Adidas Aktie: Deutsche Bank senkt Kursziel

Deutsche Bank Research und JPMorgan reduzieren ihre Kursziele; Adidas legt am 29. Oktober Zahlen zum dritten Quartal vor.

Die Kernpunkte:
  • Deutsche Bank senkt Ziel auf 205 Euro
  • JPMorgan kürzt Prognosen bis 2028
  • Aktie liegt 7,1 Prozent unter Durchschnitt
  • Quartalszahlen erscheinen am 29. Oktober

Zunehmender Branchendruck dämpft die Erwartungen

Investoren bei Adidas sehen sich wenige Wochen vor der Veröffentlichung der nächsten Geschäftszahlen mit einer spürbaren Neubewertung durch führende Analysehäuser konfrontiert. Hintergrund sind wachsende Zweifel an der mittelfristigen Dynamik, nachdem die Aktie seit Jahresbeginn um 15 Prozent nachgegeben hat. Vor allem der Gegenwind im laufenden Geschäftsjahr und die Tragfähigkeit der Ziele rücken in den Mittelpunkt der Debatte.

Am vergangenen Freitag passte Deutsche Bank Research die Einschätzung für die Aktie an. Analyst Adam Cochrane senkte das Kursziel von 210 auf 205 Euro, behielt die Einstufung auf „Buy“ jedoch bei. Medienberichten zufolge begründete er diesen Schritt mit dem Branchendruck, der im dritten Quartal spürbar zugenommen habe, wenngleich die Jahresziele des Unternehmens weiterhin realistisch erschienen.

Zeitgleich reduzierte JPMorgan das Kursziel von 230 auf 210 Euro bei einer unveränderten Einstufung auf „Overweight“. Analystin Wendy Liu kürzte dabei ihre Ergebnisprognosen bis zum Jahr 2028 um bis zu 10 Prozent.

Diese Anpassungen treffen auf einen vorbörslichen Kurs von 144,20 Euro. Die Zurückhaltung der Marktteilnehmer spiegelt sich auch in der technischen Verfassung wider: Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 155,15 Euro beträgt aktuell minus 7,1 Prozent. Für Anleger stellt sich damit unmittelbar die Frage, ob das gedämpfte Bewertungsniveau eine Einstiegsgelegenheit markiert oder ob weitere Korrekturen drohen.

Bestätigung der Jahresziele als zentrale Messlatte

Die entscheidende Frage für die kommenden Wochen lautet, ob das operative Geschäft dem gestiegenen Branchendruck standhalten kann, um die bestehende Jahresprognose abzusichern. Die jüngsten Zielsenkungen zeigen, dass der Spielraum für Enttäuschungen geschrumpft ist. Marktteilnehmer fokussieren sich auf die Frage, ob die Erwartungen für das dritte Quartal noch Spielraum nach oben lassen oder ob Anpassungen nach unten unumgänglich werden.

Besondere Bedeutung gewinnt dabei der Zeitraum bis zum nächsten Berichtstermin. Die Kombination aus gekürzten langfristigen Ergebnisannahmen und kurzfristig verhaltener Nachfrage verengt den Korridor. Es geht für die Bewertung nun vor allem darum, ob die von Analysten als realistisch eingestuften Jahresziele ohne Abstriche bei der Profitabilität erreicht werden können.

Chancen auf eine operative Stabilisierung

In einem optimistischen Szenario gelingt es Adidas, den Marktdruck im dritten Quartal besser abzufedern als von skeptischen Stimmen befürchtet. Sollten die Jahresziele nicht nur gehalten, sondern operativ untermauert werden, erhielte die optimistischere Haltung von Häusern wie Deutsche Bank Research neues Gewicht.

Die Einstufung auf „Buy“ signalisiert trotz der leichten Zielanpassung weiterhin substanzielles Erholungspotenzial gegenüber dem aktuellen Bewertungsniveau.

Flankiert werden könnte eine solche Entwicklung durch geplante Produktinitiativen. So hat das Unternehmen Ende September die Mountainbike-Schuhkollektion Freerider vorgestellt, deren vier Modelle ab März 2027 über die eigene Website und die App in den Verkauf gehen sollen.

Im Verbund mit Markteinführungen wie der Anfang Oktober bereitgestellten Kollektion mit Willy Chavarria zeigt sich, dass neue Sortimente aufgebaut werden. Gelingt es, die Ertragskraft trotz des Branchenumfelds zu verteidigen, könnte die Aktie den bestehenden Rückstand zu ihren längerfristigen Durchschnitten rasch verringern.

Drohende Margenerosion und anhaltender Gegenwind

Das pessimistische Szenario stützt sich auf die Befürchtung, dass der Druck über das laufende Quartal hinaus anhält. Bereits zuvor hatte Robert Krankowski von der UBS das Kursziel auf 160 Euro zurückgenommen, die Einstufung auf „Neutral“ belassen und auf zunehmenden Gegenwind für das Jahr 2027 verwiesen. Zusammen mit der Prognosekürzung von JPMorgan bis 2028 um bis zu 10 Prozent deutet sich an, dass nicht nur temporäre Faktoren belasten könnten.

Sollte sich der Branchendruck weiter intensivieren, stünden auch die als realistisch eingeschätzten Jahresziele zur Disposition. Verfehlt das Unternehmen die Erwartungen im dritten Quartal oder muss Ausblicke für Folgejahre kappen, droht eine Ausweitung der Bewertungsabschläge.

In diesem Fall könnte die Skepsis bezüglich der mittelfristigen Ertragskraft die Oberhand gewinnen und das Vertrauen in eine zeitnahe Margenerholung nachhaltig beschädigen.

Richtungsentscheidung zum Monatsende

Für Anleger zeichnen sich klare Wegmarken ab. Solange der Kurs die jüngsten Tiefstände verteidigt und die bestehenden Jahresziele nicht offiziell infrage gestellt werden, bleibt das Erholungsszenario intakt. Kippt jedoch die Einschätzung der Ertragsentwicklung und zwingt der Branchendruck zu Abstrichen an der Zielsetzung, dürften weitere Anpassungen der Analystenmodelle folgen.

Der maßgebliche Katalysator für diese Entscheidung steht bereits fest: Am 29. Oktober 2026 veröffentlicht Adidas die Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Dieser Termin wird zeigen, ob die vorsichtigeren Prognosen der Analysten die Realität bereits ausreichend abbilden oder ob eine tiefere Neubewertung erforderlich ist.

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