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial vor Innovationstagen
Trotz der aktuellen PR-Krise zeigen sich namhafte Analysehäuser für die mittel- und langfristige Entwicklung der Aktie optimistisch. Am Mittwoch vergangener Woche hob die Analystin Viktoria Petrova vom Bankhaus Barclays die Einstufung für Adidas von „Equalweight“ auf „Overweight“ an. In diesem Zuge wurde auch das Kursziel deutlich von zuvor 190 Euro auf nun 210 Euro nach oben korrigiert.
Als wesentlichen Grund für diesen Optimismus nannten die Experten die für den 23. und 24. September angekündigten „Innovation Days“ in Herzogenaurach. Von dieser Veranstaltung am Stammsitz des Konzerns werden wichtige Impulse für die künftige Produktstrategie und technologische Neuerungen erwartet.
Bereits am 2. Juli hatte zudem JPMorgan die Aktie in einer Analyse mit „Overweight“ bewertet. Medienberichten zufolge reagierte der Kurs unmittelbar nach der positiven Barclays-Einschätzung zur Wochenmitte mit einem zeitweisen Zuwachs von mehr als 2 %.
Kursmarken im Fokus der Anleger
Das Papier beendete den gestrigen Handel bei 148,05 Euro. Damit spiegelt der Kurs die schwierige Phase wider, in der sich der Sportartikelwert seit einiger Zeit befindet; seit Jahresanfang hat die Aktie bereits 12 % an Wert verloren.
Besonders deutlich wird die aktuelle Schwäche im Vergleich zum langfristigen Trend: Das Papier notiert derzeit 26 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 200,90 Euro, welches im Oktober des vergangenen Jahres markiert wurde.
Für die kommenden Wochen wird entscheidend sein, ob die technologischen Ankündigungen bei den Innovationstagen die negativen Schlagzeilen der laufenden Woche verdrängen können. Investoren achten dabei besonders darauf, ob Adidas durch Produktinnovationen seine Margen stabilisieren kann, nachdem bereits vor rund einem Monat die Fortführung des Aktienrückkaufprogramms als stützendes Element im Markt platziert wurde.
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