Adidas Aktie: Gulden kauft für 500.000 Euro

Adidas meldet Rekordumsatz, verfehlt aber die Gewinnerwartungen. Der Aktienkurs leidet, während ein CFO-Wechsel ansteht.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz trotz Gewinnrückgang
  • CEO kauft Aktien für 500.000 Euro
  • UBS senkt Adidas-Einstufung
  • Neue Produkte und E-Sport-Kooperation

Adidas steht nach den jüngsten Quartalszahlen unter Beobachtung. Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach verzeichnete im zweiten Quartal zwar einen Rekordumsatz von 6,74 Milliarden Euro, kämpft jedoch gleichzeitig mit den finanziellen Auswirkungen seiner massiven Marketingoffensive.

Besonders die Investitionen rund um die FIFA-Weltmeisterschaft belasteten das operative Ergebnis, das mit 574 Millionen Euro die Erwartungen des Marktes deutlich verfehlte. Dies führte Ende Juli zu einem massiven Kurssturz, von dem sich die Aktie bisher nicht vollständig erholen konnte.

Um den Kapitalmarkt nach dem zweistelligen Einbruch zu beruhigen, setzte CEO Björn Gulden ein deutliches Zeichen. Er erwarb am 3. August Aktien aus privaten Mitteln im Wert von über 500.000 Euro. Ein solcher Insiderkauf gilt unter Investoren oft als Signal für eine Unterbewertung und drückt das Vertrauen der Führungsebene in die langfristige Strategie des Konzerns aus.

Dennoch zeigt die kurzfristige Kursentwicklung, dass die Skepsis der Anleger vorerst überwiegt. Der Schlusskurs am gestrigen Mittwoch lag bei 159,40 Euro, womit das Papier allein in den vergangenen 30 Tagen rund 11 Prozent an Wert verloren hat.

Strategische Neuausrichtung und Personalwechsel

Neben den sportlichen Großereignissen treibt Adidas den Umbau der Führungsebene voran. Birgit Kretschmer wird die Nachfolge von Harm Ohlmeyer als CFO antreten. Dieser Wechsel fällt in eine Phase, in der die Kostenkontrolle für das Unternehmen oberste Priorität hat.

Trotz der gestiegenen Ausgabenbasis bestätigte der Konzern bei der Vorlage der Quartalsergebnisse sein Ziel für das Betriebsergebnis im Jahr 2026 von rund 2,3 Milliarden Euro. Dieser Ausblick liegt jedoch weiterhin unter dem ursprünglichen Konsens der Analysten, was die Erholungsdynamik am Aktienmarkt bremst.

Parallel zur finanziellen Konsolidierung setzt Adidas auf neue Produktimpulse und Kooperationen. Kürzlich startete der globale Vertrieb des Modells „MEGARIDE S2“, das in Zusammenarbeit mit dem Label Hellstar entwickelt wurde.

Zudem engagiert sich der Konzern verstärkt im Bereich E-Sport und wird im Rahmen einer langfristigen Kooperation mit der Esports Foundation alle Teams des ersten „Esports Nations Cup“ ausrüsten. Solche Partnerschaften zielen darauf ab, neue Zielgruppen zu erschließen und die Markenpräsenz abseits klassischer Sportfelder zu stärken.

Analysten sehen drohenden Margendruck

Die Einschätzungen der Bankhäuser fielen zuletzt gemischt aus. Die Schweizer Großbank UBS stufte die Adidas-Aktie am 5. August von „Buy“ auf „Neutral“ herab. Die Analysten begründeten diesen Schritt mit einem drohenden Margendruck in der zweiten Jahreshälfte.

Auch die Analysefirma Morningstar passte die Erwartungen an: Zwar wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben, doch die Gewinnprognose musste aufgrund der gestiegenen operativen Kosten gesenkt werden.

Demgegenüber stehen positivere Stimmen wie die des Analysehauses Jefferies. Die Experten bestätigten am 3. August ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 205 Euro und betonten, dass man in den aktuellen Zahlen keine strukturellen Probleme sehe. Charttechnisch bleibt die Lage jedoch angespannt.

Medienberichten zufolge wurde eine erste Erholungsbewegung am Widerstand von 167 Euro vorerst gestoppt. Aktuell notiert der Titel mit einem Abstand von 0,9 Prozent nur sehr knapp über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage bei 157,96 Euro, was die Bedeutung dieser charttechnischen Unterstützung unterstreicht.

Anleger blicken nun auf den 29. Oktober, wenn Adidas die detaillierten Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen wird. Bis dahin wird entscheidend sein, ob das Unternehmen die hohen Marketinginvestitionen in nachhaltiges Gewinnwachstum übersetzen kann oder ob die Kosten die Bilanz weiterhin belasten.

Zudem meldete der Großaktionär NNS Investments unlängst den Verfall von Kaufoptionen, was den Druck auf das Papier in einem ohnehin volatilen Umfeld stabil hielt.

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