Adidas Aktie: Deckers drückt die Stimmung

Adidas wuchs im Quartal schneller als Hoka, doch US-Rabatte und Deckers’ gekürzter Ausblick belasten die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Deckers senkt Umsatzprognose für das Geschäftsjahr
  • Hoka wächst im Quartal knapp sieben Prozent
  • Adidas erzielt neun Prozent Umsatzwachstum
  • Aktie notiert nahe der 200-Tage-Linie

Starke Zahlen am Dienstag, schwache Vorgaben aus den USA am Freitag: Die gesenkte Jahresprognose von Deckers belastet die Adidas-Aktie. Der Hoka-Eigner trifft einen Nerv, denn seine Laufschuhe konkurrieren direkt mit dem Ultraboost.

Was bei Deckers schiefläuft

Deckers hatte am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss seinen Ausblick gekappt. Die Kunden kaufen vorsichtiger, Hoka-Sneaker und Ugg-Boots verkauften sich im abgelaufenen Quartal schwächer. Die Deckers-Aktie gab vorbörslich in New York gut 9 Prozent nach.

Der neue Umsatzrahmen liegt bei 5,70 bis 5,73 Milliarden Dollar. Das Mittel der Spanne verfehlt den Konsens um knapp drei Prozent. Hoka selbst wuchs im Quartal nur um knapp sieben Prozent, nach rund 16 Prozent im Geschäftsjahr bis März.

Deckers nennt zwei Gründe: Einige neue Modellversionen kamen schwächer an als erwartet. Zudem tobt in den USA eine Rabattschlacht, bei der der Konzern nicht mitziehen will. Der Großhandel ordert weiter, schwach ist vor allem der eigene Vertrieb an US-Kunden. Die Delle wirkt daher eher wie ein Markenthema als wie ein Branchensignal.

Adidas zwischen Stärke und Vorsicht

Adidas hatte für dasselbe Quartal bereits vorläufige Zahlen vorgelegt. Der Umsatz lag bei 7,25 Milliarden Euro, die Bruttomarge bei 54,3 Prozent. Getragen wurde sie vom Vollpreisgeschäft und einer Zollerstattung von rund 200 Millionen Euro. Im Vergleich wuchs Adidas mit neun Prozent schneller als Hoka.

Ganz immun ist der Konzern dennoch nicht. Währungsbereinigt legte er nur um sieben Prozent zu, das Jahresziel liegt bei neun bis zehn Prozent. Der vorsichtigere US-Kunde und der Preisdruck betreffen alle Anbieter. Ein Händler verwies darauf, dass Deckers die Stimmung trübe, obwohl die Adidas-Zahlen stark ausgefallen seien.

An der Börse gab die Aktie im Xetra-Handel zuletzt gut 1 Prozent auf 156,80 Euro nach und gehörte damit zu den schwächeren DAX-Werten. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut 7 Prozent.

Charttechnik im Blick

Die 200-Tage-Linie bei 155 Euro stützte bislang. Die Aktie hatte sie erst vergangene Woche zurückerobert. Nach oben bremst die 100-Tage-Linie bei 162 Euro.

Dort scheiterte der Kurs am 21. Oktober mit dem Tageshoch von rund 163 Euro. Fällt die Aktie unter die 200-Tage-Linie, rückt die 50-Tage-Linie bei 149 Euro in den Blick.

Am 29. Oktober legt Adidas die endgültigen Quartalszahlen vor. Sie zeigen, wie gut der Konzern dem US-Rabattdruck standhält. Puma folgt am 30. Oktober und rechnet für 2026 mit weniger Umsatz.

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